Museumserweiterung Verborgene Kunstschätze des Zeppelin Museums

Von Barbara Paul

Das Zeppelin Museum Friedrichshafen wird umgebaut und erweitert. Neben der weltweit größten Sammlung zur Geschichte des Luftschiffsbaus ist das Museum im Besitz einer Kunstsammlung, die bislang wegen Platzmangels nur teilweise gezeigt werden konnte. In dem vom Gemeinderat bereits bewilligten Anbau werden Werke von Otto Dix, Willi Baumeister, Max Ackermann, Erich Heckel oder Andreas Feininger zu sehen sein. Viele wissen gar nicht, dass diese Werke in Friedrichshafen lagern.

Museumserweiterung Die verborgenen Schätze des Zeppelin Museums

Die Direktorin des Zeppelin Museums Friedrichshafen, Claudia Emmert. (Foto: Pressestelle, Zeppelin Museum Friedrichshafen -)
Als Claudia Emmert vor vier Jahren Direktorin des Zeppelin Museums wurde, hatte sie schnell einen Lieblingsort gefunden: das Depot mit der Kunstsammlung des Hauses. Sie wusste nicht, was für Schätze sich dort befinden. Woher auch. Viele der fast 4.000 Werke sind noch nie der Öffentlichkeit präsentiert worden. Pressestelle Zeppelin Museum Friedrichshafen - Bild in Detailansicht öffnen
Eine Entdeckungsreise begann. Schnell war Claudia Emmert klar: das muss gezeigt werden. Wenigstens kleine Teile davon, in Wechselausstellungen. Viele Leute hätten gar nicht gewusst, dass das Zeppelinmuseum auch Kunst zeige. „Viele dachten, wir seien ein reines Technikmuseum. Deshalb war mir ganz wichtig zu kommunizieren, dass wir ein Zweisparten-Haus sind.“ Pressestelle Zeppelin Museum Friedrichshafen - Foto: Myrzik Bild in Detailansicht öffnen
Der Weg zum Depot führt durch die derzeitige Wechselausstellung. Sie zeigt „Klassische Moderne am Bodensee“. Mit Werken unter anderem von Willi Baumeister, Max Ackermann, Erich Heckel und Andreas Feininger, hochkarätige Kunst. Die bisher immer nur im Depot war, so Direktorin Claudia Emmert, nicht ausgestellt.Auf dem Bild: Eines der Prunkstücke des Zeppelin Museums, das Gemälde "Vanitas" von Otto Dix, 1932. picture-alliance / Reportdienste - Foto: Armin Weigel Bild in Detailansicht öffnen
Das Depot selbst ist einige Stockwerke darunter. Man erahnt, wie immens groß die Sammlung ist. Dafür sprechen allein die vielen Schiebetafeln, auf denen Gemälde und Zeichnungen dicht nebeneinander hängen.Auf dem Bild: Die "Wunderkammer" des Zeppelin Museums, Sammlerstücke rund um den Zeppelin. Pressestelle Zeppelin Museum Friedrichshafen - Foto: Myrzik Bild in Detailansicht öffnen
Restauratorin Michaela Vogel (hier bei der Arbeit am Mikroskop) ist seit Jahrzehnten am Haus, kennt jede einzelne Arbeit: „Wir haben fast die größte Dix-Sammlung weltweit, das ist ganz außerordentlich. Aber auch der sogenannte Altbestand, also spätgotische Arbeiten, barocke Arbeiten, ist hier in großer Fülle vertreten.“ Pressestelle Zeppelin Museum Friedrichshafen - Bild in Detailansicht öffnen
Kein anderes Museum am Bodensee kann auf einen solchen Bestand an Barocker Kunst verweisen. Heiligenfiguren, Kruzifixe, dreiteilige Holzaltäre, bemalt und mit Skulpturen versehen, lagern hier in den Regalen. Auch Werke aus mittelalterlichen Werkstätten aus der Region wurden einst für die städtische Sammlung angekauft.Bild: Gemälde von Johann Heinrich Schönfeld: Gideon mit seinen Kriegern am Jordan, nach 1650. Pressestelle Zeppelin Museum Friedrichshafen - Bild in Detailansicht öffnen
Weil es bald neuen Platz geben wird, ist die Stimmung im Haus sehr gut. Direkt neben dem jetzigen Museum wird dafür ein Zollgebäude abgerissen. Der Vorschlag zu der Museumserweiterung kam von Andreas Brand, dem Oberbürgermeister der Stadt Friedrichshafen. Dafür bekam er viel Rückenwind. Vor wenigen Wochen hat der Gemeinderat einstimmig und ohne Enthaltungen für das städtische Museumskonzept gestimmt. Pressestelle Zeppelin Museum Friedrichshafen - Foto: Myrzik Bild in Detailansicht öffnen
Allen Beteiligten ist klar: Das Zeppelin-Museum ist ein wichtiger Leuchtturm der Stadt am Bodensee, mit beachtlichen 240.000 Besuchern im Jahr. Hier zu investieren kann für die Stadt ein Imagegewinn sein. Pressestelle Zeppelin Museum Friedrichshafen - Foto: Myrzik Bild in Detailansicht öffnen
Noch gibt es weder Zeitplan, Kostenplan oder Bauplan. Die erste Projektgruppe ebnet nun den Weg dafür. Claudia Emmert will in jedem Fall, dass das neue Haus für Kunst in der Bürgerschaft verankert ist. Es soll in einem demokratischen Prozess entstehen, mit den Menschen vor Ort. Pressestelle Zeppelin Museum Friedrichshafen - Foto: Myrzik Bild in Detailansicht öffnen
Ab Juli soll die Planungsphase beginnen. Wenn das Zeppelin-Museum seine bisher verborgenen Kunstschätze ans Tageslicht bringt, in einem Neubau mit Seeblick, dürfte das weit über die Kulturregion Bodensee hinaus für Aufsehen sorgen. Pressestelle Zeppelin Museum Friedrichshafen - Foto: Michael Fischer Bild in Detailansicht öffnen
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