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Endzeitstimmung: Ausstellung über Katastrophenfilme im Deutschen Filmmuseum Frankfurt

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New York unter Wasser, Los Angeles in Trümmern, Pompeji unter Ascheregen: Katastrophenfilme gehören traditionell zu den ältesten, aber auch teuersten und technisch aufwändigsten Produktionen der Branche. Ausschnitte von rund 50 internationalen Filmen präsentiert das Frankfurter Filmmuseum in seiner neuen Ausstellung „Katastrophe: Was kommt nach dem Ende?“.

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Die Filme beginnen immer mit einer heilen Welt

Im klassischen Katastrophenfilm schrillen die Alarmglocken nie am Anfang, sondern immer erst später. Denn das Genre folgt einer festen Dramaturgie: Die meisten Filme beginnen mit Szenen einer idyllischen Jetztzeit, erklärt Kuratorin Stefanie Plappert:

„Sie gehen dann über in die ersten Anzeichen, es warnen Experten, es raucht schon mal der Vulkan, es werden seltsamen Abweichungen beim Wetter beobachtet. Es geht dann über in die eigentliche Katastrophe, ein sehr kurzer Moment, der dann gefolgt ist von den Bemühungen zu retten, was zu retten ist, also es geht immer darum, den Zustand vor der Katastrophe zu bewahren.“

KATASTROPHE. Was kommt nach dem Ende?  (Foto: Pressestelle, DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main )
Key visual zur Ausstellung „KATASTROPHE. Was kommt nach dem Ende?" Pressestelle DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main Bild in Detailansicht öffnen
Blick in die Ausstellung Pressestelle Uwe Dettmar, DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main Bild in Detailansicht öffnen
Überlebende des Untergangs der Titanic blicken auf das sinkende Schiff. Laterna-Magica-Dia „Be British! Titanic“. Pressestelle DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main Bild in Detailansicht öffnen
Ausstellungsansicht Pressestelle Uwe Dettmar, DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main Bild in Detailansicht öffnen
Filmstill aus: THE DAY AFTER TOMORROW (2004, Roland Emmerich) Pressestelle Twentieth Century Fox, DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main Bild in Detailansicht öffnen
Filmstill aus: 2012 (2009, Roland Emmerich) Pressestelle RGR Collection / Alamy Stock Photos, DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main Bild in Detailansicht öffnen
Filmstill aus: DEEP IMPACT (1998, Mimi Leder) Pressestelle AA Film Archive / Alamy Stock Photos, DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main Bild in Detailansicht öffnen

Wissenschaftliche Erklärungen werden geliefert

Das Kuratorenteam hat neben Filmausschnitten auch Zeitschriftencover und Anschauungsobjekte aus dem realen Katastrophenschutz zusammengetragen: Vom Seismographen über einen Bombenzünder bis hin zur Schutzkleidung des Roten Kreuz.

Für die wissenschaftlichen Erklärungen hat das Filmmuseum ein Expertenteam vom Frankfurter Senckenbergmuseum befragt. Killerkaninchen oder Riesenechsen beschreibt Säugetierforscherin Irina Ruf in einem Ausstellungsvideo allerdings als unwahrscheinlich.

Pandemie-Filme als nächster Kino-Dauerbrenner?

Werden wohl zukünftig Pandemie-Filme, die die Corona-Situation eins zu eins darstellen, den Markt überschwemmen?

Davon geht Stefanie Plappert nicht aus: „Genau das zeichnet den Katastrophenfilm aus, dass man noch eine Restdistanz zu dem Gesehenen hat. In dem Moment aber, wo das Gesehene die Realität einholt, funktioniert der Unterhaltungsmoment des Katastrophenfilms nicht mehr. Ab da geht es uns zu nahe. Katastrophenfilme haben immer schon auch eine eskapistische Note.“

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