Gespräch

Elke Buhr zur Documenta 15: Ein sehr innovatives Verständnis von Kunst

STAND
INTERVIEW
Philine Sauvageot

„Diese Documenta hat uns gezeigt: Es ist nicht das Wichtigste bei der Kunst, ein fertiges abgeschlossenes Werk in den Raum zu stellen", sagt Elke Buhr, Chefredakteurin des Kunstmagazins Monopol, in SWR2. Das Wichtige sei viel mehr, zu vermitteln, was Kunst für eine Gesellschaft leisten könne.

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Kunst, die sich dem Kunstmarkt entzieht

„Das heißt, Kunst wurde dort gemacht, sie wurde nicht ausgestellt, sondern war Teil eines sozialen Kontexts", sagt Buhr. Die vielen Sitzmöglichkeiten oder der Kinderbereich luden, so die Expertin, zum Verweilen ein und schufen damit Begegnungsräume statt klassischer Kunsträume.

Dieser Ansatz, der sich bewusst dem Kunstmarkt entzog, sei, so Buhr, sehr innovativ. „Oft macht man sich gar nicht klar, wie sehr der Kunstmarkt und die Galerien bei so großen Veranstaltungen mitspielen", erklärt Buhr. Tatsächlich hänge es in der Regel viel von Inverstor*innen ab, was am Ende gezeigt werde, sagt die Expertin.

Kultur Die documenta in Kassel – Weltkunst in der deutschen Provinz

Die documenta ist eine der wichtigsten Kunstausstellungen weltweit. In Kassel war sie nicht immer beliebt. Auch die aktuelle documenta fifteen, die am 18. Juni 2022 öffnet, ist umstritten.  mehr...

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KulturmedienschauI23.09.2022 Stimmen zum Ende der documenta 15 in Kassel

Am Wochenende geht die diesjährige documenta fifteen zu Ende. Womit wird sie in die Geschichte eingehen: mit der ausgestellten "Kunst" bzw. eher "Nicht-Kunst" oder mit der Verweigerung, für die antisemitischen Inhalte der Ausstellung Verantwortung zu übernehmen? Über das Erbe der mehr als schwierigen Kunstausstellung in Kassel berichten heute die Kulturseiten.  mehr...

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Kunst documenta fifteen: Das Ruruhaus als Keimzelle des Lumbung-Konzepts – Beuys lässt grüßen

Make friends, not art – mit diesem leicht ironischen Satz erhebt das indonesische Kuratorenkollektiv Ruangruppa den gemeinsamen kreativen Austausch im ruruhaus auf der documenta fifteen in Kassel zur höchsten Kunstform. Das erinnert an Joseph Beuys Einsatz für eine direkte Demokratie, es gibt aber auch Unterschiede.  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

Kunst Das Künstlerkollektiv „project art works“ und sein Documenta-Kunstprojekt mit Menschen mit Behinderung

Gemeinsam kreativ – das britische Künstler*innen-Kollektiv project art works setzt sich auf der documenta fifteen in Kassel für Neurodiversität in der Kunst ein. Hierfür schafft die Gruppe aus dem britischen Hastings mit Menschen mit Behinderung auf Augenhöhe Kunstwerke. Die Produktion steht dabei nicht im Vordergrund, vielmehr geht es um Gemeinschaft und Vielfalt.  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

Gespräch „Keine gewohnte Documenta“ – Kollektiv Ruangrupa stellt die Kasseler Kunstausstellung auf den Kopf

Die Documenta Fifteen ist der Kunstkritikerin Simone Reber zufolge alles andere als die sonst gewohnte Ausstellungsreihe für zeitgenössische Kunst in Kassel. „Dazu fehlt der documenta auf den ersten Blick einfach die visuelle Anziehungskraft“, sagt Reber, „das gewohnte Wahrzeichen vor dem Fridericianum. Da war ja immer ein von wechselnden Künstlern geschaffenes, Aufsehen erregendes Signal, gern auch in phallischer Form.“ Stattdessen steht dort jetzt ein kleiner, grüner Pavillon von Aborigine-Aktivisten.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Zur Antisemitismusdebatte

Was geht - was bleibt? Zeitgeist. Debatten. Kultur. Antisemitismus: Die Desaster-Documenta

Monatelange Warnungen und Debatten und dann ist es genauso gekommen: Antisemitische Abbildungen auf der Documenta. Der Schaden für die weltweit wichtigste Kunstausstellung ist enorm. Zu allem Überfluss fehlt eine Person, die klar die Verantwortung übernimmt, sagt Jan Tussing im Podcast. Außerdem erklärt Andrea Geier, Kulturwissenschaftlerin von der Uni Trier, die vertrackte Geschichte des Antisemitismus in antikolonialen Kontexten.

Habt ihr noch mehr Themen, die wir uns dringend anschauen sollten? Schreibt uns auf kulturpodcast@swr.de

Host: Philine Sauvageot
Redaktion: Max Knieriemen, Pia Masurczak und Philine Sauvageot  mehr...

Gespräch „Die documenta fifteen war ein Spezialfall“ – Meron Mendel wirbt für eine neue Erinnerungskultur

„Ich hätte gern ein positives Fazit gezogen, aber an diesem Punkt kann ich das wirklich nicht tun“, sagt Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank bei SWR2 über die diesjährige documenta.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Kulturmedienschau Bonus-Eklat zum Abschluss der Documenta | 13.9.2022

Die Feuilletons würdigen einen der bedeutendsten Schriftsteller unserer Zeit: den Spanier Javier Marías, der mit 70 Jahren gestorben ist. Außerdem geht es um die skandalgeschüttelte Documenta 15. Kurz vor ihrem Ende krönt sie die Antisemitismus-Debatte mit einem, wie es in der Süddeutschen so schön heißt, „Bonus-Eklat“.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Gespräch Meron Mendel über die Antisemitismusdebatte bei der Documenta: „Es gibt bis heute eine linke jüdische Denktradition“

„Die jüdische Tradition ist in ihrer DNA pluralistisch“, sagt Meron Mendel im Gespräch mit SWR2 Kultur Aktuell. Der Versuch von Maxim Biller eine linke jüdische Denktradition als nicht jüdisch darzustellen sei ein klassisch hegemonialer Versuch, die eigene Meinung als die einzig legitime darzustellen, sagt Meron Mendel. Das widerspreche jahrtausendealten Traditionen. Schon bei der Talmud-Interpretation gibt es den Begriff der „machloket“, also einer konstruktiven Kontroverse verschiedener Rabbiner, auch wenn das den Leser manchmal verwirrt. „Vielleicht können wir heute aus dieser Tradition etwas lernen“ meint Mendel im Hinblick auf die Kontroversen um Emily Dische-Becker, Eva Menasse oder die antisemitischen Kunstwerke bei der Documenta.  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

Gespräch Wie sieht es mit der Freiheit der Kunst aus? Der Historiker Moshe Zuckermann über sein neues Buch

Wie es mit der Freiheit der Kunst aussieht, das wird seit dem documenta-Skandal heftig diskutiert. Das Buch zum Thema hat der israelisch-deutsche Soziologe und emeritierte Professor für Geschichte und Philosophie an der Universität Tel Aviv Moshe Zuckermann geschrieben.  mehr...

SWR2 am Samstagnachmittag SWR2

Gespräch Direktor des Lenbachhauses: Antisemitismus nicht nur ein Problem der documenta

„Die documenta 15 zeigt auf, dass Antisemitismus und Rassismus zu den wichtigsten Themen in unserer Gesellschaft gehören“, sagt der Direktor des Lenbachhauses, Matthias Mühling. „Insofern ist es interessant, dass wir das jetzt so ausgiebig diskutieren, wo wir doch grundsätzlich Antisemitismus in unserer Gesellschaft haben und nicht nur auf der documenta", stellt der Kunstexperte fest. Das Lenbachhaus präsentiert anlässlich der documenta fifteen 2022 die Ausstellung „Was von 100 Tagen übrig blieb... Die documenta und das Lenbachhaus". Ein Parcours bedeutender Arbeiten aus allen documenta-Ausstellungen von der ersten Ausgabe 1955 bis zur 14. im Jahr 2017 dokumentiert, welche Arbeiten „von 100 Tagen“ in einer musealen Sammlung sichtbar geblieben sind.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Gespräch Politologin Saaba Nur-Chema zur documenta: Andere Bezüge von Antisemitismus im globalen Süden

Zwar habe der Antisemitismus seine Ursprünge in Europa, sagt die Politologin Saaba Nur-Chema in SWR2. „Aber es ist klar, dass wir es im globalen Süden mit neuen Assimiliationsformen von Antisemitismus zu tun haben, wo tatsächlich mit alten Bildern gearbeitet wird“, sagt Nur-Chema mit Blick auf das Banner des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi bei der Kasseler Kunstmesse documenta.
Man müsse jedoch sehen, dass die Beziehung dieser Gesellschaften zum Staat Israel eine andere sei. Indonesien greife als frühere Kolonie auf andere Erfahrungen zurück. Saaba Nur-Chema arbeitet an der Frankfurter Universität an einem Projekt zu Antisemitismus im Bereich der Erziehung im Vor- und Grundschulalter.
Bei einer Podiumsdiskussion auf der Kasseler documenta hatten über Antisemitismus in der Kunst unter anderem Meron Mendel vom Anne Frank Haus und der Kurator der letzten Documenta, Adam Szymczyk, gesprochen.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Kulturmedienschau Generaldirektorin der Documenta tritt zurück: „Überfälliger Schritt“ | 18.7.2022

Vor gut vier Wochen ist die documenta ist in die schwerste Krise ihrer Geschichte gestürzt, nachdem antisemitische Karikaturen auf dem Großbanner „People’s Justice“ vom indonesischen Kollektiv Taring Padi entdeckt worden sind. Am Samstag dann die Nachricht: Der Vertrag der Generaldirektorin der Documenta, Sabine Schormann, wird beendet. Darauf verständigte sich der Aufsichtsrat der Documenta in einer Sitzung, die sechs Stunden gedauert haben soll. Die Feuilleton-Seiten der Tageszeitungen kommentieren diese Entscheidung, unsere Kulturmedienschau fasst sie zusammen.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Kulturmedienschau Nachfolger für Documenta-Generaldirektorin und Lady Gaga in Düsseldorf | 19.7.2022

„My little Monsters“, „meine kleinen Monster" nennt Popstar Lady Gaga ihre größten Fans. 60.000 von ihnen sind am Sonntag in die Düsseldorfer Arena geströmt, zum Auftakt von Lady Gagas Welttournee: Fortuna Düsseldorf soll sich bereit erklärt haben, ausnahmsweise mal mit einem Auswärtsspiel in die Saison zu starten – um so ihr Stadion für die New Yorker Sängerin freizugeben. Heute berichten die Kulturseiten der Tageszeitungen vom Konzert. Nach der Vertragsauflösung der bisherigen Generaldirektorin Sabine Schormann ist jetzt eine Übergangslösung gefunden worden: Das Amt übernimmt der Kulturmanager Alexander Farenholtz.  mehr...

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Philine Sauvageot