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In den Vitrinen des Allianzhauses Mainz ist seit dem 9. November, dem Jahrestag der „Reichspogromnacht“ von 1938, die Ausstellung „Ein Portrait des antifaschistischen Widerstands im Rhein-Main-Gebiet 1933 bis 1945“ zu sehen.

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In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden reichsweit jüdische Geschäfte und Wohnungen sowie Synagogen der jüdischen Gemeinden zerstört. Die „Reichspogromnacht“ war der Auftakt für die systematische Ermordung von Millionen von Juden durch die Nationalsozialisten.

Die Ausstellungsmacher Thilo Weckmüller und Mathias Meyers nahmen dieses Datum zum Anlass, an politische Gegner der Nazis zu erinnern, die zum Teil unter Einsatz ihres Lebens Widerstand geleistet haben.

Seit 2008 arbeitet der Künstler Thilo Weckmüller zusammen mit Mathias Meyers an der stetig wachsenden Ausstellung zum antifaschistischen Widerstand aus der Zeit von 1933 bis1945. Dafür hat der Künstler bewusst bunte und poppige Portraits im Linoldruck hergestellt nach Vorlagen von Fotos.

Portraits der Widerstandskämper gegen Naziregime (Foto: SWR, Anke Sprenger)
Portraits der Widerstandskämper*innen gegen das Naziregime: Hildegard Schäfer und Peter Gingold Anke Sprenger


„Wir wollten keine Fotos zeigen, Schwarzweißbilder oder sonst was, und wir wollten auch keine Trauerarbeit leisten, auch wenn viele den Widerstand mit ihrem Leben bezahlt haben.“

Thilo Weckmüller zum Ausstellungskonzept

Zu den Bildern liefert Mathias Meyers die Biografien. Er hat viele der ehemaligen Widerstandskämpfer über Jahrzehnte begleitet und für sie Zeitzeugengespräche und Lesungen organisiert.

Die Ausstellungsmacher: Mathias Meyers und der Künstler Thilo Weckmüller (Foto: SWR, Anke Sprenger)
Die Ausstellungsmacher: Mathias Meyers und der Künstler Thilo Weckmüller Anke Sprenger

Insgesamt haben die beiden Ausstellungsmacher schon weit über 80 Personen aus dem zivilen Widerstand ausfindig gemacht. Für die aktuelle Ausstellung haben sie 36 Portraits von Personen aus Mainz und dem Rhein-Main-Gebiet ausgewählt, die aus ganz unterschiedlichen Motiven Widerstand leisteten.

Das Anliegen von Weckmüller und Meyers war es von Anfang an, den gesamten antifaschistischen Widerstand in seiner Vielfältigkeit darzustellen, ausgehend vom menschlichen Widerstand im familiären Umfeld bis hin zum bewaffneten Aufstand zur Befreiung der Stadt Paris durch die Résistance im August 1944.

Neben den bekannten und mittlerweile anerkannten Persönlichkeiten wie beispielsweise Peter Gingold, Wilhelm Leuschner, Ludwig Schwamb oder Franziska Kessel, an deren Wirken bereits Straßen- und Schulnamen erinnern, sind in der Ausstellung auch unbekannte Namen zu finden.

 Die Ausstellung „Ein Portrait des antifaschistischen Widerstands im Rhein-Main-Gebiet 1933 bis 1945“ ist noch bis zum 3. Dezember in den Schaufenstern des Allianzhauses zu sehen. Da wegen der Corona-Auflagen zur Zeit keine Führungen stattfinden können, steht ab dem 12. November ein Film auf der Website zur Ausstellung online.

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