Gespräch

Direktorin des Lindenmuseums begrüßt Leitfaden zum Umgang mit Kunst aus Kolonialzeit

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INTERVIEW

Der Leitfaden des Deutschen Museumsbunds zum Umgang mit in der Kolonialzeit geraubter Kunst sei sehr zu begrüßen, sagte Prof. Ines de Castro, Direktorin vom Lindenmuseum Stuttgart in SWR2. Es sei wichtig, Sammlungen nicht allein aus der europäischen Perspektive betrachten.

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De Castro betreibt als Direktorin des Lindenmuseums, einem der größten ethnologischen Museen in Europa, schon lange Provenienzforschung. Anfang 2019 hat das Museum zusammen mit dem Land Baden-Württemberg die Witboii-Bibel des Nama-Führers Hendrik Witbooi und eine Peitsche nach Namibia zurückgeben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Gegenstände als Schenkung nach Stuttgart gekommen.

Die Bibel des namibischen Nama-Führers Hendrik Witbooi, eingepackt auf dem Tisch, vor ihrer Rücksendung nach Namibia. (Foto: SWR, SWR - Foto: Silke Arning)
Die Bibel des namibischen Stammesführers Hendrik Witbooi, eingepackt auf dem Tisch, vor ihrer Rücksendung nach Namibia. SWR - Foto: Silke Arning

Es habe sich viel in der Politik im Zusammenhang mit dem Thema kolonialem Kulturerbe getan, resümiert de Castro im SWR2 Gespräch. Interessanterweise stehe aber die Rückgabe als Anliegen der Herkunftsländer nicht immer im Vordergrund: „Es wird zum Teil gewünscht, dass Objekte wirklich als Vermittler oder als Botschafter der eigenen Kultur hierbleiben.“

Rückgabe der Witbooi-Bibel in Windhoek, Namibia. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance / Reportdienste - Foto: Photoshot)
Der namibische Vizepräsident Nangolo Mbumba (links) und Bildungsministerin Katrina Hanse-Himarwa (Mitte) bei der Rückgabe der Bibel und einer Peitsche des namibischen Nationalhelden Hendrik Witbooi in Windhoek. picture-alliance / Reportdienste - Foto: Photoshot

Auch werde es gerne gesehen, dass die gemeinsame Geschichte anhand der Objekte hier erzählt wird, meint de Castro. Das sei vielen Vertreter*innen der Herkunftsgesellschaften wichtig. Der Leitfaden fördere die Partnerschaft und den Dialog mit den Herkunftsgesellschaften und sensibilisiere auch andere Museumsgattungen, in denen ja möglicherweise auch koloniale Objekte zu finden seien.

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