Ausstellung

Ottilie Roederstein im Städel Frankfurt – Erfolgreiche Malerin der Jahrhundertwende

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AUTOR/IN
Jan Tussing

Ottilie Röderstein gehörte um die Jahrhundertwende zu den erfolgreichsten Malerinnen ihrer Zeit – und das, obwohl Frauen in Deutschland nicht an staatlichen Schulen ausgebildet wurden . Das Frankfurter Museum widmet Ottilie Röderstein eine große Ausstellung unter dem Titel; „Frei. Schaffend“. Denn wie kaum einer anderen Frau ihrer Zeit gelang es Ottilie Röderstein, als freischaffende Künstlerin erfolgreich und unabhängig zu sein.

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Ausstellung „FREI. SCHAFFEND. Die Malerin Ottilie W. Roederstein“ im Städel Museum (Foto: Pressestelle, Städel Museum)
Ottilie W. Roederstein (1859–1937), Die Verlobten, 1897. Tempera auf Holz, 39,5 × 46,5 cm, Kunsthaus Zürich, 1897 Pressestelle Städel Museum Bild in Detailansicht öffnen
Ottilie W. Roederstein (1859–1937), Hanna Bekker vom Rath im Profil, 1923, Öl und Tempera auf Karton, 51,5 × 40 cm, Stadtmuseum Hofheim am Taunus Pressestelle Städel Museum Bild in Detailansicht öffnen
Ottilie W. Roederstein (1859–1937), Bildnis des Malers Jakob Nussbaum, 1909, Öl auf Leinwand, 86,5 × 61,5 cm, Städel Museum, Frankfurt am Main Pressestelle Städel Museum Bild in Detailansicht öffnen
Ottilie W. Roederstein (1859–1937), Selbstbildnis mit roter Mütze, 1894, Tempera auf Holz, 36 × 24 cm, Kunstmuseum Basel Pressestelle Martin P. Bühler Bild in Detailansicht öffnen
Ottilie W. Roederstein (1859–1937), Selbstbildnis mit Pinseln, 1917. Tempera auf Leinwand, 48 × 39 cm, Kunsthaus Zürich, Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, 1917 Pressestelle Städel Museum Bild in Detailansicht öffnen

Alle wollen von Ottilie Röderstein gemalt werden

Die Deutsch-Schweizerin zog mit ihrer Lebenspartnerin Elisabeth Winterhalter an den Main und etablierte sich in der männerdominierten Gesellschaft Frankfurts. „Sie sind in den Salons präsent, und präsentieren sich auch offensiv als Paar in der Stadt, was nicht heißen muß, dass sie lesbisch sind“ sagt Alexander Eiling, Kurator am Städel. Um die Jahrhundertwende will jeder von ihr gemalt werden, sagt Alexander Eiling, Kurator am Frankfurter Städel.

Ausstellung „FREI. SCHAFFEND. Die Malerin Ottilie W. Roederstein“ im Städel Museum (Foto: Pressestelle, Martin P. Bühler)
Ottilie W. Roederstein (1859–1937), Selbstbildnis mit roter Mütze, 1894, Tempera auf Holz, 36 × 24 cm, Kunstmuseum Basel Pressestelle Martin P. Bühler

Keine Ausbildung in Deutschland für Künstlerinnen

Aber welche Chancen hatte eine Frau im 19. Jahrhundert? Ottilie Röderstein wächst als Kind deutscher Eltern in der Schweiz auf und geht zur Ausbildung nach Paris. In Deutschland bleiben Frauen die Türen staatlicher Schulen verschlossen.

Gemeinsamen Pläne mit der Lebenspartnerin

Eine alleinstehende Frau hat in Deutschland im ausgehenden 19 Jahrhundert so gut wie keine Chancen. Frauen waren Bürger zweiter Klasse. Und sie müssen sich zusammentun und sie tut sich zusammen mit ihrer Lebensgefährtin die Ärztin werden will. Die treffen sich in Zürich und schmieden einen gemeinsamen Plan. Ich will Künstlerin werden, ich will Ärztin werden und als Elisabeth Winterhaller die Möglichkeit bekommt hier eine gynäkologische Praxis zu übernehmen in Frankfurt, ziehen sie nach Frankfurt, nehmen sich dieses Ortes an und besetzen sie ein Stückweit.

Der Erfolg ermöglicht ein großes Haus mit Atelier im Taunus

Ottilie Röderstein ist von der Geschichte des Städels und der Stadt Frankfurt nicht zu trennen. In den Räumen des Museums hängen dutzende Portraits der Frankfurter Bürgerschaft. Dem Who is Who der Stadt. Sie ist auch finanziell so erfolgreich, daß sie sich mit ihrer Freundin in Hofheim am Taunus ein großes Haus, ein Gärtnerhaus und ein Atelier leisten kann. In ihrem 50-jährigen Schaffen drückt sie der Stadt ihren Stempel auf.

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Jan Tussing