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Kunstmuseum Thurgau fragt mit Neuerwerbungen: Was ist gute Kunst?

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„Neue Kollektion“ — unter diesem Motto werden im Kunstmuseum Thurgau die Werke vorgestellt, die in den letzten vier Jahren für die Sammlung angekauft worden sind. Bewusst verhandelt das Haus damit die Frage, was heute unter qualitativer zeitgenössischer Kunst verstanden werden kann.

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Formal geschickt und inhaltlich aufgeladen

Alex Hanimann, selbst etablierter Künstler und Mitglied der Ankaufskommission, Professor an der Hochschule der Künste Zürich und Ende der 1980er Jahre Mitbegründer der Kunsthalle St. Gallen, hat darauf eine klare Antwort parat: „Wenn die Dinge formal geschickt gemacht sind und schön sind, aber da nichts inhaltlich passiert, ist das für mich Dekoration. Umgekehrt, wenn es zu verkopft ist und der Künstler, die Künstlerin wahnsinnig viel sagen wollen aber die Form nicht stimmt, dann ist es auch nicht auf dem Stand, den ich mir wünsche bezüglich Qualität.“

Kunstmuseum Thurgau (Foto: Pressestelle, Kunstmuseum Thurgau)
Richard Tisserand: „Kraftwerk 2", Hinterglasmalerei, Acryl auf Glas, 2018 Pressestelle Kunstmuseum Thurgau Bild in Detailansicht öffnen
Conrad Steiner: „Wellen IV", 2019, Öl auf Leinwand. Pressestelle Kunstmuseum Thurgau Bild in Detailansicht öffnen
Cécile Wick: „Nightflower", 2017, Chromoluxtinten auf Büttenpapier. Pressestelle Kunstmuseum Thurgau Bild in Detailansicht öffnen
Daniel V. Keller: „Sediments Now", 2017, Digitaldruck auf Dibond, Styropor, Epoxy, Stahl, Porzellan, Kunststoff, Lack. Pressestelle Kunstmuseum Thurgau Bild in Detailansicht öffnen
Christoph Rütimann: "Handlauf in See stechen Bodensee", 2009, Videoarbeit mit Rohrinstallation, 7 Minuten, 24 Sekunden. Pressestelle Kunstmuseum Thurgau Bild in Detailansicht öffnen
Othmar Eder: „Steinbruch", Klebbandspuren Fenster Transboavista – Lisboa, 2019, Bleistift auf Papier. Pressestelle Kunstmuseum Thurgau Bild in Detailansicht öffnen
Almira Medaric: „Krizevi", 2019, Farbpigmentdruck. Pressestelle Kunstmuseum Thurgau Bild in Detailansicht öffnen

Anspruch an gute Kunst

Markus Landert, Direktor des Kunstmuseums in der Kartause Ittingen, kuratiert die Schau mit den Neuerwerbungen. Bewusst will er zeigen, was mit den rund 100.000 Franken öffentlicher Gelder passiert, die jährlich zur Verfügung stehen und mit denen meistens 4 bis 5 Werke gekauft werden. Der Anspruch: Das „Beste“ soll für die Sammlung erworben werden.

Einzige Vorrausetzung: zeitgenössische Kunst mit Bezug zum Kanton Thurgau. Ansonsten ist das Haus auch für ungewöhnliche Präsentationsformen offen, erzählt Landert — wie etwa das riesengroße Aquarell der Künstlerin Lina Sommer, das sie auf einen 3 Meter hohen Holzrahmen gespannt hat.

Lebendiger Ausstellungsbesuch

Wenn die Besucher*innen die Leitfrage „was ist gute Kunst?“ beim Rundgang durch die Sammlung mitdenken, stellen sie bald fest: Es gibt keine objektiven Kriterien. Jede*r kann eigene, spannende Vorstellungen einbringen — dadurch wird der Museumsbesuch zu einer lebendigen Erfahrung.

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