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Stellen Sie sich vor, seit anderthalb Monaten hängt und steht eine große Anselm-Kiefer-Retrospektive und wartet auf Publikum. So ist es gerade in der Kunsthalle Mannheim: Die Eröffnung war für den November geplant, doch wann dieser „Ausstellungs-Hochkaräter“ nun zu sehen sein wird, bleibt ungewiss. Kunsthallendirektor Johan Holten erzählt von seinem Dilemma.

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Laufen durch die menschenleere Kunsthalle - „ein trauriges Gefühl“

„Ich laufe tatsächlich auch durch die leeren Räume ab und zu. Das ist ein etwas skurriles Gefühl. Wenn ich wüsste: Morgen strömen die Massen hier ein, dann wäre das ein schönes, luxuriöses Gefühl, alleine hier rumzulaufen. In Zeiten, wo ich noch nicht mal ein Datum dafür habe, wann das sein könnte, dann ist es in der Tat ein trauriges Gefühl.“

Johan Holten, Direktor der Kunsthalle Mannheim

Diese Anselm-Kiefer-Bilder sind immer noch nicht in Mannheim zu sehen:

Anselm Kiefer (Foto: Pressestelle, Anselm Kiefer)
Anselm Kiefer: Sefiroth, 2000, Sammlung Grothe Pressestelle Anselm Kiefer Bild in Detailansicht öffnen
Der fruchtbare Halbmond, 2010, Sammlung Grothe in der Kunsthalle Mannheim Pressestelle Anselm Kiefer Bild in Detailansicht öffnen
Der verlorene Buchstabe, 2011-2017, Kiefer-Sammlung Grothe im Franz Marc Museum Pressestelle Georges Poncet Bild in Detailansicht öffnen
Frauen der Antike, 2006, Sammlung Grothe in der Kunsthalle Mannheim, Pressestelle Wienand Verlag Bild in Detailansicht öffnen
Die Große Fracht, 1981/1996 - Sammlung Grothe in der Kunsthalle Mannheim Pressestelle Anselm Kiefer Bild in Detailansicht öffnen
Hortus Conclusus, 2014 - Sammlung Grothe im Franz Marc Museum Pressestelle Anselm Kiefer Bild in Detailansicht öffnen
Palmsonntag, 2007, Sammlung Grothe in der Kunsthalle Mannheim Pressestelle Charles Duprat Bild in Detailansicht öffnen
Portrait Anselm Kiefer Pressestelle Atelier Anselm Kiefer Bild in Detailansicht öffnen

Auch kein virtueller Einblick wird gewährt

Doch die Kunsthalle Mannheim gewährt nicht einmal online einen Einblick in die Ausstellung, bewusst, um die Chance zu bewahren, bei einer echten Eröffnung die Besucher wirklich anzuziehen.

„Wir kennen ja die Aufmerksamkeitsökonomie. Wenn wir vor vier Monaten über etwas berichtet haben und dann wird es März, bis wir öffnen können, dann haben wir Sorge, dass vielleicht einige vergessen haben, dass es da eine große neue Ausstellung gibt. Das wollen wir gerne verhindern. Wir warten damit, bis es auch tatsächlich so weit ist, dass wir die Ausstellung richtig  eröffnen können.“

Johan Holten, Direktor der Kunsthalle Mannheim

Die Kunst fehlt - erst recht, wenn sie hochkarätig ist

Johan Holten jongliert mit den Terminen. Die Ausstellung „Deltabeben“ endet am 24. Januar, obwohl sie nie vom Publikum vor Ort gesehen wurde. Im März folgt eine James Ensor Retrospektive, im Juli ein Großprojekt zum Thema Mutter und die Anselm-Kiefer-Ausstellung soll eigentlich am 6. Juni enden. Verschiebungen oder Verlängerungen der Ausstellungsdauern sind da aus logistischen Gründen schwierig.

Und die Kunst fehlt, erst recht, wenn sie hochkarätig ist. Das weiß auch Johan Holten und verrät dann doch noch ein wenig, was da in bleierner Zeit in Sachen Anselm Kiefer auf uns irgendwann zufliegt.

„Es ist uns gelungen, die Ausstellung vollkommen ohne Zwischenwände aufzubauen, weil wir die Großzügigkeit der Räume, wie sie architektonisch konzipiert sind, hier für diese Ausstellung ausspielen können“, erklärt Holten. Die zum Teil sehr großen Werke wurden ihm zufolge im Erdgeschoss, Obergeschoss und den Raum der Sammlung Grothe verteilt. So kann man Kiefer in der gesamten Kunsthalle Mannheim über alle Niveaus entdecken - sobald die Ausstellung endlich eröffnet worden ist.

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