Ausstellung

Zweidimensionaler Blick auf die Plastik: „Von der Fläche zum Raum“ in der Kunsthalle Mannheim

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AUTOR/IN
Eberhard Reuß

Die Mannheimer Kunsthalle besitzt eine exzellente Skulpturensammlung. Aber der Kurator der grafischen Abteilung des Hauses, Thomas Köllhofer, wollte schon immer eine zweidimensionale Perspektive auf die zeitgenössische Bildhauerei werfen. Das Resultat ist nun als Ausstellung zu sehen.

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Wie zeichnet ein Bildhauer?

Am Anfang reimt sich noch alles: Der klassischen Skulptur von Henry Moore fügt Thomas Köllhofer, Kurator der Ausstellung „Von der Fläche zum Raum. Bildhauerzeichnungen seit 1945“ eine Zeichnung und eine Druckgrafik hinzu.

Damit werde nicht nur deutlich, wie Moore plastisch gearbeitet hat, sondern man sehe auch anhand der Zeichnungen, „wie ein Bildhauer zeichnet“, so Köllhofer. Um Körperlichkeit erfahrbar zu machen, habe Moore ein Liniennetz um die Skulpturen gelegt, so Köllhofer: „Und das ist etwas anderes als bei Malern üblicherweise, die mit Schattierungen arbeiten (...) und sich darüber einem plastischen Körper nähern.“

Von der Fläche zum Raum. Bildhauerzeichnungen seit 1945 - Kunsthalle Mannheim (Foto: Pressestelle, © The Henry Moore Foundation. All Rights Reserved / VG Bild-Kunst Bonn 2022)
Henry Moore, Sitzende Frau mit Kind, 1957, Kunsthalle Mannheim Pressestelle © The Henry Moore Foundation. All Rights Reserved / VG Bild-Kunst Bonn 2022

Zeichnungen von Bildhauern als eigene künstlerische Gattung

Bildhauerzeichnungen erweisen sich in der Mannheimer Ausstellung als eigenständige künstlerische Gattung. Mit ihrer Hilfe wird zeitgenössische Kunstgeschichte vor Augen geführt.

Mit gut 100 Zeichnungen und Dokumenten lädt die Schau zu einer phantastischen Reise durch die Geschichte der zeitgenössischen Bildhauerei ein.

Von der Fläche zum Raum. Bildhauerzeichnungen seit 1945 - Kunsthalle Mannheim (Foto: Pressestelle, © VG Bild-Kunst, Bonn 2022)
Ben Muthofer, o.T., 1972, Kunsthalle Mannheim Pressestelle © VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Christo – einmal andersherum

Einer der Höhepunkte: eine große Christo-Zeichnung im Hochformat. Sie sieht aus wie eine insolvente Ladenpassage, alle Fensterscheiben und Türen sind von innen mit Papier verkleidet.

„Und er arbeitet mit dem eigentlich ganz typischen Moment: der Verpackung. Nur, dass er es umdreht: Die Verpackung ist dieses Mal nicht um ein Objekt herumgelegt, sondern in einen Flur hineingelegt.“

Von der Fläche zum Raum. Bildhauerzeichnungen seit 1945 - Kunsthalle Mannheim (Foto: Pressestelle, © 1970 Christo and Jeanne Claude Foundation and J. Paul Getty Trust / VG Bild-Kunst, Bonn 2022)
Christo, Corridor Store Front, 8/75 (Titel Original), 1966–67, Edition 8/75, Kunsthalle Mannheim Pressestelle © 1970 Christo and Jeanne Claude Foundation and J. Paul Getty Trust / VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Ausstellung Von Kriegsangst und Kopffüßlern – Kunsthalle Mannheim zeigt „Becoming CoBrA“

Die Mitglieder kamen aus verschiedenen Ländern Europas, der Zweite Weltkrieg war das zentrale Thema ihrer avantgardistischen Kunst: Die Künstler*innen es Kollektivs „CoBrA“ hatten keinen einheitlichen Stil, dafür aber gemeinsame Ideale und die Hoffnung, bald wieder frei und in Frieden leben und arbeiten zu können. Die Mannheimer Kunsthalle widmet ihnen eine Ausstellung.

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Medienkunst über NTFs „CryptoGallery #ONE“ – Mit dem Avatar die Luxuswohnung der „Cryptoqueen“ besuchen

Der Künstler Christoph Faulhaber hat für die Kunsthalle Mannheim die „CryptoGallery #ONE“ gestaltet. In dem digitalen Ausstellungsraum hat er die Londoner Immobilie der deutsch-bulgarischen Milliardenbetrügerin Ruja Ignatova nachempfunden, die vom FBI gesucht wird.

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Die Stadt als Leinwand: Das Streetart-Duo SOURATI

Streetart muss nicht auffällig und bunt sein. Es geht auch leise und poetisch. Das zeigt das Mannheimer Kunst-Duo SOURATI mit seinen großformatigen Kunstwerken an Hauswänden.

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Ausstellung Stöckelschuh trifft Designerstuhl – Ein Hauch von Christo im Museum Boppard

Die österreichische Künstlerin Uta Belina Waeger schafft nicht einfach Kunstwerke, vielmehr interveniert sie gerne in Räumen, Gängen und Treppen. Auf dem Flohmarkt gefundene ausrangierte Designermöbel wie die legendären Thonetstühle werden bei ihr zu Schaufensterpuppen ohne Gesicht, zu großen Haifischmäulern oder einem Notenschlüssel. Jetzt ist ihre Kunst im Museum Boppard zu sehen.

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13.9.2021 Der verhüllte Triumphbogen – Christos letzte Verpackung

13.9.2021 | Der fertig verhüllte Triumphbogen in Paris. Das war der Traum des Künstlerpaars Christo und Jeanne-Claude. In ihrem Leben haben sie schon alles mögliche verpackt: den Reichstag, einen Küstenabschnitt in Australien, in Paris auch den Pont Neuf. Die Verhüllung des Triumphbogens planten sie schon 1962, mussten ihn aber immer wieder verschieben. Schließlich haben sie die Realisierung nicht mehr erlebt. Jeanne-Claude ist 2009 gestorben, Christo 2020. Das Projekt hat Christos Neffe Wladimir Jawaschew vollendet. Es ist der 13. September 2021, die Menschen strömen bereits zum Triumphbogen, denn bis Anfang Oktober können sie sogar auf dem Dach über die Stoffbespannung laufen. Stefanie Markert verfolgt das spektakuläre Ausrollen der Stoffbahnen. | #jetztschonhistorisch | http://swr.li/triumphbogen

Gespräch Christo und Jeanne-Claude: Werkschau in Düsseldorf beleuchtet das Schaffen des weltbekannten Künstlerpaars

Als Verhüllungskünstler kennt man Christo und Jeanne-Claude auf der ganzen Welt. Die Werkschau im Kunstpalast Düsseldorf erkundet, wie aus dem bulgarischen Geflüchteten und der Pariser Bürgerstochter das vielleicht bekannteste Künstlerpaar des 20. Jahrhunderts wurde. Auch wenn das Paar den Schaffensprozess gemeinsam gestaltet habe – Christos gestalterische Tätigkeit sei oft im Vordergrund gestanden, sagt Co-Kuratorin Marie-Sophie Sümmermann in SWR2.

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Eberhard Reuß