Ausstellung

Vinyl lebt! – „Cover Art” auf Schallplatten in der Galerie Stihl Waiblingen

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AUTOR/IN
Tobias Ignée

Die Ausstellung „Cover Art” in der Galerie Stihl Waiblingen zeigt, dass die Schallplatte seit einigen Jahren ein Revival feiert. Teil dieses Trends sind die vielen herausragenden Plattenhüllen von internationalen Covergestalter*innen, die mit ihren Ideen die Kartonhülle zum Kunstobjekt gemacht haben.

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Alex Steinweiss, Pionier der Covergestaltung bei Columbia Records

Das Cover, mit dem die Platte der der Broadwaykomponisten Richard Rodgers und Lorenz Hart 1940 beworben wurde, zeigt die Leuchtreklame eines Lichtspieltheaters, die auf ein Konzert von Rodgers hinweist. Entworfen hat es Alex Steinweiss, der für Columbia Records arbeitete und als Pionier der Covergestaltung gilt.

Das Cover der Platte "Thou Swell" von Rodgers & Hard (Foto: Pressestelle, Columbia Record)
Cover für die Broadwaykomponisten Richard Rodgers und Lorenz Hart 1940 von Axel Steinweiss Pressestelle Columbia Record

Fast 3000 Cover hat Steinweiss in seiner Karriere illustriert, wobei es ihm immer drum ging, Musik und Töne ansprechend zu visualisieren. Etwa seine Idee, Beethovens 5. Klavierkonzert auf dem Cover zu kommentieren.

Hunderte von Plattencover aus Privatsammlungen zusammengetragen

Kuratorin Anja Gerdemann hat für die Ausstellung in Waiblingen hunderte von quadratischen Kartonhüllen zusammengetragen. Sie stammen aus Privatsammlungen und Archiven aus den USA, Spanien, Niederlande und Deutschland.

Plattencover „Revolver" von den Beatles (Foto: Pressestelle, Klaus Voormann)
Das Plattencover „Revolver" von den Beatles wurde vom Grafiker Klaus Voormann entworfen. Pressestelle Klaus Voormann

Zu sehen ist auch das Cover des Revolver-Albums der Beatles, das John Lennon 1966 beim Grafiker Klaus Voormann beauftragt hatte. Die beiden kannten sich aus der Hamburger Zeit. Er sollte eine Brücke von den frühen eingängigen Songs der Beatles zur psychedelischen Phase schlagen.

Vormann hörte sich den Song „Tomorrow Never Knows“ an und entwarf eine surreale Schwarzweißcollage aus Grafiken und Fotos. Im Zentrum steht das Markenzeichen der Band – die Haare. „Viel Geld bekam Voormann zwar nicht von den Beatles, aber immerhin einen Grammy in der Kategorie „Bestes Album Cover“.

Das Cover der Platte "Autobahn" von Kraftwerk (Foto: Pressestelle, Philips)
Das Cover der Kraftwerk-Platte "Autobahn" von Emil Schulte Pressestelle Philips

Zum Who is who der Coverkünstler gehört auch Emil Schulte, der zeitweise auch Mitglied der Elektro-Pop-Band Kraftwerk war: zu sehen ist sein zeitloses Cover der legendären Platte „Autobahn“.

Begehbarer Plattenladen mit 3000 Exemplaren vom „White Album“ der Beatles

Das Herzstück der Ausstellung ist die Installation „We buy white Albums“. Ein 50 Quadratmeter großer begehbarer Plattenladen mit 3000 Exemplaren des Beatles-Albums, die der US-amerikanische Künstler Rutherford Chang auf Flohmärken und im Internet aufgetrieben hat. Zum Sound einer Musik-Collage der Titel des Weißen Albums kann der Besucher hier stöbern.

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