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Kein Künstler hat Stuttgart so geprägt wie Otto Herbert Hajek (1927-2005). Mit seinem Erbe aber tut die Stadt sich schwer, das zeigt der Umgang mit seinem Wohnhaus in allerbester Halbhöhenlage.

Hajek-Haus (Foto: Pressestelle, Urban Hajek)
Die Hajek-Villa am Hasenberg in besseren Zeiten. Pressestelle Urban Hajek Bild in Detailansicht öffnen
Die Hajek-Villa mit dem Atelieranbau heute Zur Verfügung gestellt von Urban Hajek Bild in Detailansicht öffnen
Die leerstehende Villa samt Garagenanbau aus den 1960er Jahren. Susanne Kaufmann Bild in Detailansicht öffnen
Die Hajek-Villa vom Skulpturenpark aus gesehen Susanne Kaufmann Bild in Detailansicht öffnen
Das Atelier einst... Pressestelle Urban Hajek Bild in Detailansicht öffnen
... und heute - mit HAJAK Grafiti. Der Kulturamtsleiter der Stadt Stuttgart hat Kritik am Umgang mit dem Erbe des Malers, Grafikers und Bildhauers Otto Herbert Hajek von sich gewiesen. Im SWR2 Journal am Mittag sagte Gegenfurtner: „Ich wüsste nicht, was die Stadt sich vorzuwerfen hätte. Ich würde sagen, dass wir nicht wenig tun. Da sehe ich kein Defizit.“ Zur Verfügung gestellt von Urban Hajek Bild in Detailansicht öffnen
Wohnzimmer mit dem von Hajek selbst entworfenen Teppichboden. Pressestelle Urban Hajek Bild in Detailansicht öffnen
Aus Sicht des Denkmalamtes wäre der Erhalt des Teppichbodens "erwünscht" gewesen. Zur Verfügung gestellt von Urban Hajek Bild in Detailansicht öffnen
Teilansicht des Schlafzimmers einst... Pressestelle Urban Hajek Bild in Detailansicht öffnen
... und jetzt Zur Verfügung gestellt von Urban Hajek Bild in Detailansicht öffnen
Das Esszimmer, so wie die Erben den Zustand dokumentierten... Pressestelle Urban Hajek Bild in Detailansicht öffnen
... und heute Zur Verfügung gestellt von Urban Hajek Bild in Detailansicht öffnen
Die damalige Bibliothek Pressestelle Urban Hajek Bild in Detailansicht öffnen
Blick durch eine einstige Wand der Küche - der Erhalt ihrer Gestaltung war laut Denkmalamt eigentlich "erwünscht" Zur Verfügung gestellt von Urban Hajek Bild in Detailansicht öffnen

Nach Hajeks Tod erstand ein Unternehmer die unter strengem Denkmalschutz stehende Villa und nahm ohne Genehmigung Eingriffe in die Substanz vor. Die Stadt forderte den Rückbau, es kam zum Prozess. Währenddessen verfällt das Gebäude weiter. Der Schaden: unwiederbringlich.

Wenn zwei sich streiten – ist der Verlierer die Kunst.

Stuttgart

Denkmalschutz Rückbau in Halbhöhenlage: Stuttgart und der Umgang mit Otto Herbert Hajeks Erbe

Stuttgart tut sich schwer mit dem Erbe von Otto Herbert Hajek. Das zeigt sich exemplarisch am Umgang mit der Villa, die der Künstler selbst gestaltet hat. Obwohl das Gebäude unter Denkmalschutz steht, ließ der heutige Besitzer es umfangreich entkernen. Zuletzt beschäftigte sich der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg mit diesem Fall. Die Stadt Stuttgart möchte sicherstellen, dass nun wenigstens die Hülle noch erhalten bleibt. Derweil bildet sich eine neue Allianz von Unterstützern für Hajeks Werk.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Stuttgart

Gespräch Stuttgarter Kulturamtsleiter Marc Gegenfurtner: Kein Defizit in der Verwaltung des Erbes von Otto Herbert Hajek

Der Kulturamtsleiter der Stadt Stuttgart hat Kritik am Umgang mit dem Erbe des Malers, Grafikers und Bildhauers Otto Herbert Hajek von sich gewiesen. Im SWR2 Journal am Mittag sagte Gegenfurtner heute: „Ich wüsste nicht, was die Stadt sich vorzuwerfen hätte. Ich würde sagen, wir nicht wenig tun. Da sehe ich kein Defizit.“
Jährlich würde Stuttgart 26 000 Euro zur Pflege der Arbeiten des Künstlers in die Hajek-Stiftung einzahlen. Zudem kenne er im internationalen Vergleich keinen Künstler und keine Künstlerin, die so präsent in einer Stadt wären, wie es Hajek in Stuttgart sei. Was den Umgang mit der unter Denkmalschutz stehenden Stuttgarter Villa des Künstlers betrifft, verwies Gegenfurtner auf den (Privat)Besitzer des Hauses. „Man geht davon aus, dass jemand, der sich ein Denkmal kauft, das auch respektiert“, betonte der Stuttgarter Kulturamtsleiter. In der Sache könne er sich vorstellen, dass die Stadt auf den Besitzer zugehe, um einen konstruktiven Dialog anzustoßen und das Hajek-Haus als „denkmalgeschützten Kulturort“ zu erhalten. Darüberhinaus könne möglicherweise das Marketing der Stuttgarter Hajek-Werke verbessert werden. „Ich kann mir vorstellen, dass man das mit zeitgenössischen Mitteln macht, die über Flyer hinausgehen, um die Kunst im öffentlichen Raum so aufzuwerten“. Was die Diskussion um ein fehlendes Gesamtkonzept der Stadt Stuttgart für die Kunst im öffentlichen Raum angeht, sagte Gegenfurtner, das müsse gemeinschaftlich im Kontakt mit Verbänden und Fachleuten passieren. Auch in Hinblick auf die Internationale Bauausstellung, die 2027 in Stuttgart stattfinden soll, sei er aber zuversichtlich: „Ich glaube, dass es zu Lösungen kommen wird, die der wachsenden und sich entwickelnden Stadt entsprechen.“  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Stuttgart

Kommentar Ein Versäumnis der Stadt: Das Stuttgarter Kino Metropol soll zur Boulderhalle werden

Aus Stuttgarts wichtigstem Festivalkino, dem Metropol, soll eine Boulderhalle werden. Im denkmalgeschützten Gebäude – dem alten Bahnhof – soll dann bald geklettert werden, statt mutig produzierten und augenöffnenden Festivalfilmen eine öffentliche Bühne zu bieten. Im November mussten die Besitzer des Kinos Metropol ihren Vertrag beim Immobilienbesitzer Union Investment kündigen, weil sie ihn sich nicht mehr leisten konnten. Damals wie heute reagiert die Stadt überrascht und gibt sich enttäuscht über die Entwicklungen. Nur: Sie hat keineswegs eine weiße Weste in dieser Sache.  mehr...

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