Kunst und Ausstellung

Überdimensionale Wandgemälde – Das Streetart-Projekt Muralu in Ludwigshafen

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Wandmalereien haben eine extrem lange Tradition. Inzwischen sind sie nicht mehr nur in Höhlen zu finden, sondern auch auf den Wänden unserer Häuser. Seit drei Jahren lädt das Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen international bekannte Street-Art-Künstler ein, Kunst in die Stadt zu bringen. Die Kunstwerke sind der Witterung und baulichen Veränderungen ausgesetzt - nichts ist hier für die Ewigkeit. Aber die Gemälde sind ein Lichtblick im städtischen Grau und bringen Kunst in den Alltag.

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Eine leuchtende Hausfassade fällt ins Auge

Es gießt wie aus Kübeln, man sieht kaum die rote Ampel und doch bleibt durch den Wasserschleier der Blick sofort an einem riesigen Bild hängen – an der Kreuzung Hochfeldstrasse/Raschigstrasse in der Ludwigshafener Gartenstadt leuchtet eine Hausfassade gelb, grün und orange.

MURALU (Foto: SWR, Martina Conrad)
Die Bezeichnung setzt sich aus dem englischen „Mural“ (= Wandgemälde) und „LU“ (=Ludwigshafen) zusammen. Auch internationale Street Art-Künstler*innen werden eingeladen, ausgewählte innerstädtische Wandflächen zu gestalten. Martina Conrad Bild in Detailansicht öffnen
In der Hochfeldstraße 135 hat der aus Apulien stammende Künstler, Agostino Iacurci, in seinem minimalistischen Stil eine kolossale Dattelpalme im Blumentopf über die gesamte Hausfassade wachsen lassen. Titel der Wandarbeit „Palmen am Rhein“. Martina Conrad Bild in Detailansicht öffnen
Die Gartenstadt in Ludwigshafen wird immer „bunter“. Martina Conrad Bild in Detailansicht öffnen
Stadt Ludwigshafen Pressestelle Stadt Ludwigshafen, Martin Hartmann Bild in Detailansicht öffnen
Das österreichische Künstlerduo Video.Skre, bestehend aus Julia Heinisch und Frederic Sontag, mit seiner „Mural“: In einem Geflecht aus exotischen Pflanzen und verschlungenem Geäst breiten tropische Meeresvögel, zwei Blaufußtölpel, ihre Flügel aus. Martina Conrad Bild in Detailansicht öffnen

Man möchte nur ungern das Auto verlassen, aber selbst bei dem derzeit trostlosen Sommer ist dieses Gemälde ein Lichtblick. Der Künstler hat es gerade vor dem großen Regen fertiggestellt.

Prominente Platzierung an einer zentralen Verkehrsachse

Das vierstöckige Mietshaus in der Ludwigshafener Gartenstadt steht nicht nur an einer zentralen Verkehrsachse ins Zentrum, sondern hier halten auch permanent Busse und Schüler laufen vorbei.

Gut 10m hoch und wohl an die 7m breit ist das Symbol für Sonne, Urlaub, gute Stimmung. Auch die globale Erderwärmung ist kaum zu übersehen und das soll auch so sein.

Es gibt neuerdings in Ludwigshafen an Hauswänden abstrakte, phantastische und realistische Arbeiten. Da badet z.B. eine junge Dame in einer Kaffeetasse, dort ist eine grüne Unterwasserwelt entstanden.

Förderung durch eine Wohnbaugesellschaft und die BASF

Die bisher entstandenen Wandgemälde sind vorwiegend in Wohngebieten verteilt, denn eine große Wohnbaugesellschaft unterstützt das Streetart-Projekt, die BASF fördert es mit 130.000 Euro.

Die internationalen Künstler aus Spanien, Polen oder Griechenland erhalten Material und Honorar. Bei Dauerregen aber machen auch sie eine Pause.

2018 ist das erste Wandbild am Ludwigshafener Hafen entstanden, eine abstrakte Arbeit des namhaften amerikanischen Künstler Augustine Kofie in dynamisch-abstraktem Stil, für den er in der Street Art Szene weltbekannt ist. Graffitis des aus Los Angeles stammenden Kofie, dessen Arbeiten Einflüsse der Straßenkultur, Kunstgeschichte und futuristischer Filmdesigns vereinen, sind unter anderem in großen Metropolen wie Paris, Boston, Marrakesch und London zu sehen.

Die Industriestadt verändert sich permanent auf der Suche nach neuer Lebensqualität. Hier, wo seit mehr als 60 Jahren Gastarbeiter aus aller Welt ein Zuhause gefunden haben, fördert dieses international angelegte Streetart-Projekt eine gemeinsame Kultur ohne Sprachbarrieren.

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