Gespräch

Thomas Trummer über sein Buch „Bilder in der Pandemie“: Neue Details in vertrauten Kunstwerken

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In Corona-Zeiten ändert sich auch die Wahrnehmung von Kunst

Die Corona-Krise lehrt uns, dass das Sehen die Bilder macht. Im Gespräch mit SWR2 hat der Direktor des Kunsthaus Bregenz, Thomas Trummer auf die situative Abhängigkeit von Kunstwahrnehmung hingewiesen. Sehen sei weniger objektiv und empirisch als sein Ruf, so der Kunstexperte.

In der Kunst sei in Corona-Zeiten die selbe Erfahrung zu beobachten wie im Alltag, nämlich, „dass Vertrautes entzieht und neu bewertet werden muss“. Wenn man sich in der Pandemie vertraute Kunstwerke anschaue, würden sich plötzlich neue Details in den Vordergrund schieben, so Trummer.

Figur mit Mund-Nasenschutz auf einem Cranach-Bild?

Als Beispiele nannte er ein Bild von Lucas Cranach, auf dem er plötzlich eine Figur mit Mund-Nasenschutz wahrgenommen hätte. Das Gemälde „Judaskuss“ von Giotto lasse sich in diesen Zeiten gewissermaßen als Infektionsgeschehen interpretieren - als „Ansteckung mit dem Bösen“.

Thomas Trummer hat aus seinen Beobachtungen das Buch „Bilder in der Pandemie" gemacht. Insgesamt habe er aus dem Projekt gelernt, "dass unser Sehen die Bilder macht.“ „Wir sollten auf uns hören und das Schauen, das wir nach außen richten, auch nach innen wenden.“ Nur das könne uns zeigen, wie sehr wir uns durch die Pandemie geändert hätten und was das alles mit uns selbst und dem Zusammenleben der Menschen macht.

Stuttgart

Ausstellung Fotograf Lutz Schelhorn zeigt „Fotos im Fenster“im Leonhardsviertel Stuttgart

Der Stuttgarter Fotograf Lutz Schelhorn zeigt in Schaufenstern und Vitrinen des Altstadtviertels um die Leonhardskirche Bilder aus seinen Serien über Stuttgart. Über diese Bilder sagt der Stuttgarter Autor Joe Bauer im SWR2 Gespräch: „Wenn man sich ein klein wenig damit beschäftigt, hat man schon viele Filme und Romane im Kopf.“  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Friedrichshafen

Gespräch Was verbindet Staaten, Grenzen und Freiheit? Die Online-Ausstellung „Beyond States“ gibt Antworten

„Nationale Grenzen haben schon vor der Corona-Krise mehr an Bedeutung gewonnen. Andererseits können wichtige Fragen nur supranational gelöst werden“, erklärt Claudia Emmert, Direktorin des Zeppelin Museums Friedrichshafen im Gespräch mit SWR2. Die Corona-Krise habe diese gegenläufigen Tendenzen nur verschärft. Beispiele sind Diskussionen um Grenzschließungen in der EU, aber gemeinsame Impfstoffbeschaffung. Über das paradoxe Verhältnis von Grenzen und Freiheit will dort die Ausstellung „Beyond States“ nachdenken.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Ausstellung Der Meistermaler des Faltenwurfs: François Boucher in der Kunsthalle Karlsruhe

François Boucher hat es wie kaum ein anderer verstanden, Stoffe so zu malen, dass man meint, sie rascheln zu hören. Nicht nur auf dem berühmten Portrait der Madame Pompadour in ihrem pompösen Kleid. Auch auf mehreren anderen Gemälden, die bald in der Karlsruher Ausstellung zu sehen sein werden, finden sich bauschende Röcke, wallende Vorhänge, kunstvoll drapierte Schleifen und Bänder in den Frisuren der Frauen. Dem Thema „Stofflichkeit“ soll dort ein ganzes Kapitel gewidmet werden. Auch in seinen Zeichnungen beschäftigt sich François Boucher mit der Darstellung von Stoffen – manche wirken geradezu wie Mode-Studien. Die Ausstellung in der Kunsthalle Karlsruhe startet sobald die Museen wieder öffnen dürfen.  mehr...

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