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Fünf Künstler*innen hinterfragen mit ihren Arbeiten das eigene Wohlbefinden und damit auch stereotype Antworten auf die beliebte Frage: Wie geht es dir?

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Verweise auf Körperkult, Schönheit und die Wahrnehmung des Körpers

Zwischen Planschbecken, Sportbad und bunten Handtüchern glitzern in der Sonne auf der Wiese riesige silberne Skulpturen. Erst bei genauerer Betrachtung erkennt man ein überdimensionales Bein, ein Auge, ein Arm.

Kunst im Bad (Foto: SWR, Martina Conrad)
Eine Waschmaschine als Installation - Der „Dreck“ muss nicht weg, er gehört zum Kunstwerk von Benedikte Bjerre Martina Conrad Bild in Detailansicht öffnen
Kunst am laufenden Meter - Videoinstallation von Hannah Black im Turm der Kunsthalle Mainz Martina Conrad Bild in Detailansicht öffnen
Das Leben ist ein schmaler Grat – Tryptichon von Hannah Black für die Ausstellung „Eigentlich geht’s mir gut“ in der Kunsthalle Mainz Martina Conrad Bild in Detailansicht öffnen
Wer will kann den Satz vollenden - Inspiration zum Denken von Hannah Black Martina Conrad Bild in Detailansicht öffnen

Johannes Büttner hat aus schmalen Aluminiumstreifen die Formen des menschlichen Körpers nachgebildet. Der erste Verweis auf Körperkult und Schönheit, beides spielt bei den Exponaten der Schau „Theoretisch geht’s mir gut“, eine Rolle.

Etwas entfernt vom Rummel an den Schwimmbecken eine Sound-Installation: Versteckt in einem Baum von Samantha Bohatsch – es geht um zwei Menschen in der Sauna, um die sinnliche Wahrnehmung des Körpers. „Theoretisch geht’s mir gut“, allein schon die Wortwahl relativiert die Aussage.

Befindlichkeiten werden oft ignoriert und verdrängt

In einer Gesellschaft, in der Leistung zählt, werden Befindlichkeiten oder Krankheiten oft ignoriert, übergangen und verdrängt. Ein Ansatz, mit dem sich derzeit viele Künstlerinnen und Künstler auseinandersetzen, sagt Kuratorin Lina Louisa Krämer: „Es ist schon noch mehr als der Körper, als etwas Physisches im Raum, den wir performen. Es geht schon auf eine geistige Ebene, die hinterfragt: Wie denken wir eigentlich? Wer bestimmt unser Denken und von was ist das abhängig? Das finde ich einen ganz spannenden Moment, den ich auch bei mir merke, dass ich mich von meiner Umwelt abhängig mache. Das war eine Überlegung: wie kann man das repräsentieren in der Kunst.“

Privates und Öffentliches vermischen sich immer mehr

Benedikte Bjerre hat im Turm der Kunsthalle eine Waschmaschine aufgestellt, beklebt mit braunen Objekten, die sich als Windeln entpuppen. An der Wand hängt eine Holzplatte – in Zeiten der Pandemie war der Tisch Dreh- und Angelpunkt von Arbeit und Familie.

Diese Objekte symbolisieren, dass sich Privates und Öffentliches im heutigen Leben immer mehr vermischen, was natürlich auch auf die eigene Befindlichkeit Einfluß hat. Doch was davon dringt nach außen? Was offenbaren wir unserer Umwelt?

Hannah Black schildert in einer Videoarbeit die Glamourwelt der Bodybuilder, offenbart aber gleichzeitig in Internetforen die Selbstzweifel der Menschen hinter dem schönen Schein.

An diesem Format muss noch gearbeitet werden

Die Ausstellung „Theoretisch geht’s mir gut“ funktioniert hervorragend im Turm der Mainzer Kunsthalle, hier bleibt Raum und Zeit sich mit den Multimediawerken auseinanderzusetzen, zu reflektieren.

Im Freibad Taubertsberg allerdings gibt es keine Aufmerksamkeit für die eher stillen Arbeiten, zur Eröffnung am Wochenende kamen gerade mal 30 Gäste und die Schwimmer*innen und planschenden Kinder waren mit anderem beschäftigt. Schade, aber an diesem Format muss noch gearbeitet werden, wenn die Kunst öffentlich präsenter werden soll.

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