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Der deutsche Kolonialismus – er fand nicht nur in afrikanischen Ländern statt, sondern auch in Deutschland. Zum Beispiel in Stuttgart und in Württemberg. Die Geschichte des eigenen Hauses will das Linden-Museum nun aufarbeiten.

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So war zum Beispiel Karl Graf von Linden, der Gründer des Museums, nie selbst in den Kolonien, hatte sich aber kistenweise Material wie Masken, Schmuck und Pfeile nach Stuttgart schicken lassen.

Schwieriges Erbe (Foto: Pressestelle, Dominik Drasdow, Linden-Museum Stuttgart)
Eine Inszenierung zeigt den Gründer des Museums, Karl Graf von Linden. Pressestelle Dominik Drasdow, Linden-Museum Stuttgart

Das Erbe des Kolonialismus wirkt bis heute nach, erklärt die Museumsdirektorin Ines de Castro im Gespräch mit dem SWR:

„Das gehört zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung, sich gemeinschaftlich diesen Fragen zu stellen.“

Ines de Castro, Museumsdirektorin
Schwieriges Erbe (Foto: Pressestelle, Harald Völkl, Linden-Museum, Stuttgart)
Das Portal wurde vom Bildhauer Gustav Adolf Bredow für den Neubau des Museums 1911 angefertigt. Beim Wiederaufbau wurde es leicht verändert. Heute noch zu sehen sind die Figuren, die zwei Menschen aus Neuguinea (links oben) bzw. aus Afrika (rechts oben) darstellen sollen, sowie das umlaufende Reliefband mit süd- und mittelamerikanischen Ornamenten. Das Portal symbolisierte die frühen Sammlungsbereiche des Museums, als problematisch ist die stereotype Darstellung der Figuren anzusehen. Pressestelle Harald Völkl, Linden-Museum, Stuttgart Bild in Detailansicht öffnen
Die Ausstellung möchte Einblick in die verschiedenen Blickwinkel des Kolonialismus geben. Silke Arning Bild in Detailansicht öffnen
Die erste Dauerausstellung des Linden-Museums Stuttgart fand in der Gewerbehalle Stuttgart ca. 1889 statt. Pressestelle Linden-Museum Stuttgart Bild in Detailansicht öffnen
Zentral für die Ausstellung sind kritische Distanz und Multiperspektivität, um Kolonialgeschichte nicht einseitig oder gar nostalgisch aus der Sicht württembergischer Akteure nachzuerzählen. Silke Arning Bild in Detailansicht öffnen
Die Landesgeschichte im Kontext des Kolonialismus zu betrachten und die vielen Querverbindungen zwischen Institutionen, Personen und Ereignissen herauszuarbeiten, ist ein neuer Ansatz. Silke Arning Bild in Detailansicht öffnen
Verantwortung bewusst machen: Nachwirkungen des Kolonialismus sind heute noch stark spürbar, wie in einer Werbung eines jungen Modeunternehmens für eine dreifarbige „Sklaven-Sandale“ deutlich wird. Silke Arning Bild in Detailansicht öffnen
Der Kurator der Ausstellung ist Provenienzforscher Markus Himmelsbach. Silke Arning Bild in Detailansicht öffnen
Angelehnt an die Idee der Werkstatt sind Besucher*innen der Ausstellung aufgefordert, Fragen zu beantworten, eigene Gedanken oder Kritik festzuhalten und ihr Wissen einzubringen oder zu hinterfragen. Silke Arning Bild in Detailansicht öffnen

Gespräch Debatte um koloniales Erbe: Es bleibt bei guten Absichten

Einerseits sei schon ein neues Problembewusstsein im Umgang mit kolonialem Erbe zu erkennen, meint Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland zum Umgang mit Kolonialismus und Objekten aus der Kolonial-Zeit in deutschen Museen. Andererseits jedoch sei in den ganz praktischen Schritten, wenn es beispielsweise um Restitution ginge, immer noch erkennbar, dass die Täter*innen weiterhin bestimmten, wie die Rückgabe auszusehen habe.  mehr...

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Lindenmuseum Stuttgart

Zur Ausstellung "Schwieriges Erbe. Linden-Museum und Württemberg im Kolonialismus" bietet das Linden-Museum auf Youtube ein Werkstattgespräch am 13. Januar 2021 ab 19:30 Uhr an.  mehr...

Kommentar Debatte um historische Denkmäler: Keine Selbstjustiz beim Abriss

Auch in Deutschland tobt die Debatte zur Frage, ob historische Denkmäler abgerissen werden sollen, wenn sie Rassismus und Kolonialismus verherrlichen. Doch wie weit trägt ein „Aus den Augen - aus dem Sinn“ intellektuell?
Rainer Volk argumentiert, dass Denkmäler auch die Irrtümer der Geschichte aufzeigen können und es darauf ankommt, sie in ihren Kontext zu setzen.  mehr...

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