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Ein Laokoon, der nicht wie aus der Mythologie bekannt von einer Schlange, sondern von einem wild gewordenen ICE gequält wird, ist die Hauptfigur des neun Meter hohen S21-Denkmals von Peter Lenk. Der Bildhauer wirft in seinem neuesten Werk einen satirischen Blick auf das umstrittene Stuttgarter Bahnprojekt.

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Szenen mit rund 160 Figuren erzählen etwa vom Schwarzen Donnerstag oder von einem überfluteten unterirdischen Bahnhof, der als Schwimmbad genutzt wird. Wie bei Lenk typisch tragen viele der Protagonist*innen bekannte Gesichter von Politiker*innen, Stuttgart-21-Gegner*innen und Bahnmanagern – Laokoon etwa ist der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Das Denkmal wird vor dem Stuttgarter Stadtpalais, direkt an der B14 aufgestellt und ergänzt damit die temporäre Skulpturengalerie. Ende September genehmigte die Stadt diese prominente Stelle.

Auch wenn sich der scheidende Oberbürgermeister wohl etwas schwer damit tat, meint Lenk. Aber eine Absage wäre ihm wohl nicht gut zu Gesicht gestanden, so er Bildhauer – immerhin haben 860 Menschen für dieses Denkmal insgesamt 130.000 Euro gespendet.

Der Transport und das Aufstellen von Peter Lenks Laokoon-Gruppe am Stuttgarter Stadtpalais (Foto: SWR, SWR2 / Ida Hinterholzinger)
Peter Lenks Laokoon-Gruppe wird zum Stuttgarter Stadtpalais transportiert SWR2 / Ida Hinterholzinger Bild in Detailansicht öffnen
S21 Statue von Peter Lenk Felix Kainzbauer Bild in Detailansicht öffnen
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Bis März kommenden Jahres bleibt Lenks Denkmal an dieser Stelle zu besichtigen, dann läuft die Genehmigung für die Aufstellung ab.

"Chronik einer Entgleisung" Peter Lenk arbeitet an „Stuttgart 21“-Denkmal

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