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Raumfahrtreste und Sputnikspuren im Alltag der Ex-UdSSR, gesehen vom Fotografen Dieter Seitz

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Der Soziologe und Fotograf Dieter Seitz untersucht in Bild und Text das Erbe der sowjetischen Raumfahrt im heutigen Alltag der Ex-UdSSR.

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Spuren der sowjetischen Raumfahrt in der Mentalität des Kulturraums

Mit seinem doppelten Sensorium der Welterkundung hat sich der gebürtige Stuttgarter Dieter Seitz seit den 90er Jahren intensiv mit dem Erbe der Sowjetunion befasst. Zehntausende Kilometer legte er bei seinen Recherchen zurück, meist in der Peripherie des untergegangen Imperiums, etwa den schier endlosen Steppen Kasachstans.

In seinem Projekt „Cosmic Culture“ untersucht Seitz, welche Spuren der frühe Coup der sowjetischen Raumfahrt in Alltag und Mentalität dieses Kulturraums hinterlassen hat.

1957 war Sputnik war der erste von Menschen gebaute Flugkörper im Orbit - im Westen ein Schock, aber auch für viele in der Sowjetunion eine große Überraschung.

Die Architektur der Ex-Sowjetunion verweist noch heute auf die Raumfahrt

Dann brachte die UdSSR auch noch den ersten Menschen ins All, und heil zurück auf die Erde - Juri Gagarin, vor sechzig Jahren. Logisch, dass die politische Führung diesen welthistorischen Triumph nach allen Regeln der Propaganda nutzte, um die Überlegenheit des Sozialismus zu beweisen.

Dass die Raumfahrt den Alltag der Ex-Sowjetunion bis heute prägt, belegt Dieter Seitz mit beindruckenden Bildern. In jeder größeren Stadt gibt es Zirkus- und Sportarenen, die aussehen wir riesige UFOs.

Mosaike und Wandbilder mit Kosmos-Motiven sind selbst an entlegensten Orten zu finden, und viele Jahrzehnte lang waren Keksbüchsen, Teeglashalter, Zigarettenpackungen, Kinderspielzeug und Stullendosen verziert mit Raumfahrt-Dekor.

„Cosmic Culture“ Projekt des Fotografen Dieter Seitz (Foto: Pressestelle, Dieter Seitz, Verlag Kettler)
Einblicke in das Buch „Cosmic Culture“ Projekt des Fotografen Dieter Seitz - Korolevs Auditorium Pressestelle Dieter Seitz, Verlag Kettler Bild in Detailansicht öffnen
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Die Raumfahrt hat eine völkerbindende Kraft

Das utopische Potential der Raumfahrt hat die Sowjetunion ganz besonders im Kino ausgebreitet. Die Lichtspielhäuser hießen "Sputnik", "Raketa" und "Kosmos", sie zeigten Filme wie "Der Himmel ruft" von 1959, in dem eine US-amerikanische und eine sowjetische Mission um das Erreichen des Mars konkurrieren.

Die Trickaufnahmen in "Der Himmel ruft" sind so gut, das Hollywood- Regisseure sie später für ihre Filme übernahmen. Und auch die Handlung beschwört die völkerverbindende Kraft der Raumfahrt: Amerikaner und Sowjets konkurrieren nicht mehr, sondern arbeiten zusammen - eine Utopie, die mit der Internationalen Raumstation Realität geworden ist.

Die Ausstellung „Cosmic Culture“ ist im Deutschen Technikmuseum in Berlin bis zum 5. September 2021 zu sehen, mit etwas Glück dann auch zugänglich.

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