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Für den Politikwissenschaftler und Soziologen Eric Otieno von der Universität Kassel handelt es sich bei dem umstrittenen Bild des Künstlers Georg Herold aus dem Jahr 1981, das einen schwarzen Menschen darstellt, der von einem auf ihn geworfenen Ziegel bedroht wird, eindeutig um ein rassistisches Kunstwerk. „Der Künstler hat möglicherweise keine rassistische Absicht gehabt, aber er bildet rassistische Gewalt ab“, so Otieno.

Dabei gehe es nicht primär um die Frage, ob das Bild abgehängt werden soll oder nicht. Vielmehr sei es wichtig, zu einer neuen „Museumspraxis“ zu kommen. Der Wissenschaftler fordert eine Kontextualisierung dieses und anderer Bilder in deutschen Museen. „Die Museen müssen sich ihre fehlende Expertise eingestehen und zugeben, dass sie Hilfe brauchen“, betonte Otieno.

„Die Wirkung eines Bildes ist nicht 100% gedeckt von der Absicht des Malers. Die Wirkung des Bildes außerhalb dieser Absicht ist genauso ausschlaggebend oder sogar noch ausschlaggebender.“

Eric Otieno, Politikwissenschaftler und Soziologe

In Hinblick auf das Herold-Bild etwa müsse geschaut werden: Gibt es im Haus andere Positionen, die Schwarze Menschen zeigen, gibt es einen Kontext zu diesem Bild, gibt es andere Bilder, die eine Gegenposition darstellen?

Forum Kampf gegen Rassismus - Was bewirken die Proteste?

Es diskutieren:
Prof. Dr. Andreas Eckert, Afrikawissenschaftler, Humboldt-Universität Berlin
Prof. Dr. Susan Neiman, Philosophin, Einstein Forum Potsdam
Katharina Oguntoye, Historikerin und Mitbegründerin der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), Berlin
Moderation: Gregor Papsch  mehr...

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