Ausstellung

Pin-up-Girls und Hakenkreuze – Ludwig Museum Koblenz zeigt den Holocaust in der Kunst

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AUTOR/IN
Natali Kurth

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Die oberflächliche Konsumhaltung der Nachkriegszeit entlarven

Die Doppelausstellung „Kunst nach der Shoah“ im Ludwig Museum Koblenz zeigt konfrontative Kunst von Boris Lurie (1924-2008) und Wolf Vostell (1932-1998). Ab den späten 1950er-Jahren beschäftigten sich beide Künstler mit der „Shoah“. Indem sie Leichenberge, Pin-up-Girls und Konzentrationslager miteinander kombinierten, wollten sie die oberflächliche Konsumhaltung der Nachkriegszeit entlarven.

Kunst nach der Shoah (Foto: Pressestelle, Ludwig Museum Koblenz, © Boris Lurie Art Foundation)
Boris Lurie, Railroad Collage (Railroad to America), 1963, Paper collage, pencil, and varnish on photo emulsion on linen. Pressestelle Ludwig Museum Koblenz, © Boris Lurie Art Foundation Bild in Detailansicht öffnen
Boris Lurie, Immigrant’s NO! Box, 1963, Farb- und Papierkollage auf Holz. Pressestelle Ludwig Museum Koblenz, © Boris Lurie Art Foundation Bild in Detailansicht öffnen
Boris Lurie, Plakat und Manifest von "No Show!", 1963, Gallery Gertrude Stein. Pressestelle Ludwig Museum Koblenz, VG Bild-Kunst Bonn 2022 Bild in Detailansicht öffnen
Boris Lurie, Love Series: Bound on Red, 1963. Pressestelle Ludwig Museum Koblenz, © Boris Lurie Art Foundation Bild in Detailansicht öffnen
Wolf Vostell: „Mad Special & 2 TV“, 1962, Verwischung und Collage auf Leinwand, Schenkung der Sammlung Ludwig, Aachen, Bestand des Ludwig Museum Koblenz. Pressestelle Ludwig Museum Koblenz#, © VG Bild-Kunst, Bonn 2022 Bild in Detailansicht öffnen
Wolf Vostell, Endogene Depression (Version Los Angeles), 1980. The Wolf Vostell Estate. Pressestelle Ludwig Museum Koblenz, © VG Bild-Kunst, Bonn 2022 Bild in Detailansicht öffnen
Boris Lurie: Prisoners Returning From Work, 1946–47. Oil on canvas mounted on masonite. Pressestelle Ludwig Museum Koblenz, © Boris Lurie Art Foundation Bild in Detailansicht öffnen
Boris Lurie, “Hard Writings: LOAD”, 1972, Papiercollage und Farbe auf Papier, aufgezogen auf Leinwand. Pressestelle Ludwig Museum Koblenz, © Boris Lurie Art Foundation Bild in Detailansicht öffnen
Boris Lurie, “Memo to the U.S. (Hairdos)”, 1963, Collage aus Farbe und Papier auf Leinwand. Pressestelle Ludwig Museum Koblenz Bild in Detailansicht öffnen
Boris Lurie, “Altered Photos: Pinup (Drawn Head), 1963, Fotoemulsion auf Leinwand. Pressestelle Ludwig Museum Koblenz, © Boris Lurie Art Foundation Bild in Detailansicht öffnen
Boris Lurie: „Hard Writings: PLEASE”, 1963-72, Paper collage, paint and charcoal on paper mounted to canvas. Pressestelle Ludwig Museum Koblenz, © Boris Lurie Art Foundation Bild in Detailansicht öffnen
Boris Lurie, “A Jew is Dead...”, 1964, Farbe und Papier auf Leinwand. Pressestelle Ludwig Museum Koblenz, © Boris Lurie Art Foundation Bild in Detailansicht öffnen
Beate Reifenscheid, Direktorin des Ludwig Museums. Natali Kurth Bild in Detailansicht öffnen

Tiefgründige Konfrontation mit dem Holocaust

1964 sind sich Boris Lurie und der Deutsche Wolf Vostell zum ersten Mal begegnet und haben sich dann regelmäßig besucht. Den Massenmedien standen sie kritisch gegenüber; Vostell, der sich unter anderem für die Aufarbeitung des Unrechts an den Juden eingesetzt hat und Lurie, dessen Familie von den Nazis im Wald erschossen wurde.

Die Werke von Boris Lurie und Wolf Vostell bewegen sich zwischen Voyeurismus, Obsession und Pornographie.  Sie verstören, zeigen keinerlei versöhnliche Facetten und treffen den Betrachter mit voller Wucht. Eine tiefgründige Konfrontation mit dem Holocaust, entsetzlichen Bildern und kompromissloser Antikunst.

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