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Der Pariser Fotograf Bernard Deschamps präsentiert menschenleere Landschaftsmotive. Peter Lang hat sich in seinen Druckgrafiken mit den Polarlichtern in Island auseinandergesetzt. Und mit ihrer Videokunst macht Melanie Wiora den Ausbruch eines Geysirs zu einem 10 Minuten andauernden poetischen Erlebnis.

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Ausbruch des Geysirs Strokkur in Videoinstallation

Was in Wirklichkeit nur 7 Sekunden dauert, hat Melanie Wiora auf 10 Minuten ausgedehnt in ihrer Videoinstallation. Der isländische Geysir Strokkur bricht alle 20 Sekunden aus. Die Künstlerin macht daraus ein überaus poetisches Event, das durch Farbwechsel und eine künstlich erzeugte Klangwelt fasziniert. Sie macht Natur wirklich sichtbar. Die Videoinstallation von Melanie Wiora hat viel gemeinsam mit den Fotografien von Bernard Deschamps und den Aquatinta Radierungen von Peter Lang, die parallel in der Pfalzgalerie ausgestellt werden. Kurator Sören Fischer:

Menschenleere Landschaftsmotive von Fotograf Bernard Descamps

Vieles scheint auf den Fotografien von Bernard Deschamps wie erstarrt. Riffelungen und Strukturen im Fels in schwarz-weiß, Reihungen von schmalen Bäumen wie ein Zaun, schmale Linien am Himmel von ziehenden Vogelformationen. Und doch ergänzt man automatisch beim Betrachten den Glanz von Licht und die Bewegung der Wellen.

Bernard Descamps: Islande, 2012 (Foto: Bernard Descamps)
Bernard Descamps, Islande, 2012, Fotografie, © Bernard Descamps Bernard Descamps

Druckgrafiken mit den Polarlichtern über Island

Peter Lang hat sich in seinen Druckgrafiken mit den Polarlichtern in Island auseinandergesetzt. Seine gegeneinander gesetzten Linien und abstrakten Muster könnten auch Felsformationen sein, oder ist der stürzende Pinselschwung mit dem blauen Kern vielleicht ein Polarlicht?

Peter Lang: Ljósadans, 2018 (Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2020. www.bildkunst.de)
Während langer Winternächte in Hellisandur (November 2018 bis Juni 2019) beschäftigte sich der Künstler Peter Lang mit Polarlichtern und Naturerscheinungen des isländischen Winters. Entstanden sind Druckgraphiken, die durch harte Kontraste und reduzierte Farbigkeit abstrakte Lichtphänomene auf Papier andeuten. VG Bild-Kunst, Bonn 2020. www.bildkunst.de

„Island ist eine extreme Landschaft“

Es scheint, als ob sich die Welt in diesen drei Ausstellungen in der Pfalzgalerie wie in Zeitlupe bewegt. „Nature morte“ nennen die Franzosen ein Stillleben und so wirken die Arbeiten von Wiora, Lang und Deschamps. Aber wieso gerade Island?

„Island ist eine extreme Landschaft“, sagt Kurator Sören Fischer. „Es ist eine sehr poetische Landschaft, eine sehr gewaltige, teilweise vielleicht auch gewalttätige Landschaft, wenn etwas aus dem Boden herausbricht. Und die Künstler reizt das, diese Extreme auch im Bild zu fassen.“

„Island ist für mich wie die Welt an ihrem Anfang“

Bernard Deschamps
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