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„The Mystery of Banksy – A Genius Mind” heißt eine Ausstellung, die am 30. April in der Heidelberger Halle 02 eröffnet wird.

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Banksy ist in der breiten Masse sehr bekannt

Ein paar Tage lange standen sie in Heidelberg herum: mehrere Mädchen-Schaufensterpuppen im schwarzen Kleid mit einem roten Herzluftballon in der Hand. Und ziemlich viele Passanten wussten sofort, worum es ging.

The Mystery of Banksy – A Genius Star (Foto: SWR, Martina Senghas)
„The Mystery of Banksy – A Genius Star” Das Mädchen mit dem Luftballon in Heidelbergs Straßen Martina Senghas

„Also jeder hat eine Meinung zu Banksy, jeder kennt es, die Leute wissen meistens mehr über Banksy, als sie über Picasso wissen“ meint der Heidelberger Kunsthistoriker und Banksy-Experte Ulrich Blanché, der die Puppen in der Stadt natürlich auch erkannt hat.

Die Ausstellung ist nicht von Banksy autorisiert

Damit, dass die Ausstellung „The Mystery of Banksy – A Genius Mind” mit rund 100 Objekten nicht von Banksy autorisiert ist und es, zumindest in Heidelberg, keine Originale gibt, gehen die Macher ganz offen um. Zu sehen sind Reproduktionen, die andere Künstler angefertigt haben.

Dennoch kündigen die Organisatoren an – Zitat – „einen umfassenden Überblick und Einblick in das Gesamtwerk des Genies und Ausnahmekünstlers“ zu bieten. Für 17 Euro pro normalem Erwachsenenticket.

The Mystery of Banksy – A Genius Star (Foto: Pressestelle, Dominik Gruss)
„The Mystery of Banksy – A Genius Star” Einblick in eine Ausstellung - Im Bild: Devolved Parliament Pressestelle Dominik Gruss Bild in Detailansicht öffnen
„The Mystery of Banksy – A Genius Star” Einblick in eine Ausstellung Pressestelle Dominik Gruss Bild in Detailansicht öffnen
„The Mystery of Banksy – A Genius Star” Einblick in eine Ausstellung Pressestelle Dominik Gruss Bild in Detailansicht öffnen
„The Mystery of Banksy – A Genius Star” Einblick in eine Ausstellung Pressestelle Dominik Gruss Bild in Detailansicht öffnen
„The Mystery of Banksy – A Genius Star” Einblick in eine Ausstellung Pressestelle Dominik Gruss Bild in Detailansicht öffnen
„The Mystery of Banksy – A Genius Star” Einblick in eine Ausstellung Pressestelle Dominik Gruss Bild in Detailansicht öffnen

Laut Kapitalismuskritiker Banksy darf eine echte Ausstellung nichts kosten

Banksy selbst bezeichnet diese Ausstellung auf seiner Webseite als Fake-Ausstellung. Und er sagt, der Unterschied zwischen einer echten Ausstellung und einer falschen sei, dass die echte kein Geld kostet. Was passiert hier also?

Wird ein Streetartkünstler, der sich mit seinen Werken gegen Ungerechtigkeit, Kommerz und Kapitalismus positioniert schamlos vermarktet? Ganz so einfach ist es nicht. Zum einen ist der Ort, an dem die Heidelberger Ausstellung stattfindet - ein Musikclub - durchaus Banksy-kompatibel.

Banksy ist selbst Ausreizer von Grenzen

Es geht ihm nicht um den elitären Kunstbetrachter, sondern es geht ihm auch um einen Betrachter, für den das eine niedrigschwellige Geschichte ist. Zum anderen war Banksy’s Streetart immer dafür gedacht, dass Menschen sich ihrer bedienen. Fotos davon machen, sie auf Instagram etc. hochladen und so verbreiten.

Und hinzu kommt, dass Banksy mit seinen illegalen Aktionen selbst immer Grenzen ausgetestet und sich nicht um irgendwelche Marktregeln gekümmert hat.

Kunst Kunst aus dem Untergrund: Banksy

Bis heute weiß niemand, wer hinter so berühmten Ikonen wie dem "Mädchen mit Ballon" steckt, weil Banksy abtaucht, sobald er fertig ist mit einem Gemälde. Julian Ignatowitsch hat sich auf Spurensuche begeben.  mehr...

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