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Eigentlich sei die Berlin Art Week vor allem ein PR-Dach für das, was viele Institutionen und Projekträume und Galerien ohnehin im Herbst machen, so Elke Buhr, Chefredakteurin vom Kunstmagazin Monopol, in SWR2. Aber die Art Week erzeuge viel Aufmerksamkeit dafür, „was hier eigentlich für eine Vielfalt ist. Und es sind gute Ausstellungen, die Galerien sind super aufgestellt", so Buhr.

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Berlin bleibt wichtige Kunst-Metropole

Trotz der herben Kritik, die vielerorts an der Kulturpolitik der Stadt geäußert worden sei, müsse man Kultursenator Klaus Lederer zustimmen, dass Berlin künstlerisch zur Zeit „unfassbar spannend“ sei. Daran änderten auch die letzten „Katastrophen“ wie der Weggang mehrerer renommierter Sammlungen aus der Stadt und die Lage der Stiftung Preußischer Kulturbesitz nichts, so Buhr: „Berlin hängt nicht an einzelnen Institutionen.“

Durch die Soft-Openings würde dieses Jahr der Eindruck von Menschenmassen bei den Eröffnungen fehlen — trotzdem seien viele ausgebucht. Die Art Week würde sich auch dieses Jahr durch Vielfalt und gute Ausstellungen auszeichnen.

Sammler*innen aus den USA werden fehlen

Die Galerien seien super aufgestellt, meint Elke Buhr, allerdings werde es in diesem Jahr durch die Corona-bedingten Reisebeschränkungen schwierig mit internationalen Sammler*innen — viele hofften stattdessen auf Besucher*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Insgesamt sei 2020 durch die Corona-Pandemie es eben ein schlechtes Jahr für Messen.

Mit dem Beginn der Berlin Art Week präsentiert sich die Hauptstadt trotz Corona-Beschränkungen von 9. - 13.9. als wichtiger Standort der Kunstproduktion. Digitale Angebote im Rahmen der Veranstaltung sind online verfügbar.

Kunst Die Zukunft steht auf dem Spiel: „Studio Berlin“ mit zeitgenössischer Kunst im Berghain

Berlins bekanntester Technoclub, das Berghain, hat wieder geöffnet – als Kunstausstellungshalle. „Studio Berlin“ heißt die Schau und zeigt auf mehr als 3.500 Metern zeitgenössische Kunst.

Die Arbeiten entstanden von rund 80 in Berlin lebenden Künstlerinnen und Künstlern während der Corona-Pandemie, darunter prominente Namen wie Olafur Eliasson, Tacita Dean und Wolfgang Tillmans. Eine Reflexion der Corona-Zeit, die besonders die Kunst- und Clubszene getroffen hat und sich in Fotografien, Skulpturen, Sounds, aber auch Malereien, Videos und Installationen wiederfindet.

Die Berliner Kunstsammler Karen und Christian Boros und die Boros Foundation haben die Gruppenausstellung organisiert. Gefördert wird sie von der Berliner Kulturverwaltung. „Studio Berlin“ soll solange gezeigt werden, bis der Clubbetrieb im Berghain wieder beginnen kann.  mehr...

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Ausstellung Waldbrand als Ästhetik: Julius von Bismarck in der Bundeskunsthalle Bonn

„Die Katastrophe ist der Normalzustand“ sagt der Medienkünstler Julius von Bismarck. In der Bundeskunsthalle in Bonn ist nun seine Ausstellung „Feuer mit Feuer“ zu sehen. Darin Fotos und Videos aus Waldbränden. Mit seiner Kunst will von Bismarck vor allem aufzeigen, wie sehr sich der moderne, naturwissenschaftlich geprägte Blick auf die Umwelt entromantisiert hat.  mehr...

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