Gespräch

Sollte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz umbenannt werden?

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Martin Gramlich

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Abkehr von den martialischen und kolonialistischen Assoziationen Preußens?

Nachdem Außenministerin Annalena Baerbock das Bismarck-Zimmer in den „Saal der Deutschen Einheit“ umbenannt hat, steht auch weiter der Name der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zur Debatte.

Zu der Stiftung gehören 19 Museen in Berlin, diverse Forschungseinrichtungen und Archive und auch die große Berliner Staatsbibliothek. Diese Stiftung soll nun reformiert werden und im Rahmen dessen will Kulturstaatsministerin Claudia Roth auch den Namen ändern.

Pergamonmuseum Berlin (Foto: IMAGO, Richard Wareham)
Das Pergamonmuseum gehört, wie die anderen Museen der Museumsinsel, zu den bedeutendsten Ausstellungsorten des unter den preußischen Königen gesammelten Kulturbesitzes in Berlin. Richard Wareham

Die Umbenennung wird in regelmäßig diskutiert

„Die Idee der Namensänderung gibt es gefühlt alle fünf Jahre“, sagt SWR2-Kulturkorrespondentin Maria Ossowski, „der bisherige Name steht eigentlich für den Kunstsammlerstaat. Jedoch macht er keinen Sinn für alle Kunstwerke, die nach 1945 dazugekommen sind.“

Generell, so Ossowski, kranke die Stiftung Preußischer Kulturbesitz an einer chronischen Unterfinanzierung und ein zu enges Hierarchie-Korsett. Die Chef*innen der Museen bräuchten mehr Eigenständigkeit, um die Kunst ans Publikum zu bringen. Ein neuer Name ändere nichts am Problem.

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