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Karlsruher Ausstellung „Neobiota“ über Tiere und Pflanzen als Neubürger in Deutschland

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Im Laufe der Zeit haben sich Flora und Fauna in Deutschland ständig verändert und immer wieder kamen neue Pflanzen- und Tierarten zu uns. Aber der Wandel war nie so schnell und radikal wie in den letzten Jahrzehnten. Dem Phänomen „Neobiota“ widmet sich jetzt die große Landesausstellung im Naturkundemuseum Karlsruhe, leicht verständlich vermittelt mit kurzen, prägnanten Texten, interaktiven Spielen, Videos und lebensgroßen Modellen.

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Nur etwa zehn Prozent aller eingeschleppten Tiere und Pflanzen können bei uns überleben

Dass der Wandel in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen hat, liegt am menschengemachten Klimawandel, am globalen Handel und an unseren Fernreisen – und manchmal auch an Zufällen.

Doch nur etwa zehn Prozent aller eingeschleppten Tiere und Pflanzen finden bei uns geeignete Lebensbedingungen, um zu überleben und sich sogar zu vermehren. Die meisten fügen sich dann einfach in unser Ökosystem ein, manche aber schaden unserer Artenvielfalt – Stichwort: invasive Pflanzen.

Neobiota (Foto: Pressestelle, Julia Stoess)
Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), Modell 100:1 Pressestelle Julia Stoess

In der Region um Karlsruhe werden die „Neuankömmlinge“ oft erstmals in Deutschland entdeckt

Im Tierreich bringen neue Arten oft auch neue Parasiten mit, gegen die die einheimischen Arten machtlos sind: so wie die „Krebspest oder der Aal-Schwimmblasenwurm oder die Varroa-Milbe, die ganze heimische Bienenvölker ausrottet. Und dann gibt es da noch „die Neuen“, die eigentlich „Rückkehrer“ sind: Tiere und Pflanzen, die ausgerottet waren und jetzt wieder zu uns kommen – auch nicht immer ganz problemlos, wie man am Beispiel des Wolfs oder Bibers beobachten kann.

Die Region um Karlsruhe mit Schwarzwald und Rhein, dem milden Klima und den großen Verkehrswegen ist eine Region, in der „Neuankömmlinge“ oft erstmals in Deutschland entdeckt werden. So werden neuerdings immer wieder „Goldschakale“ gesichtet, der „Tintenfischpilz“ wurde dahingegen schon in den 20er Jahren aus Australien eingeschleppt.

Neobiota (Foto: Pressestelle, SMNK)
Goldschakal (Canis aureus), Präparat. Pressestelle SMNK

Großer Trumpf der Ausstellung: Aquarien und Terrarien, mit lebenden Tieren

Und das zeigt: Neobiota ist ein globales Phänomen und keine Einbahnstraße.  Gerade in Australien und Neuseeland haben eingeschleppte Pflanzen und mitgebrachte Tiere großen Schäden in Bezug auf die dortige Biodiversität angerichtet. Auch ein Aspekt von Kolonialismus, der jetzt erst ins Blickfeld rückt.

Neobiota (Foto: Pressestelle, SMNK)
Ausstellungseingang Pressestelle SMNK Bild in Detailansicht öffnen
Goldschakal (Canis aureus), Präparat. Pressestelle SMNK Bild in Detailansicht öffnen
Nutria (Myocastor coypus) in der Günther-Klotz-Anlage in Karlsruhe. Pressestelle SMNK Bild in Detailansicht öffnen
Platanen-Netzwanze (Corythucha ciliate), Modell 102, 5:1 Pressestelle SMNK Bild in Detailansicht öffnen
Tintenfischpilz (Clathrus archeri) Pressestelle Kris Van de Sande, KVdS media Bild in Detailansicht öffnen
Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), Modell 100:1 Pressestelle Julia Stoess Bild in Detailansicht öffnen
Rattenfloh (Xenopsylla cheopis), Modell 200:1 Pressestelle SMNK Bild in Detailansicht öffnen

Die Ausstellung im Naturkundemuseum Karlsruhe zeigt das Phänomen „Neobiota“ mit seinen vielfältigen Aspekten, leicht verständlich vermittelt mit kurzen, prägnanten Texten, interaktiven Spielen, Videos, lebensgroßen Modellen – und das Museum nutzt seinen großen Trumpf: Aquarien und Terrarien, um auch lebendige Tiere zu zeigen. Wenn Corona es zulässt wird die Ausstellung sicher wieder ein Publikumsmagnet  - nicht nur für Familien.

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