Ausstellung

„Nennt mich Rembrandt!“: Das Städel Museum zeigt den größten niederländischen Künstler des 17. Jahrhunderts

STAND
AUTOR/IN

Das Städel Museum in Frankfurt zeigt unter dem Titel „Nennt mich Rembrandt!“ den Durchbruch des jungen Rembrandt in Amsterdam und seinen Aufstieg zwischen den 1630er und 1650er Jahren. Rund 60 Malereien, Druckgrafiken und Radierungen des Künstlers werden Bildern seiner Zeitgenossen gegenübergestellt.

Audio herunterladen (4,1 MB | MP3)

Rembrandt legte seinen Nachnamen ab: Ein Alleinstellungsmerkmal

Wacher sympathischer Blick, den Mund halb offen, als würde er gleich anfangen zu sprechen, schulterlange braune Haare, auf dem Kopf ein Samtbarett - so empfängt uns Rembrandt in Frankfurt: Mit einem seiner charakteristischen Selbstporträts.

„Nennt mich Rembrandt!“ so der Titel der Schau - ja wie denn sonst, könnte man denken, wenn es um den berühmten niederländischen Künstler mit der mit der markanten Nase geht.

Doch so klar ist das eigentlich gar nicht: „Rembrandt ist der Vorname – nicht etwa der Nachname. Der Bursche heißt eigentlich Rembrandt van Rjin. Und als er nach Amsterdam kommt, legt seinen Nachnamen ab. Und das ist schon ein Alleinstellungsmerkmal.“ erklärt Jochen Sander, Kurator der Ausstellung.

Rembrandt (Foto: Pressestelle, Städel Museum Frankfurt)
Selbstbildnis, an einer Steinmauer lehnend, 1639 Pressestelle Städel Museum Frankfurt Bild in Detailansicht öffnen
Bildnis eines stehenden Mannes (Andries de Graeff), 1639 Pressestelle Städel Museum Frankfurt Bild in Detailansicht öffnen
Die drei Bäume, 1643 Pressestelle Städel Museum Frankfurt Bild in Detailansicht öffnen
Nicolaes Eliasz Pickenoy, Bildnis eines stehenden Mannes, 1628 Pressestelle Städel Museum Frankfurt Bild in Detailansicht öffnen
Die Blendung Simsons, 1636 Pressestelle Städel Frankfurt, U. Edelmann Bild in Detailansicht öffnen
Ganymed in den Fängen des Adlers, 1635 Pressestelle Städel Frankfurt Bild in Detailansicht öffnen
Judith am Bankett des Holofernes, 1634 Pressestelle Museo Nacional del Prado, Madrid Bild in Detailansicht öffnen
Landschaft mit Steinbrücke, um 1638 Pressestelle Rijksmuseum, Amsterdam Bild in Detailansicht öffnen
Ferdinand Bol (1616–1680), Selbstbildnis, um 1647 Pressestelle David Stansbury - The James Phillip Gray Collection Bild in Detailansicht öffnen

Rembrandt wollte provozieren

Amsterdam war im 17. Jahrhundert nicht nur Welthandelsmacht in Europa, sondern es gab auch eine bedeutende Kunstszene. Auch diese spiegelt die Städel-Ausstellung mit vielen prominenten Beispielen und Gegenüberstellungen.

Bis heute gelten Gemälde, die aus der Werkstatt Rembrandts kommen, juristisch als echt - auch, wenn der Meister nicht selbst Hand angelegt hat. Das ist bei Rubens und Co auch nicht anders.

Was Rembrandt aber unterscheidet: Er wollte provozieren und er war strategisch unbequem. Gängige Normen waren Rembrandt weitgehend egal.

Rembrandt war seiner Zeit weit voraus

Die Ausstellung „Nennt mich Rembrandt“ zeigt den niederländischen Meister in seiner wichtigen Amsterdamer Zeit als einzigartigen Porträtmaler, als Jongleur von Licht und Schatten, als Künstler, der Landschaften dramatisches Leben einhaucht, als Historienmaler oder auch als geschickten Zeichner, der flinke Skizzen etwa von seiner Frau Saskia aufs Papier bringt, die später Impressionisten wie Max Liebermann imponieren sollten. Rembrandt war seiner Zeit eben immer schon weit voraus. 

Museum Wie eine große Ausstellung entsteht – Hinter den Kulissen des Städel Museums Frankfurt

„Nennt mich Rembrandt!“ heißt es ab 6. Oktober im Frankfurter Städel. Bis es so weit ist, gibt es jede Menge zu tun: Welche Farbe sollen die Wände haben? Wie ist das Licht? Welches Bild soll wo hängen? Welcher Text erklärt was? Am Computer wird simuliert, wie es später im Museum aussehen soll. Viel zu tun für die Spezialkräfte, die teilweise schon ein Jahr mit der Ausstellung befasst sind, bevor die ersten Klimakisten mit den wertvollen Leihgaben aus aller Welt ankommen.  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

Kunst Diese Ausstellungs-Highlights im Südwesten warten im Herbst auf Besucher*innen

Katharina Sieverding in Baden-Baden, Jawlensky in Wiesbaden — im Südwesten dürfen immer mehr Museen und Kunstgalerien wieder öffnen, wenn die lokale Corona-Lage es erlaubt. Hier die Ausstellungs-Highlights, die jetzt unter diesen Voraussetzungen zu sehen sind.  mehr...

STAND
AUTOR/IN