Das größte Schweinemuseum der Welt Schweinerei in Stuttgart

Museumsführer von Sophie-Caroline Danner

50.000 Schweine hat Erika Wilhelmer in den letzten 40 Jahren gesammelt. Dazu zählen bunte Schweine, Plüschschweine, Sparschweine, Porzellanschweine, Holz-, Metall-, Heu- und Stoffschweine - Kitsch und Kunst.

Das Schweinemuseum war Liebe auf den ersten Blick

Sammlerin Erika Wilhelmer kam damals eher zufällig auf’s Schwein, als irgendwer ihr mal eines schenkte. Daran hatte sie Spaß und kam an Silvester 1987/88 auf die Idee, ein Schweinemuseum zu gründen. Erst traute sie sich nicht, da es sich „ein bissel unangenehm“ anhören würde.

Das Schweinemuseum Stuttgart: Hackklotz und Kochkessel (Foto: SWR, SWR - Sophie-Caroline Danner)
Auch das gehört zu einem Schweinemuseum, die Weiterverwertung eines Schweines - diverse Hackklötze und Kochkessel SWR - Sophie-Caroline Danner

Erster Schweineaufmarsch in Bad Wimpfen

1989 eröffnete trotzdem das erste Schweinemuseum, im 70 Kilometer weit entfernten Bad Wimpfen. Schon bald platzte es aus allen Nähten. 2010 folgte der Umzug nach Stuttgart. Im Verwaltungsgebäude des ehemaligen Schlachthofs fanden die Schweinchen ihr neues Zuhause. Heute beherbergt das Museum knapp 50.000 Exemplare, verteilt auf verschiedene Themenräume.

Schweineverzehr weltweit

Im sogenannten Weltzimmer blickt man auf eine große Weltkarte am Boden.

Weltkarte ausgebreitet auf dem Boden im Schweinemuseum, Stuttgart (Foto: SWR, Sophie-Caroline Danner - Sophie-Caroline Danner)
"Weltzimmer" Sophie-Caroline Danner - Sophie-Caroline Danner

Die rot gefärbten Länder essen Schweinefleisch, die weißen nicht, erklärt Christine Arnold von der Museumsverwaltung. Weiß sind eigentlich nur Nordafrika, Grönland und die arabischen Länder. Die Mehrheit esse Schwein.

Schweinemuseum Stuttgart: Erika Wilhelmer (Foto: SWR, SWR - Sophie-Caroline Danner)
Erika Wilhelmer in ihrem Schweinemuseum SWR - Sophie-Caroline Danner

Geldanlage und Fruchtbarkeitssymbol

Nicht zum Fressen gern, sondern als Anreiz zum Sparen gibt es das Schwein schon seit dem Mittelalter. Schweine standen für Fruchtbarkeit und Wohlstand. Der Besitz eines Schweins war daher für eine Bauernfamilie ein seltener Glücksfall. Darauf verweist die Redewendung „Schwein gehabt“. Hunderte Borstenviecher illustrieren dies in einem großen Tresorraum.

Schwein im Bikini

Weil das Schwein ein sauberes Tier sei, so Christine Arnold, wird die saubere Seite im Schweinemuseum gezeigt. Duschende und badende Schweine haben eine eigene Vitrine. Eine kleine „Sau-„ Sauna gibt Ferkeln auf dem Strandtuch und im Bikini die Möglichkeit, sich dem Müßiggang hinzugeben und sich in der Sonne zu suhlen.

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