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Die Gemälde von Heinrich Bürkel in Pirmasens bieten immer wieder Stoff für Kriminalromane. 2006 tauchten mehrere Bürkel-Gemälde in den USA auf. Ein US-Soldat hatte sie am Ende des Zweiten Weltkriegs nach der Befreiung von Pirmasens 1945 gestohlen. Die Erben wollten sie zu Geld machen, das FBI ermittelte, und die US-Botschaft brachte die Bilder wieder zurück in die Pfalz. Im neuesten „Fall“ rund um Bürkel geht es zugegebenermaßen etwas weniger dramatisch zu, aber immerhin: Diesmal geht es um echte und um falsche Bürkels.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2
Heinrich Bürkel, in echt und gefälscht (Foto: Stadt Pirmasens)
Heinrich Bürkel, in echt und gefälscht: rechts die beiden Originale „Nach der Jagd“ und „Menagerie bei der Rast in einer Scheune (um 1867), links das gefälschte Bild. Ausstellung im Forum Alte Post in Pirmasens. Stadt Pirmasens

Gefälschter Bürkel möglicherweise aus der NS-Zeit

Die Bürkel-Galerie in Pirmasens ist dem berühmten Sohn der Stadt gewidmet und besitzt rund 60 Gemälde sowie 2000 Grafiken, Zeichnungen und Skizzen. Heinrich Bürkel wurde 1802 geboren und ging als junger Mann nach München. Seine Gemälde im Stil des Biedermeier entsprachen dem Zeitgeist und wurden von Königen und Zaren gesammelt.

Bürkel schuf mehr als 1.000 Gemälde. Dabei habe er sich faktisch auch selbst kopiert, erklärt Kuratorin Charlotte Veit. Niemals jedoch habe er dabei identische Motive verwendet wie bei dem Bild „Schmiede in den Bergen“. Das habe sie dann doch stutzig werden lassen. Es fehlten Details, Farbschattierungen, Bürkels feiner Pinselstrich und schließlich auch die typischen altersbedingten feinen Risse im Firnis. Möglicherweise stammt die Kopie aus den 1930-er Jahren. Denn die Nationalsozialisten hatten Heinrich Bürkels Kunst wiederentdeckt.

Heinrich Bürkel - Landpartie (Foto: Stadt Pirmasens / Martin Seebald)
Heinrich Bürkel - Landpartie. Ausstellung im Kulturzentrum Forum Alte Post in Pirmasens. Stadt Pirmasens / Martin Seebald

Die Wuppertaler Leihgeber haben das Bild inzwischen dem Forum Alte Post in Pirmasens geschenkt. Das geht offen mit der Fälschung um, nutzt sie für museumspädagogische Zwecke.

Heinrich Bürkel. Landpartie. Ausstellung im Kulturzentrum Forum Alte Post in Pirmasens.

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