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Ohne Vincent van Gogh wäre die künstlerische Moderne in Deutschland anders verlaufen. Das ist nur einer der vielen Superlative, die die Eröffnung der großen Schau im Frankfurter Städel Museum begleiten. 50 Werke des berühmten Niederländers präsentiert das Haus an der Seite von 70 weiteren Gemälden von Künstlern, die sich van Gogh zum Vorbild genommen haben, darunter Max Beckmann, Otto Dix, Wassily Kandinsky und Ernst Ludwig Kirchner.

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Bilder entfalten eine unglaubliche Strahlkraft

Die Präsentation ist exzellent: auf hellgrauen, fünf Meter hohen Wänden entfalten die Arbeiten van Goghs und seiner deutschen Jünger eine unglaubliche Strahlkraft. Es gibt dazu auch historische Fotos und Kataloge. Kurator Felix Krämer hat die ersten Fälschungen von 1896 ausgegraben. Ein weiteres Kapitel ist dem „Mythos van Gogh“ gewidmet.

Doch schon damals gab es heftige Vorwürfe deutscher Künstler, die den Sammlern und Museen vorwarfen, einen Ausländer zu fördern. Dazu erzählt das Städel seine eigene Geschichte: Von dem Frankfurter Haus wurde 1911 mit dem berühmten „Bildnis des Dr. Gachet“ das zweite Gemälde des niederländischen Künstlers erworben. Die Nazis beschlagnahmten es als „entartet“. Es kam nie wieder zurück.

Gut recherchiert, hervorragend präsentiert

Heute sind in Deutschland nur noch wenige van Goghs beheimatet. Umso bemerkenswerter erscheint diese Ausstellung. „Making van Gogh“ im Frankfurter Städel ist ein gut recherchiertes wissenschaftliches Projekt mit traumhaften Bildern und hervorragender Präsentation.

„Making van Gogh“ im Städel Museum Frankfurt, vom 23. Oktober 2019 bis zum 16. Februar 2020.

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