Lichtkunst

Licht als Medium – der Künstler Laurenz Theinert beeindruckt mit visueller Raffinesse

STAND
AUTOR/IN
Andreas Langen

Er dekonstruiert Räume mit Licht und schafft dadurch neue Seherlebnisse. Der Stuttgarter Lichtkünstler Laurenz Theinert setzt sich seit Jahren mit dem Thema Licht auseinander. Im Rahmen der Esslinger Nacht des offenen Denkmals zeigt er mehrere Arbeiten an historischen Orten in der Stadt.

Audio herunterladen (3,7 MB | MP3)

Ein jahrhundertealtes Ritual als Ausgangspunkt für eine künstlerische Neubegegnung

Seit dem Mittelalter bekräftigen die Einwohner der deutschen Reichsstädte bei den alljährlichen Schwörtagen die Unabhängigkeit ihrer Kommunen.  Laurenz Theinert hat aus diesem früh-demokratischen Massenritual jetzt eine Licht-Ton-Schau gemacht, in der unter anderem die Esslinger Schwörtagsrede des Jahres 1765 erklingt.

Doch die staatsmännische Pose des Schwörtags kippte schon in früheren Zeiten zusehends in rustikale Volksbelustigung um, wie der Künstler bei seinen Recherchen entdeckte. Es sei auch wirklich sehr interessant, meint Theinert, dass ein ernsthaftes politisches Ritual dann langsam doch verkommen sei zu Saufen und Feiern: „Also wirklich Volksfest."

Für die visuelle Ebene verwendet Laurenz Theinert Ausschnitte aus der einzigen bekannten Abbildung des Esslinger Schwörtags, einem Kupferstich aus dem Jahr 1789.

Am Esslinger Waisenhaus macht Laurenz Theinert Geschichte erlebbar

Das Geschichtenerzählen perfektioniert Theinert in einer zweiten künstlerischen Installation, die das Esslinger Waisenhaus beleuchtet. Dieses Gebäude wurde im Laufe seines tausendjährigen Bestehens immer wieder umgebaut und anders genutzt. So ist bis heute unklar, ob die Reste eines Balkons belegen, dass sich König Heinrich VII. hier dem Volk zeigte oder nicht.

Die moderne Bauforschung spiegelt solche Befunde in Form von Zeichnungen, auf denen transparente Farbflächen über der Abbildung der Fassade liegen.

„Und da war die Idee, das eben nicht nur als Bild zu zeigen, sondern auf das tatsächlich existierende Gebäude als farbige Flächen zu projizieren und so die geschichtliche Entwicklung von 1230 bis heute am Bau nachempfindbar zu machen.“

Lichtinstallation trifft Musik unterhalb der Esslinger Burg

Am beeindruckendsten: Im alten Wasserspeicher unter der Esslinger Burg gibt Theinert zusammen mit dem Experimental-Musiker Fried Dähn ein Live-Konzert. So entsteht ein umfassendes Erlebnis von Raum und Klang, sagt Theinert: „Man steht der Kunst nicht gegenüber, sondern ist mittendrin.“

Licht-Klang-Konzert „Die Sonografie“ mit Kurt Laurenz Theinert, visual piano und Fried Dähn, Cello und Elektronik:

Fotografie Faszination „Lost Places“ – Benjamin Seyfang macht Fotos von verlassenen Orten

Der Metzinger Fotograf Benjamin Seyfang hat sich auf so genannte „Lost Places“ spezialisiert: Mit Fotoapparat und Stativ lässt er sich von der Morbidität des Verfalls an verlassenen Orten inspirieren. Seine Bildbände sind mittlerweile ziemlich erfolgreich. SWR2 Reporter Andreas Langen hat ihn auf einer Entdeckungstour in einem Stuttgarter Vorort begleitet.  mehr...

SWR2 am Samstagnachmittag SWR2

Hausbesuch In Form gebracht: das Automobil in der Kunst von Stefan Rohrer

Wie sieht es um unsere automobile Zukunft aus? Hat sie überhaupt noch eine? Fragen, mit denen sich der Stuttgarter Künstler Stefan Rohrer auseinandersetzt. Dazu zerlegt er in seinem Atelier in den Stuttgarter Wagenhallen Oldtimer und Motorräder, dehnt und streckt sie, so dass sie in ihrer Deformation aussehen wie ein langgezogener Kaugummi. Seine Fahrzeuge winden sich spiralförmig um Laternenpfähle oder um die eigene Achse. Es ist ein fantasievolles Spiel mit Perspektive, Wahrnehmung und mit der Geschwindigkeit. Gleichzeitig aber auch eine Kritik an der Zukunft des Deutschen liebsten Kindes.  mehr...

SWR2 am Samstagnachmittag SWR2

Ausstellung Schreibende im Exil - Foto-Ausstellung im PEN-Zentrum Darmstadt

Einsamkeit. Spaziergänge durch die Städte des Exils. Neue Schreibversuche - mit Zigarette und Rotweinglas neben der Computertastatur. Szenen aus dem Alltag von Schreibenden im Exil. In Deutschland. Nun fotografiert von einem jungen Berliner. So, dass ihr Seelenleid, aber auch ihr ungebrochener Oppositionsgeist sichtbar wird. Die Ausstellung „weil ich beschlossen habe, mich nie bezwingen zu lassen“ im PEN-Zentrum Deutschland auf der Darmstädter Mathildenhöhe ist klein, aber sehr sehenswert.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

STAND
AUTOR/IN
Andreas Langen