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Die junge marokkanisch-französische Fotografin Leila Alaoui war auf dem besten Weg, eine große Künstlerin zu werden. Im Januar 2016 feierte man sie gerade in in einer großen Ausstellung in Paris, als sie bei der Arbeit für Amnesty International in Burkina Faso von islamistischen Terroristen erschossen wurde.

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Die ifa-Galerie in Stuttgart zeigt eine Retrospektive der Künstlerin. Eindrückliche Porträts von Menschen in Marokko zwischen Tradition und Globalisierung.

ifa Galerie Stuttgart - Fotografen von Leila Alaoui (Foto: Leila Alaoui)
Leila Alaouis Bilderserie "Les Marocains" über die Menschen in Marokko steht im Mittelpunkt der Ausstellung in der ifa-Galerie in Stuttgart. Alaoui hat mit ihrem mobilen Studio Frauen und Männer aus vielen Regionen und Ethnien Marokkos porträtiert. Leila Alaoui Bild in Detailansicht öffnen
Aus fast drei Metern Höhe fixieren die Menschen auf den Porträts die Besucher. Ihre Kleidung leuchtet geradezu vor einem tief schwarzen Hintergrund. Leila Alaoui Bild in Detailansicht öffnen
Alaoui hat Frauen und Männer aus vielen Regionen und Ethnien Marokkos porträtiert. Naiv betrachtet, sehen die bunten Fotografien aus wie fröhliche Folklore. Leila Alaoui Bild in Detailansicht öffnen
Tatsächlich sind die Fotografien aber eine brisante Beweisaufnahme. Denn die Bilder zeigen eine schwindende kulturelle Identität Marokkos im Strudel der Globalisierung. Leila Alaoui Bild in Detailansicht öffnen
Ein weiteres Anliegen Alaouis war es, besonders solchen Minderheiten eine Bühne zu geben, die in Marokko mit offenem Rassismus unterdrückt werden. Leila Alaoui Bild in Detailansicht öffnen
Die Galerien des Instituts für Auslandsbeziehungen - kurz: ifa - sind so etwas wie Filialen des Auswärtigen Amtes. Sie zeigen nicht einfach Kunst, sondern haben einen politischen Auftrag. Mit Leila Alaoui widmen sie sich den Fragen der kulturellen Vielfalt, Migration und Identität. Leila Alaoui Bild in Detailansicht öffnen
Die Ausstellung „Leila Alaoui“ in der ifa-Galerie Stuttgart ist bis zum 5. April 2020 zu sehen und zeigt eine Retrospektive der Künstlerin. Sie starb viel zu früh im Jahr 2016 auf einer Reise für Amnesty International in Burkina Faso, wo sie an einer Fotostrecke über Frauenrechte arbeitete. Leila Alaoui Bild in Detailansicht öffnen

Leila Alaoui in der ifa-Galerie Stuttgart, vom 30. Januar bis zum 5. April 2020.

Museen Streit über Banksy: Eine Podiumsdiskussion in der Staatsgalerie Stuttgart

Meist sind es Sonderausstellungen, die Besucher in die Museen locken. Mit dem berühmten Schredder-Bild von Streetart-Künstler Banksy gelang der Staatsgalerie Stuttgart eine Ausnahme von der Regel. „Love is in the bin“ („Die Liebe ist im Eimer“) war bis zum 2. Februar in Stuttgart zu sehen. Bei einer abschließenden großen Podiumsdiskussion kam es zu einer scharfen Auseinandersetzung, ob sich Museen ganz der wissenschaftlichen Präsentation widmen oder in „neoliberaler” Manier für Publikumsströme öffnen sollten.  mehr...

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