Kunst

Kunstfälschungs-Sammlung an der Universität Heidelberg

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Von Fälschungen können Studenten der Kunstgeschichte mehr lernen als von Originalen. Deshalb gibt es an der Universität Heidelberg jetzt eine Sammlung von gefälschten Kunstwerken, die das Landeskriminalamt Berlin zur Verfügung gestellt hat. Zur Lehre – nicht zur Nachahmung.

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Fälschungen als Lernmaterial

In einem Hochsicherheitstrakt an der Universität Heidelberg befinden sich besondere Kunstschätze, die auf keinen Fall diese Räumlichkeit verlassen dürfen. Zusammen mit ihrem Doktorvater Professor Henry Keazor hat Kunsthistorikerin Tina Öcal die „Heidelberger Fälschungs-Studien-Sammlung“ aufgebaut.

Die Fälschungen dienen als Lernmaterial. Im Oberseminar des Instituts für Europäische Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg präsentiert Professor Henry Keazor den Studierenden ein kleinformatiges Ölgemälde.

Professor Keazor vom Heidelberger Seminar für Kunstgeschichte analysiert eine Fälschung (Foto: SWR, Eberhard Reuß)
Professor Keazor vom Heidelberger Seminar für Kunstgeschichte analysiert die Fälschung eines Schads. Eberhard Reuß

Das Bild soll Aschaffenburg zeigen. Dort lebte Christian Schad, nachdem sein Berliner Atelier ausgebombt worden war. In den 20er Jahren war Schad einer der wichtigsten Vertreter der „Neuen Sachlichkeit“. Das Gemälde „Frau in Aschaffenburg“ ähnelt früheren Arbeiten von Schad und auch die simpel aufgezogene Leinwand passt.

Leihgeber ist das Landeskriminalamt Berlin

Nur ist das Gemälde nirgends nachgewiesen. Das Bild ist eine geschickte Erfindung. Eine Fälschung. „Frau in Aschaffenburg“. So detektivisch spannend kann das Studium der Kunstgeschichte sein, freuen sich die Seminarteilnehmer*innen.

Leihgeber der gefälschten Kunstwerke ist das Landeskriminalamt Berlin. In Person des Ersten Kriminalhauptkommissars René Allonge. Er hat unter anderem Kunstfälscher Beltracchi hinter Gitter gebracht.

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