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Anselm Kiefer in Mannheim, Französische Impressionisten in Stuttgart — im Südwesten dürfen Ausstellungen wieder öffnen, wenn die lokale Corona-Lage es erlaubt. Hier die Ausstellungs-Highlights, die im Frühjahr unter diesen Voraussetzungen zu sehen sind.

Joseph Beuys in Stuttgart

Zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys widmet die Staatsgalerie Stuttgart dem Aktionskünstler eine Ausstellung, die sich mit den Präsentationsweisen seiner Arbeiten auseinandersetzt. 

Beuys' Aktionen fanden häufig außerhalb des Museums statt, ging es ihm doch vor allem darum, durch Kunst die Gesellschaft zu gestalten. Museumsräume eignete sich Beuys in einer Weise an, die mit den Konventionen der Institution radikal brach.

Andy Warhol: Joseph Beuys, 1980  Lothar Wolleh, Joseph Beuys im Moderna Museet, Stockholm  (Foto: Sammlung Froehlich, Stuttgart, © 2021 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / Artists Rights Society (ARS), New York / © Lothar Wolleh Estate, Berli )
Andy Warhol, Joseph Beuys, 1980 (li) und Lothar Wolleh, Joseph Beuys im Moderna Museet, Stockholm (beim Aufbau seiner Arbeit »Plastischer Fuß Elastischer Fuß«), 1971 Sammlung Froehlich, Stuttgart, © 2021 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / Artists Rights Society (ARS), New York / © Lothar Wolleh Estate, Berli

Ausgangspunkt der Ausstellung in Stuttgart ist der Beuys-Raum in der Staatsgalerie, den der Künstler im Jahr 1984 selbst einrichtete und der bis heute unverändert ist. Daneben werden seine Arbeiten auch anhand von Fotografien, Filmaufnahmen und Objekten vermittelt, und es geht auch um die Beziehung von Beyus zu anderen Künstlern wie Andy Warhol,  Nam June Paik und Oskar Schlemmer. 

Anselm Kiefer in Mannheim

Der bedeutende deutsche Künstler Anselm Kiefer erlangte in der Nachkriegszeit große Bekanntheit, weil er die Tabus der deutschen Gesellschaft offensiv anging. Seine Kunst dieser Zeit zeigt die emotionale Zerrissenheit gegenüber der Verstrickung in historische Schuld.

Die Schau in Mannheim konzentriert sich auf spätere Skulpturen und Gemälde. Es sind überwältigende Werke, nicht nur durch ihre schiere Größe, sondern auch durch die Materialität – die Lieblingswerkstoffe des Künstlers sind Asche und Blei.

Karin Sander in Tübingen

Die weltweit erfolgreiche Konzeptkünstlerin Karin Sander zeigt in der Kunsthalle Tübingen erstmals den größten Zyklus ihres Gesamtwerkes: knapp 1.500 Exponate aus der Serie „Office Works” (1990-heute). Alles was Sander berührt, kann zum künstlerischen Spielfeld werden — vom Kopierpapier bis zum Sportstadion.

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Die „Office Works“ spiegeln Karin Sanders Umfeld, denn einen großen Teil ihrer Arbeitszeit verbringt die Künstlerin — im Büro. Dabei schafft sie es die Poesie und Schönheit dieses Ortes zu übertragen, das „ästhetische Potenzial“, ausschließlich im DIN-A4-Format.

Kunsthalle Tübingen (Foto: Pressestelle, Studio Karin Sander, VG Bild-Kunst, Bonn 2021)
Karin Sander, KS 2003 6 NZ, 2003 Büroklammern Pressestelle Studio Karin Sander, VG Bild-Kunst, Bonn 2021 Bild in Detailansicht öffnen
Installationsansicht der Ausstellung „Karin Sander“ in der Kunsthalle Tübingen. Pressestelle Martin Lauffer Bild in Detailansicht öffnen
Karin Sander, KS 2019 42 Pressestelle Studio Karin Sander, VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Martin Lauffer Bild in Detailansicht öffnen
Karin Sander inspiziert einen der Installationsräume in der Kunsthalle. Pressestelle Kunsthalle Tübingen, Foto: Martin Lauffer Bild in Detailansicht öffnen
Karin Sander, KS 2019 48 Pressestelle Studio Karin Sander, VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Martin Lauffer Bild in Detailansicht öffnen

François Boucher in Karlsruhe

Er gilt als Inbegriff des französischen Rokoko: Der selbst aus einfachen Verhältnissen kommende François Boucher war der Maler der galanten Welt, die er in lasziven, allegorischen und erotischen Motiven darstellte.

François Boucher - Künstler des Rokoko (Foto: Pressestelle, Cecilia Heisser, Nationalmuseum Stockholm )
François Boucher: Die Modistin (Der Morgen), 1746 Pressestelle Cecilia Heisser, Nationalmuseum Stockholm Bild in Detailansicht öffnen
François Boucher: Kopfstudie einer jungen Frau von hinten, um 1740 Pressestelle Patrick Goetelen, Genf / Sammlung Jean Bonna, Genf Bild in Detailansicht öffnen
François Boucher: Knieende junge Frau mit Kind, vor 1750 Pressestelle Staatliche Kunsthalle Karlsruhe Bild in Detailansicht öffnen
François Boucher: Madame de Pompadour, 1756 Pressestelle Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, München | Dauerleihgabe der Sammlung HypoVereinbank, Member of UniCredit Bild in Detailansicht öffnen
François Boucher: Schäfer und Schäferin, 1760 Pressestelle Staatliche Kunsthalle Karlsruhe Bild in Detailansicht öffnen

Anlässlich seines 250. Todesjahrs widmet die Kunsthalle Karlsruhe dem Hofmaler von Ludwig XV. die erste Einzelausstellung in Deutschland.

Das Design-Kollektiv Memphis in Weil am Rhein

Schrille Farben, Muster und Formen: so präsentierten sich die Möbel des italienischen Designerkollektivs „Memphis“. Die jungen Designer brachen Anfang der 80er Jahre bewusst mit den Konventionen des Industriedesigns. Provokant setzten sie mit dem Anbruch der Informationsgesellschaft darauf, die geltenden Gesetze des guten Geschmacks zu brechen.

Die Gallery des Vitra Design Museums in Weil zeigt eine kleine, aber spannende Ausstellung mit den wichtigsten Werken der Gruppe

Valie Export in Baden-Baden

Die österreichische Konzeptkünstlerin Valie Export gilt als eine Ikone der feministischen Kunst. Intensiv und radikal setzt sie sich mit den Verbindungen zwischen Körper und Medien auseinander.

Passend widmet sich die Baden-Badener Ausstellung dem Moment der Berührung in ihrem Werk und zeigt, wie Valie Export in raumgreifenden Installationen und Filmen die Grenzen zwischen Realitäten überschreitet.

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Gilbert & George in Frankfurt am Main

Seit über einem halben Jahrhundert macht das exzentrische Londoner Künstlerduo Gilbert & George gemeinsam Kunst. In ihrem großformatigen Collagen sind sie selbst das Thema.

Gilbert & George (Foto: Pressestelle, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Tom Oldham)
Gilbert & George, 2015 Pressestelle Schirn Kunsthalle Frankfurt, Tom Oldham Bild in Detailansicht öffnen
Ausstellungsansicht in der Frankfurter Schirn Pressestelle Schirn Kunsthalle Frankfurt, Norbert Miguletz Bild in Detailansicht öffnen
Christs, 1992 Pressestelle Schirn Kunsthalle Frankfurt, Privatsammlung, Gilbert & George Bild in Detailansicht öffnen
Darwin Day, 2019 Pressestelle Schirn Kunsthalle Frankfurt, Gilbert & George, Sprüth Magers Bild in Detailansicht öffnen
Knifed, 2011 Pressestelle Schirn Kunsthalle Frankfurt, Gilbert & George, White Cube Bild in Detailansicht öffnen
Naked Flats, 1994 Pressestelle Schirn Kunsthalle Frankfurt, Gilbert & George Bild in Detailansicht öffnen

In teils spielerisch-kitschiger, teils provokanter Darstellung kreist ihr Schaffen um Themen wie Religion, Sex, Tod, Hoffnung und Leben. Diesem bildgewaltigen Universum widmet die Frankfurter Kunsthalle Schirn im kommenden Jahr eine umfangreiche Retrospektive.

Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht in Mainz

Von Karl dem Großen bis Friedrich Barbarossa: Über 500 Jahre lang haben Kaiser die Geschicke Europas bestimmt. Insbesondere das Rhein-Main-Gebiet entwickelte sich mit der Kaiserkrönung Karls des Großen zu einem wichtigen Machtzentrum des Mittelalters.

Die große Landesausstellung in Rheinland-Pfalz beleuchtet diesen faszinierenden Ausschnitt mittelalterlicher Geschichte mit vielen beeindruckenden Original-Exponaten.

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Französischer Impressionismus in Stuttgart

Frankreich-Fans kommen in dieser Kunst-Saison voll auf ihre Kosten: Auch die Staatsgalerie Stuttgart zeigt französische Kunst, nämlich Meisterwerke des Impressionismus. Zu sehen gibt es Werke aus Privatsammlungen, die bisher nie öffentlich zu sehen waren.

Mit allen Sinnen! Französischer Impressionismus (Foto: Staatsgalerie Stuttgart)
Édouard Manet: Flieder in einer Glasvase, 1881 Staatsgalerie Stuttgart Bild in Detailansicht öffnen
Pierre- Auguste Renoir: Das Gewächshaus, um 1876 Staatsgalerie Stuttgart Bild in Detailansicht öffnen
Pierre-Auguste Renoir: Päonien, 1878 Staatsgalerie Stuttgart Bild in Detailansicht öffnen
Paul Gauguin: Bretonische Heuerinnen, 1889 Staatsgalerie Stuttgart Bild in Detailansicht öffnen
Gustave Caillebotte: Segelboote bei der Brücke von Argenteuil, 1882 Staatsgalerie Stuttgart Bild in Detailansicht öffnen
Edgar Degas: Frau bei der Toilette, 1895 Staatsgalerie Stuttgart Bild in Detailansicht öffnen
Berthe Morisot: Amme und Kind (Blanche Pontillon), 1872 Staatsgalerie Stuttgart Bild in Detailansicht öffnen
Camille Pissarro: Pontoise, Die Ufer der Oise, 1872 Staatsgalerie Stuttgart Bild in Detailansicht öffnen
Camille Pissarro: Rouen, Platz der Republik bei Regen, 1883 Staatsgalerie Stuttgart Bild in Detailansicht öffnen
Claude Monet: Rand der Steilküste bei Pourville, 1882 Staatsgalerie Stuttgart Bild in Detailansicht öffnen

Dabei macht die Ausstellung Kunst mit allen Sinnen erlebbar: Die Werke von Manet, Renoir, Monet, Pissarro, Sisley und Degas nicht nur zum Anschauen, sondern auch zum Riechen, Hören und Fühlen!

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