State and Nature (Foto: SWR, Marie-Dominique Wetzel)

Kunst

Diese Ausstellungs-Highlights im Südwesten warten im Herbst auf Besucher*innen

STAND

Katharina Sieverding in Baden-Baden, Jawlensky in Wiesbaden — im Südwesten dürfen immer mehr Museen und Kunstgalerien wieder öffnen, wenn die lokale Corona-Lage es erlaubt. Hier die Ausstellungs-Highlights, die jetzt unter diesen Voraussetzungen zu sehen sind.

„Nobody's listening“ im ZKM Karlsruhe

Vor sieben Jahren, im Sommer 2014 griffen Terroristen des sogenannten „IS“ Städte und Dörfer im Nordirak an – die Angriffe galten gezielt einer ethnisch-religiösen Minderheit: den Jesiden. Die Ausstellung wurde von zahlreichen internationalen NGOs erarbeitet und klärt auf vielen Infotafeln über die Gräueltaten an den Jesid*innen und ihre momentane Situation in den Flüchtlingscamps auf.

Nobody’s Listening (Foto: Pressestelle, Hailey Sadler)
Ihr Portrait-Foto hängt am Eingang der Ausstellung: Hala Safil Amo, eine hübsche junge Frau in Jeansjacke, der Blick, in dem sich Trauer und Fassungslosigkeit spiegeln, in die Ferne gerichtet. Sie habe, als das Foto entstand, auf ihre zerstörte Heimatstadt geschaut, sagt sie und an all die Ermordeten, Vermissten und Traumatisierten gedacht. Pressestelle Hailey Sadler

In „Nobody's listening“ sind künstlerische Arbeiten von jesidischen Künstler*innen zu sehen, die von ihren traumatischen Erlebnissen erzählen und die unter die Haut gehen.

„Here we are!“ Frauen im Design von 1900 bis heute im Vitra Design Museum Weil am Rhein

Die Ausstellung des Vitra Design Museums zeigt anschaulich, dass Frauen schon seit 120 Jahren als Gestalterinnen von Möbeln, Textilien oder Industrieprodukten mit dabei sind — bislang von der Öffentlichkeit aber kaum wahrgenommen wurden und werden. Erst ganz allmählich beginnt die Erforschung eines immer noch unterbelichteten Kapitels der Designgeschichte.

Werbeanzeige für Liisi Beckmanns Karelia-Sessel, 1969 (Foto: Pressestelle, Mit freundlicher Genehmigung von Zanotta SpA - Italy)
Werbeanzeige für Liisi Beckmanns Karelia-Sessel, 1969 Pressestelle Mit freundlicher Genehmigung von Zanotta SpA - Italy

„Here we are!“ heißt die Schau in Weil am Rhein, die spannende Aufklärungsarbeit leistet.

„Alles!“ von Alexej von Jawlensky im Museum Wiesbaden

Im Juni 1921 kam der russische Maler Alexej von Jawlensky erstmals nach Wiesbaden und traf bald darauf die Entscheidung, sich dort niederzulassen. 100 Jahre später widmet das Museum Wiesbaden, das heute die größte und bedeutendste Sammlung von Jawlensky-Werken besitzt, dem expressionistischen Künstler eine große Jubiläumsausstellung.

Alexej von Jawlensky: Selbstbildnis, 1912 (Foto: Pressestelle, Bernd Fickert, Museum Wiesbaden)
Ein Selbstbildnis von Alexej von Jawlensky aus dem Jahr 1912. Pressestelle Bernd Fickert, Museum Wiesbaden

111 seiner Werke werden gezeigt – eine faszinierende Schau mit vielen Anekdoten, neuen Wahrheiten und wichtigen Erkenntnissen.

Katharina Sieverding im Museum Frieder Burda

Großformatig, überwältigend in Ästhetik und meist auch mit politischer Aussage sind die Fotografien von Katharina Sieverding, die das Museum Frieder Burda in Baden-Baden zeigt. „Die Sonne um Mitternacht schauen“ lässt die Besucher*innen eintauchen in die farbintensiven Werke der mittlerweile 76-jährigen Künstlerin.

Katharina Sieverding (Foto: Pressestelle, Katharina Sieverding/VG Bild-Kunst, Bonn 2021)
Als Tochter eines Röntgenarztes wurde Katharina Sieverding schon früh durch die Verfremdungseffekte medizinischer Fotografie beeinflusst, etwa durch irisierende, zum Teil kontrastreichen Lichteffekte. Pressestelle Katharina Sieverding/VG Bild-Kunst, Bonn 2021

In Baden-Baden sind nun Werke aus allen Schaffensperioden der Künstlerin zu versammelt — von den 1960er Jahren bis heute.

„GOYA“ in der Fondation Beyeler in Riehen/Basel, Schweiz

Die Fondation Beyeler in Basel hat eine ganze Ausstellung den Werken des spanischen Malers Francisco Goya gewidmet. Er war nicht nur ein großartiger Maler und Porträtist am spanischen Königshof, sondern er war auch ein moderner Zweifler, denn „die Sichtweise der Welt von Goya ist nicht die unproblematischste“, sagt Austellungskurator Martin Schwander.

Francisco de Goya:Hospital für Pestkranke, (Hospital de apestados), 1808–1810; Öl auf Leinwand, 32,5 x 57, 3 cm (Foto: Sammlung Marqués de la Romana)
Francisco de Goya:Hospital für Pestkranke, (Hospital de apestados), 1808–1810; Öl auf Leinwand, 32,5 x 57, 3 cm Sammlung Marqués de la Romana

In Basel sind knapp 200 Gemälde zu sehen, die zeigen, wie unglaublich „aktuell“ das vielseitige und auch widersprüchliche Werk von Goya über die Jahrhunderte hinweg geblieben ist.

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Die Formen fließend, die Muster floral. Frauen wie Göttinnen. Typisch Jugendstil. Bis heute gilt er als Kunstrichtung einer Wohlfühlepoche. Tatsächlich war sie geprägt von Industrialisierung, Nationalismus und radikal neuen Lebensentwürfen. Diese Ausstellung erzählt auch von der Wirklichkeit hinter dem schönen Schein.  mehr...

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Retrospektive Blumen wie Ikonen: Georgia O’Keeffe in der Fondation Beyeler in Riehen

Mit ihren riesigen farbenprächtigen Blüten wurde Georgia O’Keeffe (1887-1986) berühmt. In der Fondation Beyeler ist jetzt eine große Retrospektive zu sehen, die mit 85 Werken einen Einblick in das vielfältige Werk der US-Malerin gibt.  mehr...

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Ob Friedensbewegung, Fridays for Future oder die Querdenker-Szene – junge Studierende der Stuttgarter Kunstakademie und des Modedepartments der Hochschule Pforzheim haben sich mit den verschiedensten Protestkulturen auseinandergesetzt. Die in der Ausstellung „Protestbereitschaft“ gezeigten Arbeiten spiegeln kritisch, nachdenklich, aber auch sehr humorvoll Erscheinungsbild und Auftreten Demonstrierender.  mehr...

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Wie können organische und künstliche Lebensformen interagieren? Diese Frage stellt sich die neue Ausstellung „BioMedien“ am ZKM Karlsruhe. Zahlreiche Künstler*innen haben sich mit der Frage auseinandergesetzt. „Es ist kein echter Gegenstand, sondern eine Projektion ins Wasser hinein“, so beschreibt Christa Sommerer, eine der beteiligten Künstlerin, ihr Kunstwerk, das sie zusammen mit Laurent Mignonneau realisiert hat. Die Ausstellung möchte verschiedene Wege erforschen, wie Menschen und künstliche Agenten zusammenleben können, ohne dass sie miteinander konkurrieren.  mehr...

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