Kunst

Wassermangel in der Weser: documenta-Kunstschiff „citizenship“ sitzt fest

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Das Schiff des documenta-Projekts „citizenship“ auf der Spree  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Fotograf: Christoph Soeder)
Das "citizenship"-Schiff am Beginn der Reise zur documenta auf der Spree nahe der Berliner Friedrichstraße. Ausgestattet ist das Schiff mit einer Tret- und Ruderanlage sowie nachhaltigen und recycelten Antriebssystemen. Fotograf: Christoph Soeder

Das schwimmende documenta-Kunstprojekt „citizenship“ hat seine Fahrt nach Kassel wegen eines zu niedrigen Wasserstandes der Weser in Niedersachsen unterbrechen müssen. „Die citizenship wird die momentane Trockenzeit am Anleger des 1. MC Wolfsburg am Doktorsee bei Rinteln verbringen", so eine Sprecherin. Die Organisatoren vom Berliner Zentrum für Kunst und Urbanistik hoffen, im September die verbliebenen 200 Kilometer bis nach Kassel fahren zu können.

Geplante Reisezeit: 55 Tage, Ankunft ungewiss

Die zum Floß umfunktionierte Dachkonstruktion einer ehemaligen Lagerhalle ist bereits von Berlin aus 400 Kilometer über verschiedene Flüsse gereist. Während der Reise wurden immer wieder Kunst- und Kulturprojekte mit örtlichen Vereinen und Schulen durchgeführt.

Ursprünglich sollte das Anfang Juni in Berlin gestartete Boot innerhalb von 55 Tagen die documenta fifteen in Kassel erreichen. Wegen eines Lecks hatte die „citizenship“ Ende Juni bereits kurzzeitig ihre Reise unterbrochen. Die documenta, die aktuell von einem Antisemitismus-Problem und einem Personalwechsel überschattet wird, gilt neben der Biennale in Venedig als wichtigste Präsentation von Gegenwartskunst.

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„Die documenta 15 zeigt auf, dass Antisemitismus und Rassismus zu den wichtigsten Themen in unserer Gesellschaft gehören“, sagt der Direktor des Lenbachhauses, Matthias Mühling. „Insofern ist es interessant, dass wir das jetzt so ausgiebig diskutieren, wo wir doch grundsätzlich Antisemitismus in unserer Gesellschaft haben und nicht nur auf der documenta", stellt der Kunstexperte fest. Das Lenbachhaus präsentiert anlässlich der documenta fifteen 2022 die Ausstellung „Was von 100 Tagen übrig blieb... Die documenta und das Lenbachhaus". Ein Parcours bedeutender Arbeiten aus allen documenta-Ausstellungen von der ersten Ausgabe 1955 bis zur 14. im Jahr 2017 dokumentiert, welche Arbeiten „von 100 Tagen“ in einer musealen Sammlung sichtbar geblieben sind.  mehr...

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