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Kulturbereich und Pandemie: Die Politik muss die Lage der Künstler*innen positiv verändern

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INTERVIEW

„Wir müssen den Kulturbereich krisenfester machen“, sagt Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates.

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Ein Grundeinkommen als mögliche Lösung

Vor zwei Jahren wurde in Deutschland die erste Corona-Infektion festgestellt. Die Kulturbranche galt schon vor der Pandemie als unsicheres Arbeitsumfeld. Mit der Corona-Krise hat sich die Situation noch verschärft.

Daraus müsse gelernt werden, sagt Zimmermann und die Politik müsse die soziale und wirtschaftliche Lage der Künstler*innen positiv verändern, zum Beispiel mit der Einführung eines Grundeinkommens.

Kommentar Leere Konzertsäle — eine bittere Zeit für die Kultur

Die Berliner Philharmoniker und ihr Silvesterkonzert: Ein Ereignis, das jedes Jahr ausverkauft ist – außer in der Pandemiezeit. Diese Zeit ist ein Kulturphänomen, das sich keiner vorstellen konnte. Selbst mit Hygienekonzept und Belüftung blieben und bleiben die Sitzplätze leer. Über die langfristigen Schäden im Kulturbereich und Corona und die Folgen spricht Maria Ossowski im Kommentar.  mehr...

SWR2 Treffpunkt Klassik SWR2

Gespräch Geplatzte Träume: ARTE-Doku „Viral Dreams“ über junge Menschen in der Corona-Krise

„Einmal genauer hinschauen, wie viel diese Generation getragen hat“ – das hat sich die ARTE-Doku „Viral Dreams“ vorgenommen. Im Gespräch mit SWR2 erzählt Producer Christian Beetz, wie sich das Projekt entwickelte. Als man im März 2020 – im ersten Corona-Lockdown – die Idee hatte, das Befinden junger Menschen darzustellen, habe man geglaubt, der Film könne in vier Monaten fertig sein, gesteht Beetz ein. Aber mit der Coronakrise habe man auch die Filmpläne verändern müssen. „Wir haben uns über 100 YouTuber angeschaut, weltweit", so Beetz. Aus dem Material, dass sieben junge Menschen aus aller Welt über sich online gestellt haben, sei dann die Dokumentation entstanden.
„All diese jungen Menschen, die mit all dieser Energie die Welt erobern wollen – und dann plötzlich hängenbleiben“, sagt Beetz im Rückblick bewundernd über das Ergebnis. Berührt habe ihn zum Beispiel die junge alleinerziehende Mutter Jessica aus den USA, die in der Krise politisiert worden sei und sich der „Black-Lives-Matter“-Bewegung angeschlossen hat. Beetz gesteht: „Da krieg man wirklich Gänsehaut.“
Ein generelles Reaktionsschema, wie junge Leute die Krise verarbeiten, gebe es nicht. „Man kann sehen, dass sie auch mit Humor an die Situation herangehen, aber andere sind gebrochen, andere reflektieren über ihr Leben“, berichtet Beetz. Insgesamt glaube er, dass die Doku helfe, die junge Generation zu verstehen. Denn deren Perspektive habe man lange vergessen. Nun zeige sich, wie schwer diese Generation angesichts ihrer großen Pläne am Lockdown trage. Beetz ist sich sicher: „Der Film gibt der Jugend einen großen Raum.“
Christian Beetz ist Filmproduzent, Geschäftsführer der „gebrueder beetz filmproduktion“ und mehrfacher Grimme-Preisträger.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Gespräch Es wird immer schwieriger: Kleine Kulturveranstalter in der Corona-Krise

Das Publikum reagiere unterschiedlich. Es gäbe die einen, die sich Sorgen machten. Aber es gäbe auch viele, die sagen würden, dass die Gefahr im Theater doch überschaubar sei. „Da man ja weiß, dass niemand im Saal ist oder sein kann, der nicht geimpft oder genesen ist, sind die meisten, glaube ich, dann doch relativ entspannt,“ sagt Claudia Wehner, Regisseurin und Mitglied des Leitungsteams der Kammerspiele Mainz.
Das Theater täte von seiner Seite alles, damit sich die Menschen sicher fühlen könnten. Den Betrieb könne man schon aufrechterhalten, aber man könne dann irgendwann die einhundert Freiberuflichen, die regelmäßig am Theater tätig seien: auf der Bühne, in der Technik, in der Ausstattung nicht mehr bezahlen. „Und das andere Problem ist, dass die Älteren von uns so langsam das Geld was sie für's Alter zurückgelegt haben, aufgebraucht haben nach den langen Monaten, und die Jüngeren eigentlich jetzt zunehmend andere Jobs haben, um ihre Miete bezahlen zu können und damit auch nicht mehr so zur Verfügung stehen, wie wir es vom Spielplan her gerade bräuchten,“ sagt Wehner.
Wie es für die Mainzer Kammerspiele weitergehe, hänge auf jeden Fall auch davon ab, ob es nächstes Jahr weiterhin noch Hilfen vom Staat gebe oder nicht. Für kleinere Kulturveranstalter ist die derzeitige Pandemiesituation wieder bedrohlich, denn wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nur wenige Leute kommen, fragt sich, wie lange der Betrieb noch wirtschaftlich aufrechterhalten werden kann.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Politik Neue Kulturstaatsministerin Claudia Roth: Vielfalt der Gesellschaft besser in der Kultur abbilden

Die Welt gerechter und besser zu machen, auch mit kulturellen Mitteln – dieser Ansatz begleite seit ihrer Tätigkeit, beschreibt die neue Kulturstaatsministerin Claudia Roth von den Grünen ihr Selbstverständnis. Dabei denkt sie auch zurück an ihre frühe Zeit als Managerin der Politrockband „Ton Steine Scherben“ um Rio Reiser. Gerade weil sie Kultur als „Grundnahrungsmittel“ der Gesellschaft betrachte, nicht als Luxusprodukt, sorge sie sich um die freie Kulturszene, die durch die Corona-Pandemie in ihrer Existenz gefährdet sei. Kultur sei auch der Club, der Poetry Slam, die freie Szene.Roth will die Vielfalt der Gesellschaft in der Kultur künftig besser abgebildet sehen. „Wo sind die Menschen mit Migrationsgeschichte? Wo sind die LGBTI, wo sind schwarze Menschen? Da gibt es noch ziemlich viel Nachholbedarf“, so die neue Kulturstaatsministerin im Gespräch mit dem ARD Hauptstadtstudio.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Kulturbranche Ergänzungen zum Corona-Sonderfonds — Mehr Absagen können anerkannt werden

Im Juni 2021 wurde der Corona-Sonderfonds für Kulturveranstaltungen vom Bund aufgelegt, um bei wirtschaftlichen Verlusten bei einer Pandemie-bedingten Absage oder Beschränkung der Veranstaltung finanziell auszuhelfen. Als Reaktion auf die erneut verschärfte Infektionslage wird dieser Sonderfond jetzt befristet um weitere Regelungen ergänzt.  mehr...

Gespräch Jung, kreativ und depressiv – Die Singer-Songwriterin Clara Louise will Mut machen

Clara Louise erkrankt als Teenager erstmals an einer Depression. Sie findet Hilfe, lernt den Umgang mit der Krankheit und erreicht viele andere Betroffene mit ihren Songs und Gedichten.  mehr...

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