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Susanne Kriemann sieht sich als eine Fotografin an der Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft. Sie hat in Ostdeutschland radioaktiv verseuchte Gebiete und in Sri Lanka die Verschmutzung der Mangrovenwälder mit Plastikmüll dokumentiert. In Karlsruhe recherchierte sie über das Kernforschungszentrum. Dennoch sind ihre Fotografien keine reinen Dokumentationen, sondern künstlerische Arbeiten.

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Plastikmüll in den Mangrovenwäldern von Sri Lanka

Zuerst sieht man auf der Fotografie nur schöne Natur, wilde Mangrovenwälder. Doch dann bemerkt man plötzlich das Stückchen Tau und den alten Kanister aus buntem Plastik, die da zwischen den Wurzeln hängen. Susanne Kriemann war vor zwei Jahren mit ihren Studierenden auf einer Exkursion in Sri Lanka. Sie wollten sehen, wo unser Plastikmüll landet.

#climatestrikeonline #mngrv @desawisatapengudang the interrelation of fossil fuels and a mangrove who knows how to bind CO2

Die kritische Haltung und das Hinterfragen des eigenen Tuns sind in Susanne Kriemanns Arbeit mit der Zeit immer wichtiger geworden. Und so werden ihre Fotoarbeiten auch immer begleitet von Texten, mit deren Hilfe viele verschiedene Zugänge zu einem Thema aufgezeigt werden.

„Man kann angesichts des Klimawandels nicht mehr einfach ein Bild an die Wand hängen, das ist keine Handlungsoption mehr.“

Fotoserien über die Folgen des Uranbergbaus in der ehemaligen DDR

Der Umgang mit Radioaktivität ist ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit. Susanne Kriemann hat über Jahre hinweg Naturwissenschaftler*innen bei ihren Feldstudien über die Folgen des Uranbergbaus in der ehemaligen DDR begleitet. Ganze Fotoserien und Künstlerbücher sind daraus entstanden. Und gerade stellt sie ein Buch über das ehemalige Kernforschungszentrum in Karlsruhe fertig.

Susanne Kriemann (Foto: Pressestelle, Peter Linke)
Susanne Kriemann, Professorin für Fotografie an der HfG, Karlsruhe Pressestelle Peter Linke

Künstlerische Forschungsarbeiten

Wichtig ist ihr dabei, dass ihre Fotografien keine reinen Dokumentationen sind, sondern künstlerische Forschungsarbeiten. Die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern fasziniert die Fotografin. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass beide Seiten viel voneinander lernen können, wenn sie sich auf einen echten Dialog einlassen.

Studiert hat Susanne Kriemann an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart unter anderem bei der New Yorker Performance-Künstlerin Joan Jonas und dem US-amerikanischen Konzeptkünstler Joseph Kosuth – zwei sehr unangepasste, experimentierfreudige Künstlerpersönlichkeiten. Seit 2017 ist Susanne Kriemann Professorin für Künstlerische Fotografie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.

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