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Fundraising, Drittmittelakquise, Spendenaktionen – private Gelder eintreiben gehört für Museen zum Tagesgeschäft. So auch beim Rosgartenmuseum Konstanz, das dieses Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiert. Im Vorfeld der Jubiläumsausstellung im Juni startete das Museum eine Spendenaktion namens „Konstanzer Kostbarkeiten“. In ihrem Rahmen können Bürger*innen Restaurierungs-Patenschaften für Exponate übernehmen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

Anselm Venedey wusste sofort, für welches Exponat er Restaurierungspate werden will, als er sah, wer das ramponierte Nachttischchen einst an seinem Bett stehen hatte: Heinrich Ignaz von Wessenberg, bis 1860 Generalvikar von Konstanz.

Venedey ist Wirt des „Cafe Wessenberg“, das sich im ehemaligen Wohnhaus des berühmten Konstanzers befindet.

Restaurierungspaten des Rosgartenmuseums Konstanz, mit Kunstwerke (Foto: Katharina Schlude, Rosgartenmuseum)
Dr. Tobias Engelsing, Direktor der städtischen Museen Konstanz mit den Restaurierungspaten Anselm Venedey und Michael Veeser (v.l.n.r.). Katharina Schlude, Rosgartenmuseum

„Zu sagen ich habe etwas so Intimes wie Wessenbergs Nachttisch restaurieren lassen, gibt einem eine ganz besondere Nähe.“

Anselm Venedy, Restaurierungspate

Für 200 Exponate sucht das Rosgartenmuseum Restaurierungspaten. Die im besten Fall auch solch besondere Nähe wie Venedey zu ihrem ausgewählten Kunstwerk und damit auch zum Rosgartenmuseum bekommen — und damit weiter Interesse an der Unterstützung des Museums entwickeln.

Von der Heiligendarstellung über die Pickelhaube bis zum Landschaftsgemälde

Venedy hat 500 Euro hat für die Restaurierung des Nachttischchens gezahlt. Man kann aber auch mit 50 Euro Restaurierungspate werden, indem man etwa die Säuberung einer wertvollen Brosche oder eines alten Rosenkranzes übernimmt. Für jeden soll etwas dabei sein.

Michael Veeser hat die Restaurierung einer Reiterfigur aus einer alten Weihnachtskrippe übernommen. Der Kopf ist abgebrochen, die Oberfläche stark beschädigt. Gut 2000 Euro kostet es, den Reiter wieder herzurichten.

Museen als Hort kultureller Identität

Für Veeser ist es wichtig, dass er mit seiner finanziellen Hilfe Exponate am Leben erhält, die den Menschen kulturelle Identität bedeuten. Die Krippenfigur zum Beispiel wurde im Kloster Zoffingen geschaffen, dem letzten von mehreren alten Klöstern der Konzilstadt Konstanz.

„Museen müssen die Dinge, die kulturelle Identität geprägt haben, sammeln, bewahren und so in einen Kontext stellen, dass es den Menschen bewusst gemacht werden kann.“

Michael Veeser, Restaurierungspate

Mit 200.000 Gegenständen hat das Rosgartenmuseum dafür viele Möglichkeiten - sie bilden eine der bedeutendsten natur-, kultur- und kunstgeschichtlichen Sammlungen der Bodenseeregion.

Noch 100 Spender gesucht

Bisher sind 90 000 Euro für die Restaurierungsaktion zusammengekommen. Sprich 100 Namen stehen bereits fest, die auf die Stiftertafel geschrieben werden, die zur Jubiläumsausstellung „150 Jahre Rosgartenmuseum“ im Juni aufgestellt wird.

Für 100 Namen ist noch Platz. Aber es ist ja auch noch etwas Zeit auf dem Weg, das Bewusstsein der Stadtgesellschaft für ihr Museum zu schärfen.

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