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Vor 40 Jahren war eine Gruppe von Designern so richtig angeödet von ihren eigenen Wohnungen: alles so genormt, so brav, so trist irgendwie.. Was also tun? Neue Möbel braucht die Welt.... Und dieses Gefühl kennen wir alle zurzeit nur zu gut: Lockdown, Home Office, die eigenen oder gemieteten vier Wände bräuchten dringend ein Make Over, sprich: ein neues Outfit!

Ausstellung „Memphis - 40 Jahre Kitsch und Eleganz" im Vitra Design Museum Weil am Rhein (Foto: © Masanori Umeda © Studio Azzurro, courtesy Memphis, Milano, www.memphis-milano.com )
Das italienische Design-Kollektiv „Memphis“ entstand im Winter 1980/81, als sich um Ettore Sottsass eine Gruppe junger Designer versammelte. Sie wollten aus den Dogmen des Industriedesigns ausbrechen. (Bild: Das Memphis-Team auf dem Bett „Masanori” von Umeda Tawaraya, 1981) © Masanori Umeda © Studio Azzurro, courtesy Memphis, Milano, www.memphis-milano.com Bild in Detailansicht öffnen
Die Memphis-Entwürfe wirkten mit ihren schrillen Farben und Mustern wie aus einem Comic entsprungen und prägten einen völlig neuen Look, in dem sich Popkultur, Werbeästhetik und Postmoderne zu einem wilden Mix verbanden. (Bild: Peter Shire, Sessel „Bel-Air“, 1982) © Peter Shire © Vitra Design Museum, Foto: Jürgen Hans Bild in Detailansicht öffnen
Schon die Namensfindung der Gruppe hatte einen Hauch von Glamour: Der Name „Memphis“ stammt angeblich aus Bob Dylans Song „Stuck Inside of Mobile with the Memphis Blues Again“, der bei einem der ersten Treffen der Gruppe lief. (Bild: Ettore Sottsass, Lampe „Ashoka“, 1981) © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 © Vitra Design Museum, Foto: Andreas Jung Bild in Detailansicht öffnen
Der endgültige Durchbruch erfolgte 1982, als Modezar Karl Lagerfeld seine Wohnung in Monte Carlo mit Memphis-Möbeln einrichtete. © Foto: Jacques Schumacher © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 für Entwürfe von Ettore Sottsass Bild in Detailansicht öffnen
Karl Lagerfelds Apartment in Monte Carlo mit Memphis-Entwürfen, 1982 © Jacques Schumacher © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 für Entwürfe von Ettore Sottsass Bild in Detailansicht öffnen
Zu den wichtigsten Memphis-Objekten zählen Sottsass’ raumgreifende Regalentwürfe, wie das Modell „Beverly“ (1981). Der Entwurf vereint Elemente wie einen Chrombügel, eine bunte Glühbirne und Laminate in Wurzelholz- und Schlangenhautoptik in einer meisterhaften Komposition zwischen Kitsch und Eleganz. © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 © Vitra Design Museum, Foto: Jürgen Hans Bild in Detailansicht öffnen
Auch die Leuchte „Super“, die 1981 von Martine Bedin entworfen wurde, zählt zu den Memphis-Ikonen. Ihre halbkreisförmig gereihten Glühbirnen kennt man von Rummelplätzen – auf Räder gestellt und mit einem Kabel versehen, ergeben sie ein Lichtobjekt, das an ein Kinderspielzeug erinnert. © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 © Vitra Design Museum, Foto: Andreas Sütterlin Bild in Detailansicht öffnen
Viele Mitglieder standen bei der Gründung der Gruppe am Anfang ihrer Laufbahn und wurden durch „Memphis“ weltweit bekannt. So sind Matteo Thun und Michele De Lucchi bis heute international als Industriedesigner tätig. (Bild: Michele De Lucchi, Tisch „Kristall“, 1981) © Michele De Lucchi © Vitra Design Museum, Foto: Jürgen Hans Bild in Detailansicht öffnen
Michele De Lucchi, Entwurfszeichnungen für Leuchten, 1981 © Michele De Lucchi Bild in Detailansicht öffnen
Die Ausstellung zeigt auch De Lucchis Stuhl „First“ (1983), bei dem kugelförmige Aufsätze auf den Armlehnen den Sitzenden wie Planeten umkreisen. © Michele De Lucchi © Vitra Design Museum, Foto: Jürgen Hans Bild in Detailansicht öffnen
Auch Nathalie Du Pasquier war ein wichtiges „Memphis“-Mitglied. Sie übertrug die Ideen der Gruppe auf raffinierte Textilmuster und Interieurentwürfe. (Bild: Nathalie du Pasquier, Zeichnung für ein Interieur, 1982) © Nathalie du Pasquier Bild in Detailansicht öffnen
Bis zur abrupten Auflösung der Gruppe 1987 blieb „Memphis“ ein eher loser Zusammenschluss gleichgesinnter Designer, von denen manche auch nur einzelne Entwürfe beisteuerten. (Bild: Shiro Kuramata, Tisch „Kyoto“, 1983) © Shiro Kuramata © Vitra Design Museum, Foto: Jürgen Hans Bild in Detailansicht öffnen
Die Ausstellung in der Vitra Design Museum Gallery ist eine Hommage an die kurze, aber umso intensivere Ära der Gruppe „Memphis“, deren Energie und Gestaltungswille bis heute faszinieren. (Bild: Sottsass Associati, Interieur für eine Ausstellung über italienisches Design in Tokyo, 1984) © Foto: Marirosa Ballo © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 für Entwürfe von Ettore Sottsass Bild in Detailansicht öffnen

Vielleicht lassen Sie sich ja jetzt anregen von den wild gewordenen Möbel-Designern, die unter dem Namen „Memphis“ vor vierzig Jahren mit viel Farbe und schrillen Mustern das Design revolutionieren wollten. Das Vitra Design Museum feiert das Jubiläum mit einer kleinen, feinen Schau...

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