SWR2 Wissen Markgräfin Karoline Luise von Baden

Die gebildete Meistersammlerin

Von Pia Fruth

Dauer

Als die hessische Prinzessin Karoline Luise am 11. Juli 1723 in Darmstadt geboren wird, ist sie ein schwächliches kleines Mädchen. Als sie knapp 60 Jahre später als Gemahlin des badischen Markgrafen Karl-Friedrich stirbt, gilt sie als eine der gebildetsten Frauen der deutschen Aufklärung. Mit mehr als 750 prominenten Briefpartnern - darunter der Dichter Voltaire, der Naturforscher Carl von Linné und die Regentinnen Maria Theresia und Marie-Antoinette - unterhält sie rege Korrespondenz. Sie sammelt leidenschaftlich Gemälde, die den Grundstock der heutigen Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe bilden, und baut ein Naturalienkabinett auf, aus dem später das Staatliche Museum für Naturkunde in Karlsruhe erwächst. Ihren Ehemann berät sie mit politischem Weitblick und bezaubert Gäste am Hof mit Charme und Scharfsinn. "Fast männlich" sei ihre Bildung, sagt ein Zeitgenosse bewundernd - und spricht ihr damit das höchste gesellschaftliche Lob für eine Frau der damaligen Zeit aus.
Vom 30. Mai an widmet die Kunsthalle Karlsruhe Karoline Luise von Baden eine große Landesausstellung.

STAND