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„Total surreal“ lautet das Motto im Ausstellungsjahr 2020 im Arp Museum Bahnhof Rolandseck in Remagen. Neben den Altmeistern Salvador Dalí und Hans Arp ist auch der Berliner Künstler Jonas Burgert mit seiner Ausstellung „Sinn frisst“ zu sehen

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:40 Uhr
Sender
SWR2

Ausstellung Der Subtext der Dinge: Jonas Burgert im Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Ausstellung „Jonas Burgert. Sinn frisst“ im arp museum Bahnhof Rolandseck (Foto: Jonas Burgert, Foto: Lepkowski Studios)
Jetzt wissen wir wirklich, warum der Neubau des Arpmuseums in Rolandseck so riesige hohe Räume hat und so große Fensterflächen: Sie sind gedacht für monumentale Gemälde von 4 auf 7 Metern, die das doppelte an Platz brauchen, um sich zu entfalten. Jonas Burgert entwirft in seinen Bildern und Skulpturen eine Welt, die Traum, Alptraum, Apokalypse und Verheißung gleichzeitig verkündet. — Im Bild: Ruhsuch, 2020 Jonas Burgert, Foto: Lepkowski Studios Bild in Detailansicht öffnen
Ein Beispiel: Inmitten einer dunklen Höhle sitzt ein junger Mann mit Anzug und Krawatte in einer chaotischen Szenerie, in der es kein Unten und kein Oben gibt, und in der sich bunte Tücher über Ruinen legen. — Im Bild: Feinwund, 2019 Jonas Burgert, Foto: Lepkowski Studios Bild in Detailansicht öffnen
Dazwischen fluoreszierende Rieseninsekten, dunkle schattenhafte Wesen und flüchtige Eindrücke von Menschen. Wie ein Filmstill scheint die Szene erstarrt. Ist es Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft? Ist es Vision oder Wirklichkeit? Sind es Gedanken oder Erinnerungen des Mannes im Zentrum? — Im Bild: schlag Luft, 2019 Jonas Burgert, Foto: Lepkowski Studios Bild in Detailansicht öffnen
Der 49-jährige Künstler fesselt die Besucher mit seinen Bildern, aber auch mit seinem Enthusiasmus – er hat eine klare Botschaft, er lebt für die Kunst. Und das war schon immer so, obwohl er viele Jahre nicht davon leben konnte. Familientradition: Schon der Vater war ein mittelloser Maler und Musiker, die elterliche Wohnung vollgestopft mit Bildern. — Im Bild: Schlier, 2020 Jonas Burgert, Foto: Lepkowski Studios Bild in Detailansicht öffnen
Jonas Burgert studiert Malerei an der Westberliner Universität der Künste und ist anfangs total erfolglos. Er arbeitet auf dem Bau, teilt als Laufbursche Post aus. Sein Zuhause ist lange Zeit eine Doppelgarage — in der einen Hälfte arbeitet, in der anderen lebt er. Bei einer Kreuzberger Hinterhofausstellung wird Burgert dann entdeckt und ist inzwischen der große Newcomer der Szene. — Im Bild: Sinn frisst, 2019 Jonas Burgert, Foto: Lepkowski Studios Bild in Detailansicht öffnen
Die Bilder und Skulpturen von Jonas Burgert sind kraftvoll und geheimnisvoll. Sie scheinen apokalyptisch, aber leben wir nicht alle bereits in der Apokalypse durch digitale Welten und Informationsüberfluss? Oder ist alles nur eine Kopfsache? — Im Bild: puls spur stop, 2012 Jonas Burgert, Foto: Lepkowski Studios Bild in Detailansicht öffnen
Burgert schöpft aus der Kunstgeschichte, seine Bildräume erinnern formal an Hieronymus Bosch, haben aber auch eine ganz andere Dimension. Ihn interessiere es, was wir als Menschen von den Dingen empfinden, den Subtext, so Burgert, das Transformieren des Denkens in eine andere Sprache — als Farbe, Klang oder Ton. — Im Bild: Ihr Wir, 2020 Jonas Burgert, Foto: Lepkowski Studios Bild in Detailansicht öffnen
Das macht Jonas Burgert auch – seine Bilder füllen den unendlichen Raum. Er stellt uns vor Rätsel und zwingt uns zum Nachdenken – über seine Sicht, über seine Titel wie „Sinn frisst“ oder „Schwindling“. Und gleichzeitig erreicht er damit ein Nachdenken über uns selbst, über unsere Sicht, über die Welt und den Raum um uns herum. — Im Bild: Stirnstand, 2019 Jonas Burgert / Lepkowski Studios Bild in Detailansicht öffnen

Jonas Burgert. Sinn frisst. Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Remagne, 16.2.-16.8.

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