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Jede*r kann grün: „Einfach Grün – Greening the City“ zeigt Oasen im Städtebau

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Begrünte Städte wirken nicht nur positiv auf die Klimaerwärmung, sondern reduzieren auch Aggressionen! Das Deutsche Architekturmuseum stellt in der Ausstellung „Einfach Grün – Greening the City“ internationale Beispiele begrünter Hochhäuser, Wohnhäuser und Fabriken vor. Auch Stadtbewohner*innen aus ganz Deutschland konnten Fotos von Oasen in Hinterhöfen und auf Dachterrassen einsenden. Die Ausstellung zeigt praktische Beispiele und ist ein Appell an alle: Do it yourself!

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Greening the city (Foto: Pressestelle, Chartier und Corbasson, Deutsches Architekturmuseum Frankfurt)
Schon die Antike kannte die Grüne Stadt: Eins der sieben Weltwunder sollen die „hängenden Gärten der Semiramis“ gewesen sein – eine stufenartige Gartenanlage auf dem Palast in Babylon, auf dem ganze Bäume wuchsen. – Im Bild: CHAMBRE DE COMMERCE, CHARTIER CORBASSON Pressestelle Chartier und Corbasson, Deutsches Architekturmuseum Frankfurt Bild in Detailansicht öffnen
Viel anders sehen auch die horizontal oder vertikal begrünten Gebäude aus den letzten 50 Jahren nicht aus. – Im Bild: OT HOFFMANN, BAUMHAUS DARMSTADT, DEUTSCHLAND 1972 Pressestelle Georg Dörr Bild in Detailansicht öffnen
Die grundsätzliche Stoßrichtung unterscheide sich jedoch, so Kuratorin Heide Strobl: „Man hat bei den Gärten der Semiramis das Prinzip verfolgt, die Beherrschbarkeit der Natur demonstrativ zu zeigen.“ – Im Bild: Begrünte Bestandsbauten in Lübeck Pressestelle Haufe Petereit Architekten Bild in Detailansicht öffnen
„Grün“ ist der neue Trend in der Stadtentwicklung – auch, weil er helfen kann, Klimaerwärmung zu vermindern, erklärt Kurator Rudi Scheuermann: „Wenn wir den CO2-Ausstoß verhindern wollen, dann müssen wir auf die natürliche Kühlung der Pflanzen in Städten setzen.“ – Im Bild: Begrünte Hausfassade an Kölner Mehrfamilienhaus Pressestelle Benjamin Marx, Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH Bild in Detailansicht öffnen
Außerdem könne man auf die Luftreinigung der Pflanzen in Städte und auf akustische Dämpfung setzen, weil dann ein größerer Teil des Jahres natürliche Lüftung in Häusern, Büros, Wohnungen oder sogar in Museen gewährleistet werden könne. – Im Bild: KÖ-BOGEN II, DÜSSELDORF, INGENHOVEN ARCHITECTS, DÜSSELDORF Pressestelle HG Esch, Deutsches Architekturmuseum Frankfurt Bild in Detailansicht öffnen
Unter den 18 ausgewählten architektonischen Leuchtturmprojekten: die bekannten Zwillingstürme des „Bosco Verticale“, zwei bewaldete Hochhäuser mitten in Mailand. – Im Bild: VERTICAL FOREST, STEFANO BOERI ARCHITETTI, MAILAND Pressestelle Dimitar Harizanov Bild in Detailansicht öffnen
Mit dabei ist aber auch die Müllverbrennungsanlage Copenhill des dänischen Architekturbüros BIG, deren begraste Riesenrampe von 2019 als neue Freizeitattraktion gilt. – Im Bild: COPENHILL, BIG BJARKE INGELS GROUP SLA, KOPENHAGEN DÄNEMARK, 2019 Pressestelle Rasmus Hjortshoj Bild in Detailansicht öffnen
Die Kurator*innen zeigen auch ausgewählte Fotos, die alle Stadtbewohner Deutschlands einsenden konnten und können – Fotos von ihren Hinterhof-Oasen, ihren Urban Farming-Projekten auf Dachterrassen oder üppigen Hauswandbepflanzungen. – Im Bild: Gemüseanbau auf dem Dach in Nürnberg Pressestelle Stefan Riedl, Büro für Bauform Bild in Detailansicht öffnen
Jede*r kann grün, so die Botschaft, aber auch: Grün tut allen gut. – Im Bild: POCKET HABITAT Pressestelle Thomas Graham, Arup, Deutsches Architekturmuseum Frankfurt Bild in Detailansicht öffnen
Es sei statistisch nachgewiesen, dass in Stadtteilen, die einen größeren Begrünungsgrad haben, weniger Aggression stattfänden, so Kurator Rudi Scheuermann. Alles verbessere sich, weil die Menschen von der stressmindernden Wirkung von Umgebungsgrün profitieren. – Im Bild: TOWER25, ATELIER JEAN NOUVEL Pressestelle Yiorgis Gerolymbos Bild in Detailansicht öffnen
Die Ausstellung setzt auf den Abbau von Vorurteilen. Gesunder Bausubstanz können Pflanzen nichts anhaben, sagt Rudi Scheuermann. Auch pflegeintensiv müsse Begrünung nicht sein. – Im Bild: Wohnprojekt in Wien Pressestelle Marko Mestrovic, Deutsches Architekturmuseum Frankfurt Bild in Detailansicht öffnen
Asien und Australien gelten als Vorreiter in der Begrünungsarchitektur. Deutschland hinkt etwas hinterher, aber auch hier gibt es Zugpferde. – Im Bild: 1000 TREES, SHANGHAI, HEATHERWICK STUDIO, LONDON Pressestelle Qinyan Zhu Bild in Detailansicht öffnen
Stuttgart etwa schreibt neuerdings 30% Fassadenbegrünung im allgemeinen Bebauungsplan vor. Aber auch in anderen Städten gibt es Pilotprojekte. – Im Bild: STADTHAUS M1, BARKOW LEIBINGER, Freiburg Pressestelle Stefan Müller Bild in Detailansicht öffnen
Das Architekturmuseum macht selbst auch mit beim neuen Trend und hat zwölf kleine Lichthöfe am Gebäude erstmals bepflanzt. – Im Bild: Dachgarten, Schottenfeldgasse in Wien Pressestelle Alexander Hagner, gaupenraub Bild in Detailansicht öffnen

Unter einfach-gruen.jetzt können Interessierte an einer interaktiven Karte mitarbeiten: Das Architekturmuseum will dort Begrünungsprojekte in verschiedenen Städten dokumentieren und deren Initiator*innen vorstellen.

Die Ausstellung „Einfach Grün – Greening the City“ des Deutschen Architekturmuseums läuft vom 22.1.-20.6.2021. Die Ausstellungseröffnung am 22. Januar 2021 um 18 Uhr wird digital über Facebook und Youtube ausgerichtet.

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