Gespräch

Im Wintermantel durch die Ausstellung: Wie Museen in einer möglichen Gaskrise Energie sparen könnten

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INTERVIEW
Frauke Oppenberg

Wie können Museen auf eine drohende Energiekrise im Winter reagieren? „Unpopuläre Maßnahmen“ hatten bereits die bayerischen Museen angekündigt. „Wenn es wirklich dicke kommt, kann man die Temperaturen natürlich deutlich herunterfahren“, sagt auch der leitende Direktor der Freiburger Museen, Tilmann von Stockhausen in SWR2. „Dann lässt man halt den Mantel an, geht im Mantel durch das Haus.“

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Stabile Feuchtigkeitswerte sind in Museen notwendig

Als er 2008 nach Freiburg gekommen sei, habe das Augustinermuseum noch gar nicht über eine Heizung verfügt, erinnert sich von Stockhausen. Niedrige Temperaturen seien im Winter der Regelfall gewesen. Das gelte heute noch für viele Schlösser, die man auch im Winter besichtigen könne.

„Für uns als Museum ist es nur wichtig, dass wir eine Stabilität bei den Feuchtigkeitswerten halten“, sagt der Freiburger Museumschef. „Das Ideal für die Kunst sind um die 50 Prozent.“ Mittelalterliche Holzskulpturen dürften keine Risse bekommen, Gemälde nicht krachen. „Geringere Temperaturen halte ich durchaus für vertretbar.“

Kulturmedienschau Energiekrise stellt Kultureinrichtungen vor Herausforderungen | 22.7.2022

Die mögliche aber wahrscheinliche Gas-Krise, die im Herbst auf uns zukommen wird, ist als Angst-Szenario auch in der Kultur angekommen. Wie werden Museen, Theater und Konzerthäuser damit umgehen, wenn sie ihre teilweise enormen Heizkosten nicht mehr bezahlen können? Und was heisst das für das Publikum: gehen wir im Wintermantel ins Konzert, mit der Wollmütze ins Museum oder werden die Häuser sogar schließen müssen? Gestern hat Kulturstaatsministerin Claudia Roth die Kulturbranche jedenfalls schonmal auf Notfall-Szenarien eingeschworen.  mehr...

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