Instagram-Aktion #strangethingschallenge: Historisches Museum Pfalz landet Social-Media-Hit

Über seinen Instagram-Kanal hat das Historische Museum der Pfalz in Speyer zur #strangethingschallenge aufgerufen: Sammlungen sollen ihre „strange things“, also ihre kuriosesten Ausstellungsobjekte, unter dem Hashtag teilen. Inzwischen haben über 100 Museen aus ganz Europa an der Instagram-Aktion teilgenommen. Über 500 seltsame, witzige und absurde Exponate befinden sich bereits unter dem Hashtag.

Ein kollektives Kichern geht um in der Museumslandschaft – und nicht nur dort. Der Grund: Fotos auf Instagram. Eine Hitler-Figur mit einem Nadelkissen als Hintern, Nadeln inklusive.

Ein Klopapierhalter mit Radio oder eine Krone aus recht groben Hölzchen mit Weintrauben und Schleifen dran. Letztere stammt aus dem Historischen Museum der Pfalz in Speyer und stand mit am Anfang dieser Bilderwelle, gemeinsam mit vier anderen merkwürdigen Exponaten:

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Kuriositäten aus den Depots

Sehr merkwürdig - „strange“ eben. #Strangethingschallenge nannte das Historische Museum der Pfalz dementsprechend den hashtag. Ein Aufruf an andere Museen, doch mal zu schauen, was ihre Depots an Kuriositäten aufweisen.

Solche Instagram-Aufrufe unter Museen sind durchaus üblich. Im letzten Jahr forderten sie sich auf, schwarz-weiße Bilder zu posten. Ganz hübsch, aber es geht auch origineller, wie die Aktion #strangethingschallenge beweist.

Phallus-Symbole und Hygieneartikel sehr beliebt

Was als skurril empfunden wird, liegt dabei in der Auswahl des teilnehmenden Museums. Phallus-Symbole und Hygieneartikel sind beliebt, auch Exponate mit Gruseleffekt: eine harmlose Puppe, die Künstlern als regungsloses Modell diente, erinnert heute wegen ihrer Verwitterung eher an einen Zombie, dem die Lederhaut in Fetzen herunter hängt.

Da die Museen einander gegenseitig herausfordern, ebbt die Bilderflut erst einmal nicht ab. Längst aber sind die Museen bei der #strangethingschallenge nicht mehr unter sich, erzählt Susanne Schilz vom Historischen Museum der Pfalz: „Auch Instagram-Nutzer fordern Museen inzwischen dazu auf, sich zu beteiligen. Das ist das Tolle bei Social Media, dass Interaktion entsteht.“

Vielleicht entsteht aus der Challenge noch eine wirkliche Ausstellung

Interaktion bedeutet Besucherbindung. Die Museen bleiben im Gedächtnis der Nutzer, verbunden mit der Botschaft: Hier gibt es interessante Dinge und jedes erzählt eine Geschichte.

Museumsdirektor Alexander Schubert kann sich vorstellen, das Rad noch weiter zu drehen. „Es gibt die Idee, ob wir nicht eine wirkliche Ausstellung zu den „strange things“ ins Museum zu bringen könnten.“

Via Social Media Menschen neugierig machen mit skurrilen Bildern, ihnen nebenbei interessante Geschichten erzählen, sie vielleicht über beliebte Stücke abstimmen lassen und sie anschließend in eine echte Ausstellung locken: Genauso funktioniert Museum 2.0.

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