Kunst

Barthélémy Toguo – herausragender Künstler der afrikanischen Szene in der Villa Merkel Esslingen

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AUTOR/IN
Silke Arning

Die Esslinger Ausstellung „Faith can move mountains“ zeigt Werke des kamerunisch-französischen Künstlers Barthélémy Toguo, der als einer der herausragenden Künstler der afrikanischen Kunstszene gilt. Toguo beschäftigt sich mit Themen wie Migration und Exil, mit Umweltgefährdung und Epidemien, jedoch keineswegs düster und anklagend, sonst einladend und humorvoll.

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Barthélémy Toguo in der Villa Merkel Esslingen (Foto: SWR, Silke Arning)
Barthélémy Toguo arbeitet mit erstaunlich vielen unterschiedlichen Materialien: mit Holz und Emaille, er malt, webt Teppiche, zeichnet, fotografiert, dreht Videos oder sucht Aufmerksamkeit über Aktion und Performance. Silke Arning

„Toguo formuliert einladende Gesten an uns, dass wir uns im Blick auf das, was Afrika ausmacht, anders öffnen und mehr Respekt der Geschichte Afrikas gegenüber entwickeln ... Man wird wirklich ins Staunen eingeladen. Das finde ich schon sehr sehr kräftig und stark und unglaublich eigenständig.“

Barthélémy Toguo in der Villa Merkel Esslingen (Foto: SWR, Silke Arning)
Hand by hand - Das Gegenüber von europäischer und afrikanischer Welt demonstriert eine Installation im Lichthof der Villa Merkel, bei der der Mensch zum behördlichen Stempelakt wird: Eine gewaltige Leiter ragt bis in den ersten Stock, auf den überdimensionierten Trittbrettern liegen mit der Kettensäge geformte Holzfiguren, die wie Stempel aussehen und verschiedene Prägungen aufweisen: Worte wie „Einwanderung“ oder „Wir sind das Volk“. Silke Arning Bild in Detailansicht öffnen
Crazy City - Skulpturen aus Limettenbaumholz auf afrikanischen Teppichen Silke Arning Bild in Detailansicht öffnen
Versöhnlich und universell die großformatigen Bilder von Barthélémy Toguo: eine Serie feiner, sehr organischer Malereien in kräftigem Blau – Ranken und Wasseradern, dazwischen menschliche Silhouetten. Silke Arning Bild in Detailansicht öffnen
Blick in die Ausstellung Silke Arning Bild in Detailansicht öffnen
Blick in die Ausstellung Silke Arning Bild in Detailansicht öffnen
Road to exil II - Der Weg ins Exil – er führt über eine Pfütze aus grünen Wasserflaschen. Die Fahrt der kleinen, turmhoch mit dicken Bündeln beladenen Holzbarke wird zu einer fragilen, gefährlichen Angelegenheit und scheint so schon von vornherein zum Scheitern verurteilt zu sein. Silke Arning Bild in Detailansicht öffnen
Barthélémy Toguo - man staunt, mit wieviel unterschiedlichen Materialien dieser Künstler arbeitet - mit Holz und Emaille, er malt, webt Teppiche, zeichnet, fotografiert, dreht Videos oder sucht Aufmerksamkeit über Aktion und Performance. Silke Arning Bild in Detailansicht öffnen

Humor trotz bedrückender Themen

Man staunt, mit wieviel unterschiedlichen Materialien dieser Künstler arbeitet - mit Holz und Emaille, er malt, webt Teppiche, zeichnet, fotografiert, dreht Videos oder sucht Aufmerksamkeit über Aktion und Performance. In „Transit“ zum Beispiel konfrontierte er Zöllner und Sicherheitspersonal am Flughafen mit hölzernen Koffern. Mit diesem für ihn typischen Humor greift Barthélémy Toguo die Themen von Emigration und Exil auf, ohne zu bagatellisieren.

Erfahrungen der Migration: Menschen werden zum behördlichen Stempelakt

Das Gegenüber von europäischer und afrikanischer Welt demonstriert eine Installation im Lichthof der Villa Merkel, bei der der Mensch zum behördlichen Stempelakt wird: Eine gewaltige Leiter ragt bis in den ersten Stock, auf den überdimensionierten Trittbrettern liegen mit der Kettensäge geformte Holzfiguren, die wie Stempel aussehen und verschiedene Prägungen aufweisen: Worte wie „Einwanderung“ oder „Wir sind das Volk“. 

Barthélémy Toguo in der Villa Merkel Esslingen (Foto: SWR, Silke Arning)
Versöhnlich und universell die großformatigen Bilder von Barthélémy Toguo: eine Serie feiner, sehr organischer Malereien in kräftigem Blau – Ranken und Wasseradern, dazwischen menschliche Silhouetten. Silke Arning

Ganz anders, geradezu versöhnlich und universell die großformatigen Bilder von Barthélémy Toguo: eine Serie feiner, sehr organischer Malereien in kräftigem Blau – Ranken und Wasseradern, dazwischen menschliche Silhouetten. Folgt man dieser klug und spannend inszenierten Ausstellung, wird man auf viele überraschende, witzige, poetische, kritische Werke stoßen.

Barthélémy Toguo

Barthélémy Toguo lebt in Paris, hat in Abidjan, Grenoble und Düsseldorf studiert und ist noch heute eng mit seinem Heimatland Kamerun verbunden, wo er auch einen alten Bahnhof als Begegnungsstätte und Künstlerresidenz wieder hergerichtet hat.

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Silke Arning