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Die Ausstellung „Die Architekturmaschine“ in der Münchner Pinakothek der Moderne erzählt von der digitalen Revolution des Bauens. Seit den 1960er Jahren kommen Computer in der Architektur zum Einsatz, Softwareprogramme rationalisieren Abläufe und erweiteren die tradierte Formensprache der Baukunst. „Heute ist vieles technisch möglich“, sagt Kuratorin Teresa Fankhänel. Nun sei es vielmehr die Frage, ob und wie wir diese Möglichkeiten auch tatsächlich nutzen wollen.

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Vom Rechenhelfer zur visuellen Wundermaschine

Anfangs waren die Möglichkeiten noch begrenzt, was dem Siemens-Pavillon in Hannover auch anzusehen ist, dem ersten mit Computerhilfe entworfenen Gebäude in Deutschland 1970. „Kleine Vorarbeiten“ nennt Fankhänel sie, die den Weg für die weitere Entwicklung geebnet hätten.

Ausstellung „Die Architekturmaschine - Die Rolle des Computers in der Architektur“

Ausstellung „Die Architekturmaschine - Die Rolle des Computers in der Architektur“ in der Pinakothek der Moderne (Foto: Pinakothek der Moderne / You + Pea )
You + Pea, London Developers Toolkit, 2020 Pinakothek der Moderne / You + Pea Bild in Detailansicht öffnen
Jana Čulek, Hilma af Klint Museum. A Temple for the Pictures, 2017 Pinakothek der Moderne / Jana Čulek / Studio Fabula Bild in Detailansicht öffnen
Keiichi Matsuda, Hyper-Reality, 2016 Pinakothek der Moderne / Keiichi Matsuda Bild in Detailansicht öffnen
Otto Beckmann, Imaginäre Architektur, Fotomontage, 1977-1980 Pinakothek der Moderne / Archiv Otto Beckmann Bild in Detailansicht öffnen
Richard Junge, Diasammlung des Lehrstuhls für Architekturinformatik der TU München Pinakothek der Moderne / Architekturmuseum der TUM Bild in Detailansicht öffnen
John Frazer, Reptile Flexible Enclosure System, 1970 Pinakothek der Moderne / John Frazer Bild in Detailansicht öffnen
John Frazer, Julia Frazer, John Potter, The Walter Segal Model, 1982 Pinakothek der Moderne / John Frazer, Julia Frazer / Foto: John Frazer Bild in Detailansicht öffnen
Bernhard Franken, BMW Bubble, 1991-1999 Pinakothek der Moderne / Franken Architekten Bild in Detailansicht öffnen

Eine neue Formensprache wird möglich

Insgesamt habe es zwei große Zielrichtungen gegeben, wozu Architektur-Software entwickelt worden sei: das Rationalisieren und Sammeln von Informationen, um das Bauen leichter zu machen und die Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten und Formen, erklärt die Kuratorin.

Für die Architekt*innen sei es ab den 1980er und 1990er Jahren ein großer Schritt gewesen, mittels Computertechnik, die Formen – die bis dato nur in ihrer Vorstellung waren – einfacher zeichnen zu können und damit natürlich auch leichter zu bauen. Manche Ideen aus den 1960ern seien erst durch Software ab dem Jahr 2000 zeichen- und damit baubar geworden.

Ausstellung „Die Architekturmaschine - Die Rolle des Computers in der Architektur“ in der Pinakothek der Moderne (Foto: Pinakothek der Moderne / SHoP Architects )
SHoP Architects, Dunescape, 2000 Pinakothek der Moderne / SHoP Architects

Architektur wird digital – und demokratisch

In der Ausstellung sind über 40 Arbeiten versammelt, die den Weg der Architektursoftware nachverfolgen – von den Anfängen bis zu einem Ausblick auf zukünftige Nutzungsweisen.

Es werde in den kommenden Jahren mehr in Richtung Interaktion und Kommunikation bei der Planung und Zusammenarbeit laufen, ist Teresa Fankhänel überzeugt. Womöglich werde sogar das Copyright in gewissem Maße in Frage gestellt werden müssen. Damit greife man wiederum eine Kernidee der Vordenker von Architektur-Software auf: die Demokratisierung der Architektur.

„Die Architekturmaschine. Die Rolle des Computers in der Architektur“ ist noch bis 10.1.2021 in der Pinakothek der Moderne in München zu sehen.

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