Bilder Hans Jörg Glattfelder - Vom Besonderen zum Allgemeinen

Bilder Hans Jörg Glattfelder - Vom Besonderen zum Allgemeinen

0703 Museum Ritter - Hans Jörg Glattfelder (Foto: SWR, SWR - Foto: Susanne Kaufmann)
Hans Jörg Glattfelder möchte zum Denken anregen, Vieldeutigkeiten oder Widersprüche ermöglichen, und da ist die Konkrete Kunst für ihn ideal. „Es ist die Kunst unseres Jahrhunderts. Es ist nicht nur Geometrie, es ist Kunst, bei der das Bildgeschehen sich selbst bedeutet. Sie bildet nichts ab.“ SWR - Foto: Susanne Kaufmann
Für eine zentrale Wand im Museum Ritter hat Hans Jörg Glattfelder ein großes Relief entworfen, „Les gouttes du temps“: 19 schwarze Tropfen, jeweils mit einem dahinter montierten Quarzlaufwerk. Das Relief ist nur auf den ersten Blick statisch, denn im Hintergrund läuft die Zeit, so dass sich die Tropfen permanent um die eigene Achse drehen.Im Bild: Glattfelder im Gespräch mit der Kuratorin Barbara Willert SWR - Foto: Susanne Kaufmann
Die Bewegung selbst nimmt man nicht wahr, wohl aber den Prozess, denn die Spitzen der Tropfen ändern ihre Richtung. „Es gibt keine spezielle Form, die mein ganzes Lebenswerk begleiten würde. Der einzige rote Faden, der durch meine Werke geht, ist das Bekenntnis zu Rationalität.“, sagt Glattfelder. SWR - Foto: Susanne Kaufmann
Geboren wurde er 1939 in Zürich, der Stadt von Richard Paul Lohse und Max Bill, die er später als seine größten Vorbilder bezeichnen sollte. Als junger Mann geht Glattfelder nach Italien, wo er sich für die Künstlerexistenz entschied. Als Inspiration für seine frühesten geometrischen Werke dienten auch die schwarz-weißen Bodenplatten im Florentiner Baptisterium.Im Bild: Glattfelder mit Besuchern während der Ausstellungseröffnung. SWR - Foto: Susanne Kaufmann
Der internationale Durchbruch gelang ihm in den 60er Jahren mit seinen Pyramidenreliefs, die er aus unzähligen Kunststoffmodulen zusammensetzte. Von der Form her erinnern sie an die Unterseite von Eierkartons. Dabei sind die vier Seiten einer jeden Pyramide verschieden lackiert, so dass sich je nach Blickrichtung die Farbigkeit verändert. SWR - Foto: Susanne Kaufmann
Einem ähnlichen optischen Prinzip folgen die sogenannten Lamellenreliefs, deren Aufbau sich an Faltbildern orientiert. Auch hier fragt man sich immer wieder: Was sehe ich da eigentlich? SWR - Foto: Susanne Kaufmann
Das Museum Ritter gibt nun in seinem Erdgeschoss anhand zentraler Werke einen guten Überblick über die präzise konstruierten Reliefs, Gemälde und Grafiken, in denen sich Glattfelder sogar mit der nichteuklidischen Geometrie auseinandersetzte. SWR - Foto: Susanne Kaufmann
In Mailand, New York und Paris hat Hans Jörg Glattfelder gelebt. Vor vier Jahren zog er zurück in die Schweiz, nach Basel. Mit seiner Kunst hätte er gern die Welt verändert, ganz nach dem Vorbild der russischen Konstruktivisten. Doch irgendwann verabschiedete er sich von diesem Traum. SWR - Foto: Susanne Kaufmann
Geblieben ist bis heute das Festhalten an der Rationalität, auch ein politisches Statement. „Das Vertrauen, dass wir die Welt mit dem Verstand meistern können, ist eigentlich die einzige Hoffnung, die wir haben.“ SWR - Foto: Susanne Kaufmann
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