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90 Prozent  des afrikanischen Kulturerbes lagern in europäischen Museen und Archiven. Viele der Kunstwerke und rituellen Gegenstände sind während der Kolonialzeit geraubt und geplündert worden. Der Deutsche Museumsbund will jetzt mit einem Leitfaden für den gleichberechtigten Umgang mit Herkunftsländern sensibilisieren.

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Viele Herkunftsländer wünschen sich Inventarlisten mit sämtlichen Kunst- und Kulturgütern in Europa. Museumsverantwortlichen sollten bewusst sein, dass die meisten Sammlungsgüter nicht als Museumsobjekte entstanden sind. Sie sind Zeugnisse verschiedener Kulturen mit in den Herkunftsgesellschaften verankerten eigenen Bedeutungen.

Wie geht man als Museum um mit der kolonialen Vergangenheit und dem kolonialen Erbe? Dazu hat der Deutsche Museumsbund heute einen Leitfaden herausgegeben. Mit ihm soll die Provenienzforschung, also die Aufklärung der Herkunft von Raubkunst, gestärkt werden.

„Die Erwerbung oder Entstehung von Sammlungsgut kann mit Ausübung von Gewalt in Zusammenhang stehen. Zudem können sich in Sammlungsgut, diskriminierende Darstellungen und koloniale oder rassistische Ideologien widerspiegeln.“

Günter Winands, Abteilungsleiter im Staatsministerium für Kultur und Medien

Erstaunlich: die Rückgabe steht bei vielen Herkunftsgesellschaften nicht im Vordergrund der Verhandlungen. Ihnen ist der Austausch wichtig und gemeinsame Ausstellungsprojekte, damit nicht die Kulturgüter in Depots vergessen werden.

Gespräch Direktorin des Lindenmuseums begrüßt Leitfaden zum Umgang mit Kunst aus Kolonialzeit

Der Leitfaden des Deutschen Museumsbunds zum Umgang mit in der Kolonialzeit geraubter Kunst sei sehr zu begrüßen, sagte Prof. Ines de Castro, Direktorin vom Lindenmuseum Stuttgart in SWR2. Es sei wichtig, Sammlungen nicht allein aus der europäischen Perspektive betrachten.  mehr...

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Gespräch Das spannende Feld der Provenienzforschung: Ausstellung „Objekte und Sammler“ im Lindenmuseum Stuttgart

Die Ausstellung „Objekte und Sammler“ im LindenLAB2 des Stuttgarter Lindenmuseums widmet sich der Sammlung Karl Holz und ihrer Herkunft: Um einige Werke aus der Sammlung des Kaufmanns ranken sich noch einige Rätsel, so der Provenienzforscher und Kurator der Schau, Markus Himmelsbach, im SWR2 Journal am Mittag.  mehr...

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Ludwigshafen

Raubkunst 15 Werke zweifelhafter Herkunft im Wilhelm-Hack-Museum entdeckt

Das Wilhelm-Hack-Museum hat seine Bestände auf NS-Raubkunst gesichtet und jetzt Zwischenbilanz gezogen. Das Ergebnis: mehrere Bilder des Museums haben eine fragwürdige Geschichte. Darunter auch Georges Valmiers‘ „Nu debout“ aus dem Besitz eines jüdischen Kunsthändlers. Falls das Bild illegal enteignet wurde, müsste es zurückgegeben werden. Für das Museum wäre das ein schmerzlicher Verlust.  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

ARD Radiofestival. Gespräch Die Provenienzforscherin Lynn Rother befragt von Claudia Christophersen

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SWR2 Zeitgenossen Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim

Ulrike Lorenz zählt zu den Powerfrauen im deutschen Kunstbetrieb. Ab August 2019 steht sie als Präsidentin an der Spitze der zweitgrößten deutschen Kulturstiftung, der Klassik Stiftung Weimar. Was sie in Mannheim als Direktorin der dortigen Kunsthalle auf die Beine stellte, wurde bundesweit beachtet. Sie eröffnete einen herausragenden Neubau, der in der Stadtgesellschaft lange umstritten war. Lorenz band die streitenden Kräfte ein und holte finanzstarke Stifter ins Boot. Sie setzte auf Provenienzforschung und Digitalisierung und gab der Kunsthalle ein zeitgenössisches politisches Profil. Ulrike Lorenz stammt aus der Dix-Stadt Gera.  mehr...

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Sonderschau „Abgestaubt“ Tübinger Stadtmuseum erforscht Herkunft seiner Kunstwerke

Zu seinem 25-jährigen Jubiläum ergründet das Tübinger Stadtmuseum in einer Sonderschau unter dem Titel „Abgestaubt“ die Herkunft seiner eigenen Kunstwerke.  mehr...

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