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Die Nationalsozialisten zerstörten durch ihres Regimes viele Leben, die das kulturelle Leben in Deutschland und Europa noch lange hätten bereichern können. Auf diese immensen Verluste wollen der Bildhauer Thomas Duttenhoefer und der Publizist Oliver Bentz in ihrem Projekt „Jüdische Köpfe“ aufmerksam machen.

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Duttenhoefer und Bentz tragen Kunstwerke zusammen und recherchieren die Biografien der Künstlerinnen und Künstler, um sie so vor dem Vergessen zu bewahren.

Bilder, Skulpturen und Biografien

Jüdische Köpfe (Foto: Pressestelle, Oliver Bentz)
Ludwig Kainer: Porträt von Lene-Schneider Kainer, um 1920 Pressestelle Oliver Bentz Bild in Detailansicht öffnen
Lene Schneider-Kainer: Egon Friedell, Öl auf Leinwand, 1920er Jahre Pressestelle Oliver Bentz Bild in Detailansicht öffnen
Selbstporträt von Ludwig Meidner Pressestelle Thomas Duttenhöfer, Oliver Bentz Bild in Detailansicht öffnen
Leo Maillet, Selbstbildnis Pressestelle Oliver Bentz Bild in Detailansicht öffnen
Leo Haas: Der Leser, Radierung, 1928 Pressestelle Oliver Bentz Bild in Detailansicht öffnen

Lene Schneider-Kainer etwa —„eine Malerin, die eine hochinteressante Biografie hat: in Wien geboren, dann in Berlin in den 20er Jahren zur Bohème gehörend“, erzählt Publizist Oliver Bentz von seinen Recherchen in Wiener Archiven.

„Sie hatte einen Modesalon, in dem sie ihre Bilder ausstellte. Sie ist dann von den Nazis vertrieben worden, nach Frankreich, Mallorca, dann in die USA…“, so Bentz.

Kulturschaffende im Exil und im KZ

In gemeinsamer Arbeit wollen Bentz und Duttenhoefer dokumentieren, welche Künstler*innen mit ihrem Werk einst die Kultur in Deutschland, aber auch Europa geprägt haben: ein Selbstporträt von Ludwig Meidner aus dem Londoner Exil, Leo Maillet, der seinen jüdischen Kollegen Zadkine porträtiert, Ludwig Meidner und Hilde Domin — plastisch in Bronze verewigt von Thomas Duttenhoefer.

Jüdische Köpfe (Foto: Pressestelle, Hilde Domin)
Porträt von Thomas Duttenhöfer Pressestelle Hilde Domin

Dazu kommen unter anderen noch der Theatermann Max Reinhardt, der Soziologe Alphons Silbermann, die Schriftstellerin Nelly Sachs oder der wiederentdeckte Leo Hass.

Stuttgart

Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Im Jahr 2021 feiert die Bundesrepublik Deutschland das Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Aus diesem Anlass soll nicht nur gegen das Wiedererstarken des Antisemitismus gekämpft, sondern vor allem auch auf die vielfältigen Lebensrealitäten der Jüdinnen und Juden in Deutschland geblickt werden.  mehr...

Osthofen

Gedenken Wer waren die jüdischen Häftlinge im KZ Osthofen? Biografien online lesen

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