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Zehn herausragende Positionen zeitgenössischer Fotokunst aus Deutschland präsentiert die Sammlung Klein in Nussdorf in der Ausstellung „Gegenwart — Erinnerung“.

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Das Spektrum der Ausstellung reicht von bunt bis spröde, von dokumentarisch bis inszeniert, von Porträt bis Landschaft, Architektur, Stillleben und Experiment. Die Ausstellung ist Teil eines Förderpreises für junge Künstler*innen, der Corona-bedingt erst im September verliehen wird.

Stiftungspreis Fotokunst 2020: „Gegenwart — Erinnerung“

Fotokunstpreis "Gegenwart - Erinnerung" Sammlung Klein (Foto: Andrea Grützner, Courtesy Robert Morat Galerie, Berlin)
Einen Hotspot für avancierte künstlerische Fotografie würde man nicht unbedingt in Nussdorf, einem Weiler am Übergang vom Stroh- zum Heckengäu auf halbem Weg zwischen Stuttgart und Karlsruhe vermuten. Die dortige Sammlung Klein, 2007 als Museum eröffnet, verleiht auch den Fotokunstpreis der Stiftung Alison und Peter Klein. — Im Bild: Andrea Grützner: Ohne Titel 2014, aus der Serie Erbgericht Andrea Grützner, Courtesy Robert Morat Galerie, Berlin Bild in Detailansicht öffnen
„Der Gedanke dahinter ist eine Förderung für junge Künstlerinnen und Künstler im Alter bis 45 Jahre, die in Deutschland leben und arbeiten“, erläutert Kuratorin Valéria Waibel. Sie hat vier Fachleute eingeladen, künstlerische Positionen zu nominieren, darunter die Stuttgarter Kuratorin Ute Noll. Und die hat bei den Auswahlkriterien gleich noch mal draufgesattelt. — Im Bild: Andrea Grützner: Ohne Titel 2014, aus der Serie Erbgericht Andrea Grützner, Courtesy Robert Morat Galerie, Berlin Bild in Detailansicht öffnen
Für Noll war es wichtig ein gutes Verhältnis von Fotografinnen und Fotografen zu haben und dann auch noch jemanden zu nominieren, der*die keine deutschen Wurzeln hat. Die Nussdorfer Ausstellung funkelt nur so von geistreichen Reflektionen und souveräner Gestaltung. Hier werden alle Register der Fotografie gezogen, von dokumentarisch über inszeniert, Bearbeitung bereits vorhandener Bilder, Projektion, Video und sogar Skulptur. — Im Bild: Maria Zbikowska: Ein Stueck (Ein Stein); Kapsel 2019/2020 Marie Zbikowska Bild in Detailansicht öffnen
Ein besonders brillanter Beitrag kommt von Andrea Grützner. Sie zeigt Innenräume, wie man sie noch nie auf Fotos gesehen hat. Der Clou ist die Ausleuchtung: verschieden farbige Lichtquellen verwandeln Grützners Raumausschnitte in leuchtend bunte Flächen, die rätselhaft ineinander verschachtelt sind — ein M.C.Escher-Trip in Bonbonfarben. — Im Bild: Andrea Grützner: Ohne Titel 2019, aus der Serie Erbgericht Andrea Grützner, Courtesy Robert Morat Galerie, Berlin Bild in Detailansicht öffnen
Ganz anders dagegen wirkt die strenge Arbeit von Marie Zbikowska: Schwarz-weiße, spröde Abbildungen seltsamer Schachteln und Kapseln, an deren glatter, harter Oberfläche der Blick buchstäblich abgleitet. Doch es gibt einen ganz leichten Zugang, findet Valéria Waibel. — Im Bild: Maria Zbikowska: Kapsel Videoloop 2019 Marie Zbikowska Bild in Detailansicht öffnen
Denn die eigenartigen Gebilde, die Zbikowska in Bildern und in Form massiver Wachsabgüsse in den Ausstellungsraum gestellt hat, sind Zeitkapseln, wie sie bei Grundsteinlegungen einbetoniert werden — aufwändig versiegelte Nachrichten aus dem Heute, gerichtet ins Ungewisse einer fernen Zukunft. — Im Bild: Maria Zbikowska: Ohne Titel, aus der Serie Im Bau, 2017 Marie Zbikowska Bild in Detailansicht öffnen

Der Stiftungspreis Fotokunst ist mit 10.000 Euro dotiert und wird in diesem Jahr zum fünften Mal vergeben. Die Ausstellung der Nominierten läuft noch bis zum 20. Dezember 2020.

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