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Künzelsau ist seit dieser Woche um eine Attraktivität reicher: Am Sonntag, 28. Juni 2020, öffnet der Erweiterungsbau des Carmen Würth Forums für die Öffentlichkeit und damit auch das „Museum Würth 2“ – keine 600 Meter vom Museum Würth entfernt. Ein filigraner Gebäudekomplex, der sich harmonisch in die hohenlohische Landschaft einfügt.

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Im Forum öffnet das neue Museum Würth 2 — mit einer sehr persönlichen Ausstellung: „Weitblick. Reinhold Würth und seine Kunst.“ Lieblingsstücke des Sammlers sind zu sehen. Von Sisley und Beckmann über Picasso, Munch und Kiefer bis hin zu Longo und Hockney. Alle zwei Jahre soll die Ausstellung künftig wechseln.

Erweiterungsbau des Begegnungsort in Hohenlohe: Erweiterungsbau des Carmen Würth Forums von Architekt David Chipperfield

Carmen Würth Forum Künzelsau (Foto: Simon Menges)
Aus den weichen, grünen Hügeln des Hohenlohischen erhebt sich flach und organisch in die Natur integriert ein beige-graues Gebäude. Die Flächen rund um diesen filigranen Bau sind noch erdig-braun. Furchen der letzten Baggerfahrten ziehen sich durch den Boden. Kein Wunder: Denn bis vor Kurzem wurde hier noch gebaut: der Erweiterungsbau des Carmen Würth Forums — in Künzelsau. Simon Menges Bild in Detailansicht öffnen
Jetzt ist er vollendet und mit ihm das Museum Würth 2, das Schlüsselwerke der klassischen Moderne und der Gegenwartskunst zeigt. Reinhold Würths Vision aus dem Jahr 2005 ist lebendige Wirklichkeit geworden: Ein Kultur- und Kongresszentrum ist entstanden – mit einem Kammermusiksaal, einem Museum und vielen Räumen zur Begegnung – für alle. Simon Menges Bild in Detailansicht öffnen
„Wir sind hier in einem Forum, also einem Ort der Begegnung - unterschiedlicher Temperamente, Kulturen, Sprachen. All das ist hier möglich und das ist eben auch gewünscht“, erklärt Beate Elsen-Schwedler, die stellvertretende Leiterin der Kunstsammlung Würth. Ufuk Arslan Bild in Detailansicht öffnen
Statt der durchgehendenden Holzwände im ersten Teil des Forums findet man im Erweiterungsbau nur noch Holzverkleidungen an ausgewählten Stellen. Und anstatt auf rotem Boden flaniert man im neuen Teil hauptsächlich auf hellgrauem Terrazzo, gewonnen aus regionalem Muschelkalk. Simon Menges Bild in Detailansicht öffnen
Die Wände sind in grauem Sichtbeton gehalten, nur im Kabinett im Untergeschoss, in dem besonders empfindliche Kunstwerke ausgestellt sind, sind die Wände in einem warmen grau gestrichen und der Boden aus geseifter Eiche, das Licht ist mit weniger als 50 Lux besonders schwach. Simon Menges Bild in Detailansicht öffnen
Überhaupt: Mit der Lichtgestaltung des Baus ist man hier sehr zufrieden. Die Lichtquellen und Außenbezüge sind überall zu entdecken und gestalten das Forum. Da ist zum Beispiel das 6 Meter hohe Belvedere, das am Ende des Museums mit einer durchgängigen Glasfront den Blick freigibt auf die Hohenloher Ebene, die Waldenburger Berge und die Skulpturensammlung Würths. Simon Menges Bild in Detailansicht öffnen
Oder der Verbindungsgang zu den neuen Konferenzsälen und dem Kammermusiksaal, der reichlich Deckenlicht einfallen lässt und dessen Sichtachse ebenfalls auf die Hügel hinausweist. Nur unterbewusst wahrnehmbar ist dagegen das natürliche Licht im Ausstellungsraum. Es fällt durch große, matte Glaspanelen ein, die Licht- und Schattenspiele in den Raum transportieren. Ganz filigran und organisch. Simon Menges Bild in Detailansicht öffnen
Um den unterschiedlichsten Veranstaltungen gerecht zu werden, ist das Forum auch mit einem Kammermusiksaal ausgestattet. Ufuk Arslan Bild in Detailansicht öffnen
Und so wie der Bau sich von außen betrachtet in die Natur einfügt, fühlt man sich im Forum als Teil der Natur im Außen. Simon Menges Bild in Detailansicht öffnen

„Wir wollen immer zum April wechseln, wenn der Sammler Geburtstag hat. Das ist dann ein Geschenk, dass er sich jeweils eine neue Ausstellung ansehen kann.“

Beate Elsen-Schwedler, stellvertretende Leiterin der Kunstsammlung Würth

Entworfen und realisiert hat das gesamte Carmen Würth Forum das Architekturbüro von David Chipperfield. Die Materialien des Ursprungsbaus wurden im Erweiterungsbau weitergeführt – nur etwas anders gewichtet.

Reinhold Würth wollte mit dem Forum einen Ort schaffen, kein Objekt. Und er wollte der Region etwas zurückgeben. Dem Büro von David Chipperfield ist es gelungen, diese Vision des Kunstsammlers und Unternehmers umzusetzen. Jetzt muss nur noch das Publikum kommen und das erweiterte Forum mit Leben füllen.

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